WIESBADEN (dpa-AFX) - Im Februar lag die Inflation in Deutschland noch unter der Zwei-Prozent-Marke, doch diese Atempause für Verbraucher dürfte bald Geschichte sein. Denn der Iran-Krieg treibt nicht nur die Öl- und Gaspreise nach oben, sondern wird nach Einschätzung von Ökonomen die Teuerung insgesamt anschwellen lassen - zumindest vorübergehend. Eine erste Schätzung zur Inflation im März legt das Statistische Bundesamt am Montag (14 Uhr) vor.
Bislang rechneten Ökonomen damit, dass die Teuerung in Deutschland dieses Jahr knapp über der Marke von zwei Prozent liegen dürfte. Doch wegen des Iran-Kriegs erwartet nun das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung, dass die Inflationsrate in der ersten Jahreshälfte auf "merklich über 2,5 Prozent" steigt. Und die Bundesbank warnt, die Inflationsrate dürfte "in nächster Zeit deutlich in Richtung 3 Prozent ansteigen".
Steigen die Lebensmittelpreise?
Der Krieg im Nahen Osten ist längst an den Tankstellen hierzulande angekommen, Preise von mehr als zwei Euro je Liter Benzin oder Diesel sind die Regel. Aus Sicht von Ökonomen besteht die Gefahr, dass sich der Ölpreisschock schlimmstenfalls in der Breite der Wirtschaft niederschlägt - etwa über steigende Transportkosten, die zu höheren Lebensmittelpreisen führen könnten.
Das Ifo-Institut rechnet damit, dass die Inflation wegen des Anstiegs des Öl- und Gaspreise kurzfristig eine Spitze von etwa 2,5 Prozent erreichen wird, danach aber abebbt. Dauert der Krieg nicht länger als wenige Monate, könnten die Folgen des Energiepreisschubs auf die Inflation nach Einschätzung des IMK begrenzt bleiben./als/DP/he
