DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Powell: Fed kann Ölschock ignorieren, warnt aber vor Grenzen der Geduld
Die US-Notenbank tendiert nach Ansicht ihres Chairman Jerome Powell dazu, die Zinsen stabil zu halten und den Energieschock durch den Krieg im Iran vorerst zu ignorieren. Powell warnte jedoch, dass die Federal Reserve nicht untätig bleiben könne, falls steigende Preise im Laufe der Zeit die Inflationserwartungen der Öffentlichkeit verändern sollten. Energieengpässe seien in der Vergangenheit meist nur von kurzer Dauer gewesen, und die übliche Reaktion der Zentralbanken bestand darin, sie einfach auszusitzen. Doch nach Jahren erhöhter Inflation könne die Fed dies nicht als selbstverständlich voraussetzen.
Trump stößt neue Drohung gegen iranische Energieanlagen aus
US-Präsident Donald Trump hat erneut mit der Zerstörung iranischer Energieanlagen gedroht. Trump schrieb in den sozialen Medien, wenn nicht in Kürze ein Abkommen geschlossen werde und die Straße von Hormus nicht sofort "fürs Geschäft geöffnet" sei, würden die USA ihren "Aufenthalt" im Iran beenden, indem sie "alle ihre Stromerzeugungsanlagen, Ölquellen und die Insel Kharg (und möglicherweise alle Entsalzungsanlagen!)" in die Luft jagen und vollständig zerstören würden.
Bessent: USA wollen Kontrolle über Straße von Hormus übernehmen
Die USA planen nach Aussage von US-Finanzminister Scott Bessent, letztendlich die Kontrolle über die Straße von Hormus zu übernehmen. Dies solle durch amerikanische oder multinationale Eskorten geschehen. Derzeit beginne der Schiffsverkehr durch die wichtige Wasserstraße langsam wieder anzulaufen. In den vergangenen zwei Tagen seien 30 Schiffe durch die Meerenge gefahren, sagte er. Dies habe einige globale Lieferengpässe gelindert. Dennoch weise der Ölmarkt weiterhin ein tägliches Defizit von 10 bis 12 Millionen Barrel auf.
Rubio sagt nichts zu von Trump angeführtem "neuen" Regime im Iran
US-Außenminister Marco Rubio hat es abgelehnt, genau zu sagen, mit wem die USA im Iran derzeit sprechen. Zuvor hatte Präsident Donald Trump am Morgen in sozialen Medien gepostet, dass Gespräche mit einem "neuen und vernünftigeren" Regime über die Beendigung des Krieges im Iran im Gange seien. "Ich werde Ihnen nicht verraten, wer diese Leute sind, denn das würde sie wahrscheinlich mit einigen anderen Personengruppen innerhalb des Irans in Schwierigkeiten bringen", sagte Rubio in der ABC-Sendung Good Morning America.
Spanien bestätigt Sperrung des Luftraums für US-Flüge im Iran-Krieg
Spaniens Verteidigungsministerin hat bestätigt, dass ihre Regierung den Luftraum für US-Militärflüge im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg gesperrt habe. Dies gelte bereits seit den ersten Tagen des Konflikts. "Vom ersten Moment an wurde der amerikanischen Armee und dem amerikanischen Militär klar vermittelt, dass sie nicht befugt waren, ihre Stützpunkte oder natürlich den spanischen Luftraum für Aktionen im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran zu nutzen", sagte Margarita Robles laut dem staatlichen Sender RTVE.
Selenskyj: Verbündete wollen weniger Angriffe auf russ. Ölanlagen
Die Ukraine hat von einigen ihrer Partner nach Aussage des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Signale erhalten, dass sie ihre Angriffe auf den russischen Öl- und Energiesektor reduzieren solle. Hintergrund ist die sich verschärfende Energiekrise, die durch den Krieg im Nahen Osten verursacht wurde. Selenskyj sagte nicht, welche Länder sich bei ihm gemeldet hatten. Er teilte jedoch mit, dass Kiew zu jeder Form eines Waffenstillstands bereit sei. Zudem habe er das Thema während seines Besuchs in der Region in der vergangenen Woche mit Partnern aus dem Nahen Osten besprochen.
Deutsche HVPI-Inflation steigt im März auf 2,7 Prozent
Der Inflationsdruck in Deutschland hat im März wie erwartet zugenommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent und lag um 2,8 (Februar: 2,0) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen monatlichen Preisanstieg um 1,2 Prozent und eine Jahresteuerungsrate von 2,8 Prozent prognostiziert. Der nationale deutsche Verbraucherpreisindex erhöhte sich auf Monatssicht um 1,1 Prozent und stieg auf Jahressicht um 2,7 (1,9) Prozent. Erwartet worden waren ein monatlicher Preisanstieg um 1,2 Prozent und eine Jahresteuerung von 2,7 Prozent.
Institute erwarten nur noch 0,6% Wachstum für 2026 - Zeitung
Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen mit einem deutlich schwächeren Wirtschaftswachstum als zuvor. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf "Insider" meldet, erwarten die Institute für 2026 nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,6 (bisher: 1,3) Prozent. Die Prognose für 2027 wird demnach auf rund 1 (1,4) Prozent gesenkt. Die "Gemeinschaftsdiagnose" von RWI Essen, DIW Berlin, Ifo München, IWH Halle und dem Kiel-Institut wird am Mittwoch vorgelegt.
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March 30, 2026 13:00 ET (17:00 GMT)
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