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MÄRKTE USA/Leichte Erholung mit widersprüchlichen Kriegssignalen möglich

DJ MÄRKTE USA/Leichte Erholung mit widersprüchlichen Kriegssignalen möglich

DOW JONES--Nach einer zweitägigen Talfahrt im Zuge des Irankrieges scheint die Wall Street am Montag eine leichten Erholung zu wagen. Diese wird aber als äußerst fragil und wenig nachhaltig charakterisiert. Der Aktienterminmarkt lässt auf einen etwas festeren Handelsbeginn am Kassamarkt schließen - gestützt von nachgebenden Anleiherenditen. Der Markt hängt aber weiterhin an den Schlagzeilen rund um den Irankrieg, und die liefern eigentlich weiterhin keine Kaufargumente, zumal auch die Ölpreise weiter zulegen.

Die Meldungslage bleibt wie schon in den Tagen zuvor widersprüchlich. US-Präsident Donald Trump hat sich zwar zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung mit dem Iran gezeigt und spricht davon, dass man ernsthaft mit "neuem, vernünftigerem Regime" über ein Kriegsende verhandele. Zugleich schließt er allerdings eine Bodenoffensive nicht aus. Seit Tagen verstärken die USA die Präsenz ihrer Bodentruppen in der Region. Gleichzeitig feuert der Iran weiterhin Raketen und Drohnen auf Israel und die unbeteiligten Golfstaaten.

"Es gibt immer noch keine Anzeichen für ein klares Ende des Konflikts, und angesichts der verschiedenen Schlagzeilen bleiben Anleger besorgt über eine neue Eskalation. Bei allem, was passiert ist, werden die Auswirkungen auf den Markt immer gravierender", gibt Makrostratege Henry Allen von der Deutschen Bank keine Entwarnung für den Markt. Abzulesen ist die Verunsicherung am weiter anziehenden Ölpreis. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuert sich um 1,6 Prozent auf über 114 Dollar, der Preis bewegt sich damit wieder in Richtung des Höchststandes seit dem Ausbruch des Irankrieges von knapp 120 Dollar - kommt allerdings aktuell von den Tageshochs zurück. Nach der Straße von Hormus gerät nun die Meerenge Bab al-Mandab in den Blick. Eine Störung dieses Seeweges könnte Rohöllieferungen zu einer Umleitung um das Kap der Guten Hoffnung zwingen, was die Transitzeiten verdoppelte und die Kosten in die Höhe triebe, so Analystin Muyu Xu von Kepler. Die Meerenge ist eine schmale Passage, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet.

Die Renditen von US-Staatsanleihen geben von ihren erhöhten Niveaus nach. Die Anleger richten ihren Fokus allmählich sowohl auf die Wachstumsrisiken durch den Krieg als auch auf Inflationssorgen. Stark gestiegene Energiepreise haben dazu geführt, dass die Märkte aufgrund von Inflationssorgen ihre Erwartungen an Zinssenkungen in den USA zurückgeschraubt haben. Die US-Notenbank wird jedoch sowohl die Wachstums- als auch die Inflationsrisiken abwägen müssen. Aktuell überwiegen offenbar die Wachstumssorgen, denn die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihe fällt um 7 Basispunkt auf noch immer sehr hohe 4,37 Prozent.

Der Dollar bleibt als Fluchthafen für verunsicherte Anleger attraktiv, der Dollar-Index gewinnt 0,1 Prozent. Dank nachgebender Marktzinsen ist Gold gesucht, die Feinunze verteuert sich um 1,1 Prozent. Wegen Dollarstärke und hoher Anleiherenditen hatte das Edelmetall kaum vom Nahostkriegsgeschehen profitiert. Nun könnte es als vermeintlich sicherer Hafen wieder entdeckt werden, heißt es.

Mit Spannung wird auf einen Auftritt von US-Notenbankpräsident Jerome Powell am Nachmittag geschaut. Der Fed-Chairman wird an einer Diskussion teilnehmen. Powell wird sich Fragen stellen, es gibt keine vorbereiteten Skripts. Insofern dürfte er frei sprechen und vielleicht mit Überraschungen aufwarten.

Unter den Einzelwerten gewinnen Eli Lilly vorbörslich 0,6 Prozent. Der Pharmakonzern hat ein Abkommen zur Wirkstoffforschung mit InSilico unterzeichnet, einem KI-getriebenen US-Biotechnologieunternehmen. Das in Hongkong börsennotierte Unternehmen teilte mit, dass der Deal einen Wert von bis zu 2,75 Milliarden US-Dollar haben könnte.

Alcoa steigen um 9,2 Prozent, nachdem zwei Aluminiumhersteller im Nahen Osten von iranischen Treffern berichtet haben. Dies schürt die Befürchtung, dass die Versorgung durch den andauernden Konflikt gestört werden könnte - die Preise steigen.

=== 
US-Treasuries  Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre       3,87 -0,05    3,90      3,85 
5 Jahre       4,01 -0,06    4,06      3,99 
10 Jahre      4,37 -0,07    4,42      4,36 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:46 
EUR/USD      1,1490  -0,2  -0,0018     1,1508   1,1508 
EUR/JPY      183,24  -0,6  -1,1700     184,41  184,5600 
EUR/CHF      0,9184  -0,1  -0,0010     0,9194   0,9180 
EUR/GBP      0,8677  -0,0  -0,0001     0,8678   0,8676 
USD/JPY      159,45  -0,5  -0,8600     160,31  160,3500 
GBP/USD      1,3239  -0,1  -0,0017     1,3256   1,3261 
USD/CNY      6,9106  -0,0  -0,0010     6,9116   6,9116 
USD/CNH      6,9168  -0,0  -0,0014     6,9182   6,9204 
AUS/USD      0,686  -0,2  -0,0010      0,687   0,6866 
Bitcoin/USD  67.589,56  +1,5  1.027,60    66.561,96 65.635,62 
 
ROHÖL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     101,39  +1,8    1,75      99,64 
Brent/ICE     114,4  +1,6    1,83     112,57 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.542,06  +1,1   49,58    4.492,48 
Silber       71,01  +2,0    1,42      69,59 
Platin     1.916,79  +2,9   53,90    1.862,89 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/uxd

(END) Dow Jones Newswires

March 30, 2026 08:12 ET (12:12 GMT)

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Die Eskalation im Iran-Konflikt hat die Energiepreise mit voller Wucht nach oben getrieben. Was zunächst nach einer kurzfristigen Reaktion aussah, entwickelt sich zunehmend zu einem strukturellen Problem: Die Straße von Hormus ist blockiert, wichtige LNG- und Ölanlagen stehen still oder werden gezielt angegriffen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht – im Gegenteil, die Lage spitzt sich weiter zu.

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