Köln (ots) -
Königliches Gehabe passt nicht zu einer Demokratie - jedenfalls nicht, wenn es statt um bloße Repräsentation darum gehen soll, einsam und allein Entscheidungen zu treffen. Die "No Kings"-Demonstrationen in den USA zeigen, dass in Krisenzeiten der Ruf nach einer ordnenden Hand zwar durchaus nachvollziehbar ist. Das Extrem einer faktisch autokratischen Führung mit Königsgehabe wollen die Menschen aber zum Glück doch eher nicht.
Dabei gibt es einen weltweiten Trend weg von der Globalisierung, hin zu nationalem oder gar nationalistischem Egoismus. Dass selbst Kriege als Mittel der politischen Auseinandersetzung kein Tabu mehr sind, ist die erschreckende und menschenunwürdige Folge dieser Entwicklung. Wo die Waffen gegeneinander gerichtet und abgefeuert werden, soll das aus Sicht der Machthabenden das eigene Volk gegen den Feind zusammenschweißen. Wer will schon mitten in einer potenziell lebensbedrohlichen Situation das Führungspersonal austauschen?
Dieser Hang zur Radikalität ist auch hierzulande zu spüren. Der starke Zuspruch in Teilen der Bevölkerung vor allem zur AfD zeigt, dass Egoismus und "harte Hand" auch bei uns durchaus anschlussfähige Denkmodelle sind. Mit Aufklärung und Demokratie, mit Rechts- und Sozialstaat haben solche Ansätze nicht mehr viel zu tun. Aber das scheint manchen vollkommen gleichgültig zu sein - Hauptsache, es ändert sich etwas.
Die Lage wird in den nächsten Monaten und womöglich auch Jahren nicht unbedingt besser werden. Die Herausforderungen werden immer größer: Wirtschaftlich, sozial, umweltpolitisch. Das zu bewältigen, braucht keine harten, sondern abwägende Hände, die gemeinsam um den besten Weg ringen. Dafür wiederum wird ein freier Austausch von Argumenten und Meinungen gebraucht, der sich auf der Basis von Fakten und gegenseitiger Anerkennung abspielt. Bei aller Notwendigkeit, vor allem während der Zeit von Wahlkämpfen den politischen Gegner inhaltlich anzugreifen, muss es wieder ein Mindestmaß an Wertschätzung auch für die jeweils Andersdenkenden geben. Und für die Suche nach gemeinsamen Kompromissen.
Sonst besteht die Gefahr, dass auch bei uns in Deutschland der Ruf nach einem "King" noch größer wird. Mit Demokratie hätte das dann wohl nur noch wenig zu tun.
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Kölnische Rundschau
Prof. Dr. Frank Überall
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/70111/6245676
Königliches Gehabe passt nicht zu einer Demokratie - jedenfalls nicht, wenn es statt um bloße Repräsentation darum gehen soll, einsam und allein Entscheidungen zu treffen. Die "No Kings"-Demonstrationen in den USA zeigen, dass in Krisenzeiten der Ruf nach einer ordnenden Hand zwar durchaus nachvollziehbar ist. Das Extrem einer faktisch autokratischen Führung mit Königsgehabe wollen die Menschen aber zum Glück doch eher nicht.
Dabei gibt es einen weltweiten Trend weg von der Globalisierung, hin zu nationalem oder gar nationalistischem Egoismus. Dass selbst Kriege als Mittel der politischen Auseinandersetzung kein Tabu mehr sind, ist die erschreckende und menschenunwürdige Folge dieser Entwicklung. Wo die Waffen gegeneinander gerichtet und abgefeuert werden, soll das aus Sicht der Machthabenden das eigene Volk gegen den Feind zusammenschweißen. Wer will schon mitten in einer potenziell lebensbedrohlichen Situation das Führungspersonal austauschen?
Dieser Hang zur Radikalität ist auch hierzulande zu spüren. Der starke Zuspruch in Teilen der Bevölkerung vor allem zur AfD zeigt, dass Egoismus und "harte Hand" auch bei uns durchaus anschlussfähige Denkmodelle sind. Mit Aufklärung und Demokratie, mit Rechts- und Sozialstaat haben solche Ansätze nicht mehr viel zu tun. Aber das scheint manchen vollkommen gleichgültig zu sein - Hauptsache, es ändert sich etwas.
Die Lage wird in den nächsten Monaten und womöglich auch Jahren nicht unbedingt besser werden. Die Herausforderungen werden immer größer: Wirtschaftlich, sozial, umweltpolitisch. Das zu bewältigen, braucht keine harten, sondern abwägende Hände, die gemeinsam um den besten Weg ringen. Dafür wiederum wird ein freier Austausch von Argumenten und Meinungen gebraucht, der sich auf der Basis von Fakten und gegenseitiger Anerkennung abspielt. Bei aller Notwendigkeit, vor allem während der Zeit von Wahlkämpfen den politischen Gegner inhaltlich anzugreifen, muss es wieder ein Mindestmaß an Wertschätzung auch für die jeweils Andersdenkenden geben. Und für die Suche nach gemeinsamen Kompromissen.
Sonst besteht die Gefahr, dass auch bei uns in Deutschland der Ruf nach einem "King" noch größer wird. Mit Demokratie hätte das dann wohl nur noch wenig zu tun.
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