RIGA (dpa-AFX) - Lettlands Verteidigungsministerium beschuldigt Russland, eine großangelegte, koordinierte Desinformationskampagne gegen die baltischen Staaten durchzuführen. Demnach behauptet Moskau, Estland, Lettland und Litauen würden zulassen, dass ihr Territorium für ukrainische Angriffe gegen Russland genutzt wird.
Die Kampagne umfasse Desinformation und den Einsatz von Social-Media-Bots, die sich an russischsprachige Zielgruppen richteten und junge Menschen instrumentalisierten, teilte das Ministerium des baltischen EU- und Nato-Landes in Riga mit. Der Mitteilung beigefügt waren Screenshots von Beiträgen in Online-Medien, die die russischen Bemühungen belegen sollen.
Lettland: Baltische Staaten nicht an Angriffen beteiligt
Das Ziel der Kampagne besteht nach Einschätzung des Ministeriums darin, die Nato zu diskreditieren, die Gesellschaft zu spalten, das Vertrauen in staatliche Institutionen zu untergraben und die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen. Damit versuche Moskau von seiner Unfähigkeit abzulenken, sich gegen erfolgreiche ukrainische Gegenangriffe auf russische Ziele an der Ostseeküste zu verteidigen.
Das Verteidigungsministerium betonte, dass weder Lettland noch Estland oder Litauen an der Planung oder Durchführung ukrainischer Gegenangriffe beteiligt seien. Kiew besitze aber ein legitimes Recht, sich gegen die großangelegte russische Invasion zu verteidigen, hieß in der Mitteilung. Die baltischen Staaten unterstützten die Ukraine militärisch, finanziell und humanitär.
In Estland, Lettland und Litauen war in dieser Woche jeweils eine fehlgeleitete ukrainische Drohne in den Luftraum eingedrungen und abgestürzt, mit der Kiew Ziele im Nordwesten Russland angegriffen hatte. Verletzte oder größere Schäden gab es dabei nicht./awe/DP/stk
