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Die Vorzüge von Konsumgüterhersteller Henkel haben zuletzt stark korrigiert. Jetzt meldet sich das Unternehmen mit einer Übernahme und einer günstigen Bewertung zurück.
Iran-Krieg schürt Panik: Auch günstige Aktien fliegen aus den Depots!
Auch am Donnerstag handelt der Gesamtmarkt mit Verlusten. Die Friedensbemühungen im Nahen Osten drohen im Sand zu verlaufen, während ein erneuter Anstieg des Ölpreises Anleihen und Aktien unter Druck setzt, die weiter an Wert verlieren.
Mit Ausnahme weniger Branchen und Einzelwerten konnte sich in den vergangenen Wochen kaum ein Basiswert den anhaltenden Kursverlusten entziehen. Das tut zwar einerseits den Anteilsscheinen von zuvor hoch bewerteten Unternehmen gut, sorgt andererseits aber auch dafür, dass eigentlich bereits günstig gehandelte Aktien noch attraktiver werden.
Ein solches Beispiel sind die Vorzüge des im DAX gehandelten Konsumgüterherstellers Henkel, wo sich die Wertverluste im vergangenen Monat inzwischen auf 18 Prozent summieren - eine unmittelbare Folge des Iran-Krieges und der höheren Energiepreise, welche die Unternehmensmargen zu belasten drohen.

Trotz Wachstumsflaute: Diese Bewertung passt vorne und hinten nicht
Mit verhaltenen Wachstumszielen für 2026 ist das Unternehmen zwar nicht ganz unschuldig an der jüngsten Talfahrt der Aktie, doch die Bewertung ist mit einem KGVe von 13,3 deutlich zu günstig. Der Branchendurchschnitt liegt gegenwärtig bei 14,8.
Mit 3,1 Prozent bieten die Düsseldorfer außerdem eine attraktive, branchenübliche Dividende. Darüber hinaus überzeugen das günstige Kurs-Buch-Verhältnis (1,3) sowie die blitzsaubere Unternehmensbilanz mit Nettoverbindlichkeiten von gerade mal 569 Millionen Euro. Dieses Gesamtpaket dürfte nicht so günstig bewertet sein, was aus fundamentaler Perspektive dafür spricht, dass der Abverkauf der Aktie überzogen ist.

Aktie vor Rebound? Wichtiger Support könnte jetzt gehalten werden!
Auch aus technischer Perspektiver sind Anlegerinnen und Anleger über das Ziel hinausgeschossen. Sowohl der Relative-Stärke-Index (RSI) als auch der Trendstärkeindikator MACD zeigen einen überverkauften Zustand der Aktie an.
Beide konnten sich in den vergangenen Handelstagen trotz des schwachen Gesamtmarktumfeldes geringfügig erholen. Das könnte dazu führen, dass die Aktie ihren Unterstützungsbereich um 66 Euro verteidigen und tatsächlich zu einer Gegenbewegung ansetzen kann. Aus der Gefahrenzone ist das Papier allerdings erst oberhalb von 70 Euro wieder, während prozyklische Kaufsignale sogar erst jenseits der gleitenden Durchschnitte wieder vorliegen würden. Der Weg zu nachhaltiger Entspannung ist also noch ein weiter.
Henkel sichert sich neues Wachstum zu einem fairen Preis
Ideen- und tatenlos reagiert Henkel auf die aktuelle Kursmisere und die zuletzt mauen Wachstumsaussichten nicht. Ganz im Gegenteil: Das Unternehmen hat am Donnerstagmorgen angekündigt, den Haarkosmetik-Spezialisten Olaplex für rund 1,2 Milliarden Euro zu kaufen.
Zwar wirtschaftete Olaplex zuletzt nicht mehr profitabel und hatte außerdem mit einem mehrjährigen Umsatzrückgang zu kämpfen, wird aber rund 400 Millionen Euro zum Umsatzergebnis von Henkel beitragen. Die Produkte des Unternehmens passen außerdem hervorragend zu den bei Henkel bereits bestehenden Markenfamilien Schwarzkopf und Syoss - Olaplex kann hier das margenstarken Premium-Segment bedienen und von Kostenvorteilen durch das bestehende Vertriebs- und Händlernetzwerk profitieren.
Die Übernahme erfolgt vollständig und bar und wird die Verschuldung zunächst anwachsen lassen. Doch schon in den vergangenen Jahren hat das Unternehmen den Schuldenabbau priorisiert, sodass die Bilanz von Henkel rasch wieder sauber sein dürfte.
Fazit: So günstig dürfte die Aktie nicht lange bleiben
Die Aktie von Konsumgüterhersteller ist in den vergangenen Wochen so stark unter Druck geraten, dass eine Unterbewertung des Unternehmens vorliegt. Dazu kommen Erschöpfungssignale im Chartbild und ein Management, das proaktiv mit einem strategisch sinnvollen Zukauf zu einem fairen Preis reagiert.
Das spricht dafür, dass sich die Henkel-Anteile mittelfristig wieder erholen dürften und auf dem gegenwärtigen Preis- und Bewertungsniveau eine aussichtsreiche Anlagechance für Investoren auf der Suche nach einer defensiven Depotbeimischung bieten.
Gastautor: Max Gross
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