DJ MÄRKTE EUROPA/Schwach - Verworrene Lage in Nahost treibt Anleger aus Aktien
DOW JONES--Europas Börsen haben auch am Donnerstag unter Abgabedruck gestanden. Ein schnelles Ende des Kriegs im Nahen Osten ist nicht in Sicht, zudem blieb die Lage verworren. Während US-Präsident Trump weiter behauptet, der Iran bitte um einen Deal zur Beendigung des Krieges, berichteten iranische Medien, dass neben der Straße von Hormus auch die Meerenge Bab al-Mandeb blockiert werden könnte. Der Ölpreis der Sorte Brent zog wieder kräftig an und stand gegen Ende des europäisch dominierten Handels bei rund 108 Dollar. Am Vortag notierte das Schwarze Gold zeitweise unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.
Der DAX verlor 1,5 Prozent auf 22.613 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab ebenfalls um 1,5 Prozent nach. Nach der Entspannung am Vortag zogen die Renditen an den Anleihemärkten wieder an, weil der Ölpreisanstieg wieder Inflationsängste schürte, auf die die Notenbanken mit höheren Zinsen reagieren könnten.
Am Devisenmarkt verbilligte sich der Euro auf etwa 1,1530 Dollar, weil der Dollar als sicherer Hafen gesucht war. Gold wurde seinem Ruf als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten weiter nicht gerecht, der Preis fiel um 2,5 Prozent auf 4.391 Dollar die Feinunze. Hier bremsten die wieder höheren Marktzinsen und der festere Dollar, weil er das Edelmetall in anderen Währungen verteuert.
Gewinnmitnahmen drückten Aktien aus dem Rüstungssektors teils stark. Die Bank of America (BoA) senkte überdies Händlern zufolge die Kursziele für Rheinmetall, Hensoldt und Renk, stufte aber zugleich Hensoldt auf "Buy" hoch. Rheinmetall verloren 3,4, Hensoldt 5,6 und Renk 8,5 Prozent. Das Kursziel für BAE Systems erhöhte die BoA und bekräftigte die Kaufempfehlung. Die Aktie büßte gleichwohl 2,9 Prozent ein.
Nach dem iranischen Angriff auf den US-Stützpunkt Diego Garcia sehen die Analysten eine erhöhte Priorität für Luftverteidigung in Europa. Zu den Profiteuren zählen sie neben Hensoldt BAE Systems, Thales, Leonardo und Kongsberg. Auch letztere drei Aktien gaben nach, wenn auch nur bis zu 1,3 Prozent.
Henkel gewannen gegen den schwachen Markt 0,5 Prozent. Das Unternehmen erwirbt die US-Haarpflegemarke Olaplex in einer Transaktion mit einem Gesamttransaktionswert von 1,4 Milliarden Dollar. Im Handel stieß die Akquisition grundsätzlich auf ein positives Echo. Der Kaufpreis gehe in Ordnung.
Mit Enttäuschung wurden die Zahlen der Porsche Holding aufgenommen. Wegen der schlechten Entwicklung bei Volkswagen verdiente sie im vergangenen Jahr weniger. Die Aktie fiel um 2,9 Prozent.
Nach Vorlage schwacher Geschäftszahlen für 2025 verloren Kontron 14,2 Prozent. Umsatz und Ergebnis blieben klar unter den Prognosen, auch der Ausblick auf das laufende Jahr erfüllte die Erwartungen nicht. Die Ankündigung eines 50 Millionen Euro schweren Aktienrückkaufprogramms stützte die Aktie nicht.
Für Thyssenkrupp ging es 4,3 Prozent nach unten. Belastend wirkten hier wieder einmal Medienberichte über den nur schleppenden Verlauf der Gespräche mit Jindal über einen Verkauf der Stahlsparte.
Deutz verloren 7,2 Prozent. Die Zahlen für 2025 lägen beim Umsatz und operativen Ergebnis jeweils 3 Prozent unter den Konsenserwartungen, so die DZ Bank. Die Prognose-Spanne für das bereinigte operative Ergebnis 2026 sei breit angelegt, was auf die mangelnde Prognosesicherheit im aktuell herausfordernden Umfeld zurückzuführen sei.
ASML verbilligten sich in Amsterdam um 3,8 Prozent. Hintergrund war laut Marktteilnehmern, dass Google in dieser Woche TurboQuant veröffentlicht hatte, einen Algorithmus zur künstlichen Intelligenz-Kompression, der angeblich den Speicherbedarf um das Sechsfache reduziert. Darauf gerieten an der Wall Street Aktien von Speicherchipherstellern stark unter Druck. ASML fertigt Lithographiesysteme, die wichtig sind für die Produktion von Speicherchips.
In Stockholm brach die Aktie des Bergbaukonzerns Boliden nach einer Gewinnwarnung um 20 Prozent ein. An der Mailänder Börse verhalf ein Zeitungsbericht über ein Übernahmegebot der Aktie von Recordati zu einem Plus von 4,8 Prozent. Der Finanzinvestor CVC Capital Partners, der schon eine Kontrollmehrheit an dem Pharmahersteller hält, wolle diesen vollständig übernehmen, so die Zeitung Il Sole - 24 ore.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 5.566 -1,48 -2,45 Stoxx-50 4.846 -1,25 -0,21 Stoxx-600 581 -1,13 -0,79 DAX 22.613 -1,50 -6,26 FTSE-100 London 10.107 -1,33 1,77 CAC-40 Paris 7.847 -0,98 -3,72 AEX Amsterdam 983 -1,26 3,35 ATHEX-20 Athen 5.218 0,03 -2,48 BEL-20 Brüssel 5.053 -0,93 -0,50 BUX Budapest 124.236 -1,39 11,89 OMXH-25 Helsinki 5.931 -0,79 3,98 OMXC-20 Kopenhagen 1.369 1,22 -14,87 PSI 20 Lissabon 9.014 -0,19 9,09 IBEX-35 Madrid 17.170 -1,21 -0,80 FTSE-MIB Mailand 44.013 -0,71 -2,07 OBX Oslo 1.935 0,44 21,08 PX Prag 2.538 -0,98 -5,50 OMXS-30 Stockholm 2.943 -1,82 2,09 WIG-20 Warschau 120.944 -0,21 3,37 ATX Wien 5.405 -0,70 1,47 SMI Zürich 12.718 -0,60 -4,14 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 19:52 EUR/USD 1,1533 -0,2 -0,0025 1,1558 1,1569 EUR/JPY 184,17 -0,1 -0,1400 184,31 184,3900 EUR/CHF 0,9161 +0,1 0,0011 0,9150 0,9155 EUR/GBP 0,8646 +0,0 0,0001 0,8645 0,8652 USD/JPY 159,65 +0,1 0,1900 159,46 159,3400 GBP/USD 1,3336 -0,2 -0,0027 1,3363 1,3369 USD/CNY 6,9107 +0,1 0,0096 6,9011 6,9011 USD/CNH 6,9194 +0,3 0,0176 6,9018 6,9028 AUS/USD 0,6898 -0,7 -0,0049 0,6947 0,6954 Bitcoin/USD 68.933,36 -2,9 -2.044,33 70.977,69 70.913,91 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 95,06 +5,3 4,74 90,32 Brent/ICE 108,1 +5,8 5,88 102,22 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.391,09 -2,5 -113,97 4.505,06 Silber 67,85 -4,8 -3,43 71,28 Platin 1.853,92 -3,4 -65,81 1.919,73 ===
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