FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Donnerstag deutlich gefallen. Die stark gestiegenen Ölpreise belasteten die Anleihekurse. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel um 0,87 Prozent auf 124,81 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,06 Prozent.
Die weitere Entwicklung im Iran-Krieg bleibt unklar. Vor dem Ende des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump reichen die Prognosen von einer schnellen Waffenruhe bis zu Angriffen mit Bodentruppen. Trump warnte den Iran erneut vor Konsequenzen, sollte es zu keiner Einigung kommen. Der Iran müsse ernsthaft verhandeln, es gebe keinen Weg zurück. Die Folgen würden sonst "nicht schön" sein. Der US-Sondergesandten Steve Witkoff sieht gute Aussichten auf Erfolg. "Wir haben starke Anzeichen, dass es eine Möglichkeit gibt", sagte er bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus.
Die steigenden Ölpreise sorgen für wachsende Inflationsgefahren. Die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in Leitzinsen im weiteren Jahresverlauf anheben könnte, sind gestiegen. Notenbankchefin Christine Lagarde hatte schon am Vortag Handelsbereitschaft signalisiert. Doch zunächst wolle man weitere Informationen abwarten. Am Donnerstag warnte sie vor der Erwartung der Finanzmärkte, dass die Normalität nach einem Ende des Kriegs rasch zurückkehren werde. Es sei viel an Ölinfrastruktur zerstört worden, sagte sie dem "Economist". Die meisten Experten würden erwarten, dass es Jahre dauern werde, bis alles wiederhergestellt sei.
Der Krieg wirkt sich auch zunehmend auf die Konjunkturdaten aus. So hat sich das Verbrauchervertrauen in Deutschland zuletzt stärker als erwartet eingetrübt. "Die Verbraucher erwarten, dass die Inflation durch die gestiegenen Energiepreise wieder anzieht, und die wirtschaftliche Erholung erneut gebremst wird", sagte NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl./jsl/jha/
