TEHERAN (dpa-AFX) - Die Menschenrechtsorganisation HRW hat die Rekrutierung von Kindern durch die iranischen Revolutionsgarden scharf verurteilt. "Die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern im Militär stellen eine schwerwiegende Verletzung der Kinderrechte dar und gelten als Kriegsverbrechen, wenn die Kinder jünger als 15 Jahre sind", hieß es in einer Erklärung der Organisation.
"Im Grunde läuft es darauf hinaus, dass die iranischen Behörden offenbar bereit sind, das Leben von Kindern für etwas zusätzliche Arbeitskraft zu riskieren", sagte Bill Van Esveld, Vizedirektor in der HRW-Abteilung für Kinderrechte, laut der Mitteilung.
Hintergrund sind Aufrufe einer den mächtigen Revolutionsgarden unterstellten Organisation, die in der Hauptstadt Teheran Freiwillige mobilisieren will. Interessierte könnten sich in Moscheen und an Stützpunkten registrieren, sagte Rahim Nadali, stellvertretender Leiter der Kulturabteilung der Revolutionswächter in der Millionenmetropole. Die Kampagne mit dem Titel "Kämpfer zur Verteidigung der Heimat Iran" sei offen für alle ab 12 Jahren.
Zu den Aufgaben der Freiwilligen gehören einem Bericht der Nachrichtenagentur Mehr zufolge die Teilnahme an Aufklärungspatrouillen sowie "operativen Einsätzen". Teilnehmer der Kampagne unterstützen im Krieg gegen die USA und Israel demnach auch im Bereich Logistik sowie bei der Versorgung, etwa in der Küche und der Verteilung von Gütern. In welchem Bereich Kinder tätig sein sollen, blieb unklar./arb/DP/zb
