MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der IT-Dienstleister Cancom rechnet im laufenden Jahr mit deutlichen Preiserhöhungen und Unsicherheiten in der Verfügbarkeit von IT-Komponenten. "Auch wenn die konkrete Ausprägung derzeit schwer absehbar ist, dürfte sie die Geschäftsentwicklung in 2026 beeinflussen", sagte Firmenchef Rüdiger Rath am Donnerstag zur Vorlage von Jahreszahlen. Enge und langjährige Partnerschaften mit führenden Technologiekonzernen seien aber ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil. Deshalb will Cancom trotzdem zurück auf Wachstumskurs.
Die Aktie des IT-Dienstleisters büßte im frühen Handel bis zu vier Prozent ein, drehte zur Mittagszeit aber ins Plus und stieg in einem schwachen Gesamtmarkt zuletzt 2,1 Prozent auf 22,00 Euro. Im laufenden Jahr steht allerdings noch ein Minus von fast einem Fünftel zu Buche.
Cancom will den Umsatz im laufenden Jahr auf 1,75 Milliarden bis 1,85 Milliarden Euro steigern, wie das im Kleinwerteindex SDax gelistete Unternehmen in München mitteilte. Den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwartet der IT-Dienstleister zwischen 110 Millionen und 130 Millionen Euro. Es gebe weiterhin Bedarf nach Infrastrukturlösungen, Digitalisierung und Dienstleistungen rund um Künstliche Intelligenz (KI).
Analysten erwarten im Schnitt etwa die Mitte dieser Prognosespannen. Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies sah daher auch keine größeren Überraschungen im Ausblick. Cancom habe in einem schwierigen Jahr große Anstrengungen auf sich genommen, um die Kostenbasis zu verbessern. Die Entwicklung im Schlussquartal 2025 sei positiv, wohl auch wegen einer eingeleiteten Erholung im öffentlichen Sektor in Deutschland, ergänzte Comtesse.
Bereits Mitte Februar vorgelegte Eckdaten bestätigte Cancom. Der IT-Dienstleister machte im vergangenen Jahr rund 1,7 Milliarden Euro Umsatz, ein Minus von gut einem Prozent im Vergleich zu 2024. Der operative Gewinn sank um rund neun Prozent auf knapp 103 Millionen Euro. Damit blieben die Kennziffern im Rahmen der Jahresziele, die das Management im Juli wegen der Kaufzurückhaltung von Kunden speziell im Kernmarkt Deutschland gesenkt hatte. Unter dem Strich verdiente Cancom 28,5 Millionen Euro nach 33,5 Millionen im Vorjahr.
Seinen Aktionären will das Unternehmen eine unveränderte Dividende von 1,00 Euro je Aktie zahlen.
Bereits in der Vorwoche hatte sich Konkurrent Bechtle verhaltene Ziele gesetzt und ebenfalls auf die kritische Versorgungslage wichtiger Komponenten wie Speicherchips hingewiesen. Die Bechtle-Aktie brach daraufhin ein und konnte sich seitdem kaum erholen. Am Donnerstag büßte sie weitere 3,5 Prozent ein./niw/err/men




