Nach Wochen der Unsicherheit und Angst über eine nicht endende Eskalationsspirale im Nahen Osten kehrt auf dem Frankfurter Börsenparkett die Hoffnung zurück, dass sich der Krieg langsam seinem potenziellen Ende nähern könnte.
Den Aussagen der israelischen Seite über die Zerstörung von mehr als der Hälfte der militärischen Ziele steht an den Energiemärkten Trumps erneute Kehrtwende, den Krieg auch dann beenden zu wollen, sollte die Straße von Hormus blockiert bleiben, gegenüber. Der DAX hat sich heute für die optimistische Interpretation dieser Aussagen entschieden und weiter Boden gut gemacht. Doch die Stimmung der Anleger pendelt weiter zwischen der Angst, eine Erleichterungsrallye zu verpassen, und den Befürchtungen einer erneuten Eskalation hin und her. Dass der DAX seine Tiefstkurse in dieser Korrektur bereits gesehen hat, ist deshalb alles andere als sicher.
Noch laufen Meldungen über gegenseitige Angriffe über die Ticker und auch die Rohölpreise verweilen über dem Kursniveau von 100 US-Dollar. Sollte es trotz aller Verhandlungsbemühungen um einen Waffenstillstand am Ende doch zu einem Bodentruppeneinsatz der USA im Iran kommen, dürften die Karten an der Börse noch einmal neu gemischt werden und Europa dabei sicherlich keinen Trumpf erhalten.
Die heute veröffentlichten Verbraucherpreise aus der Eurozone lagen mit einem Plus von 2,5 unter den erwarteten 2,6 Prozent. Damit deutet sich auch auf europäischer Ebene zunächst kein massiver Preisschock an. Die Frage bleibt, wann und wie stark sich die gestiegenen Energiepreise in den Teuerungsraten zeigen werden. Am Montag kündigte Europas größter Chemiekonzern BASF bereits an, vereinzelte Preiserhöhungen wegen der gestiegenen Preise für die Grundprodukte und Rohstoffe vornehmen zu müssen. Der Chemiesektor ist im Hinblick auf die Inflationsentwicklungen sehr sensitiv und dadurch ein guter Indikator.
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