DJ IRAN-BLOG/Krieg verteuert Europas Energierechnungen bisher um 16 Mrd USD
Nachrichten, Kommentare, Einschätzungen und Entwicklungen im Nahen Osten:
Iran-Krieg verteuert Europas Energierechnungen um bislang 16 Milliarden Dollar
Der durch den Krieg im Iran verursachte Energieschock hat die Importkosten der Europäischen Union für fossile Brennstoffe bislang um etwa 16 Milliarden US-Dollar erhöht. Dies teilte EU-Energiekommissar Dan Joergensen mit. Seit Beginn des Konflikts sind die Preise in der EU für Erdgas um rund 70 Prozent und für Öl um etwa 60 Prozent gestiegen. Die EU arbeite an einer Reihe von Maßnahmen, mit denen Regierungen Haushalte und Unternehmen vor steigenden Preisen schützen können, sagte Joergensen. Die Kosten könnten noch weiter steigen. "Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass die Folgen dieser Krise für die Energiemärkte von kurzer Dauer sein werden", sagte er. "Denn das werden sie nicht."
Trump: Denke nicht über Öffnung der Straße von Hormus nach
Für US-Präsident Donald Trump ist die Wiedereröffnung der Straße von Hormus derzeit kein Thema. Er konzentriere sich weiterhin darauf, den Iran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. "Um ehrlich zu sein, denke ich nicht darüber nach", sagte Trump in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der New York Post. "Meine einzige Aufgabe war es, sicherzustellen, dass sie keine Atomwaffe haben. Sie werden keine Atomwaffe haben. Wenn wir abziehen, wird sich die Meerenge automatisch öffnen." Trumps äußerte sich auf eine Frage zu einem Bericht des Wall Street Journal. Darin hieß es, der Präsident erwäge, den Krieg mit dem Iran zu beenden, auch wenn die Meerenge weiter geschlossen bleibe. Trump habe entschieden, dass die USA ihre Hauptziele - die Schwächung der iranischen Marine und ihrer Raketenbestände - erreichen und die aktuellen Kämpfe beenden sollten.
Hegseth: Kernziele sind Zerstörung von Raketen, Drohnen und Marine
Ziel des Pentagon ist es nach Aussage von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, die Raketen, Drohnen und die Marine des Iran zu zerstören. Er erwähnte die Öffnung der Straße von Hormus nicht als militärisches Ziel. Dies sei eine Mission für andere Nationen. "Dieses Problem mit der Straße von Hormus... ist nicht nur ein Problem der Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Hegseth. Er wiederholte damit die Forderung von Präsident Trump an andere Länder, die strategische Wasserstraße zu übernehmen, die der Iran blockiert hat. Hegseth sagte, die "Hauptanstrengung" bestehe darin, ein Abkommen mit dem Iran zu erzielen. Er ließ jedoch offen, was dieses Abkommen beinhalten würde.
USA haben B-52-Missionen über dem Iran begonnen
Die USA haben nach Aussage von General Dan Caine, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, damit begonnen, B-52-Bomber über dem Iran zu einzusetzen. Dabei würden sie die US-Luftüberlegenheit über das Land ausnutzen.
Trump: Frankreich blockiert Überflüge von Militärflugzeugen
Frankreich hat nach Aussage von US-Präsident Donald Trump Flugzeuge mit militärischen Hilfsgütern daran gehindert, über sein Territorium in Richtung Israel zu fliegen. "Die USA werden sich daran erinnern", schrieb Trump in einem Social-Media-Beitrag. Der Élysée-Palast reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.
Iran meldet Angriff auf Pier auf Insel in der Straße von Hormus
Iran hat die USA und Israel eines Angriffs auf einen iranischen Pier auf Qeshm beschuldigt. Qeshm ist eine Insel in der Straße von Hormus. Dies berichtete der staatlich verbundene iranische Nachrichtendienst ISNA. Bei dem Angriff auf den Bahman-Pier auf der Ostseite der Insel seien keine Bürger oder Mitarbeiter verletzt worden. Das meldete ISNA unter Berufung auf das Büro des Gouverneurs von Hormozgan. Die strategische Position von Qeshm habe die Insel zu einem potenziellen Ziel für US-Angriffe gemacht, so Militäranalysten. Die Lage der Insel an der Mündung der Meerenge gibt Teheran die Kontrolle über die Schiffsbewegungen durch die wichtige Wasserstraße.
Italien verweigerte US-Bombern Landeerlaubnis für Sizilien
Italien hat US-Bombern auf dem Weg in den Nahen Osten die Erlaubnis verweigert, einen Luftwaffenstützpunkt auf Sizilien zu nutzen. Dies sagte ein italienischer Beamter. Die Bomber befanden sich bereits auf dem Weg zur Naval Air Station Sigonella, als das italienische Militär von ihrer geplanten Ankunft erfuhr. Der Vorfall habe sich vor einigen Tagen ereignet, sagte der Beamte. Das US-Militär muss Italien im Voraus um Genehmigung bitten, um Luftwaffenstützpunkte im Land für Angriffe zu nutzen. Die italienische Regierung muss wiederum die Zustimmung des Parlaments einholen. In diesem Fall sei keine derartige Anfrage gestellt worden, sagte der Beamte.
Trump: "Holt euch euer eigenes Öl"
US-Präsident Donald Trump drängte andere Nationen, eine eigene Operation zu starten, um dem Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus zu entreißen. Er beschuldigte Länder wie Großbritannien, sich der amerikanisch-israelischen Mission gegen die Islamische Republik nicht anzuschließen. "Baut etwas verspäteten Mut auf, geht zur Meerenge und NEHMT SIE einfach. Ihr müsst anfangen zu lernen, wie man für sich selbst kämpft, die USA werden nicht mehr da sein, um euch zu helfen, genau wie ihr nicht für uns da wart", postete Trump in seinem Netzwerk Truth Social. "Der Iran ist im Grunde genommen dezimiert worden. Der schwierige Teil ist erledigt. Holt euch euer eigenes Öl!"
Israel will alle Häuser in libanesischen Grenzdörfern abreißen
Häuser entlang der Grenze des Libanons zu Israel sollen nach Aussage des israelischen Verteidungsministers abgerissen werden. "Alle Häuser in libanesischen Grenzdörfern werden zerstört - nach dem Vorbild von Rafah und Beit Hanoun in Gaza -, um Bedrohungen an der Grenze ein für alle Mal zu beseitigen", sagte Israel Katz. Er bezog sich dabei auf die Zerstörung von Städten im Gazastreifen an der Grenze zu Israel im vergangenen Jahr. Katz fügte hinzu, dass Israel eine sogenannte Pufferzone bis zum Litani-Fluss im Südlibanon aufrechterhalten werde. Zudem werde 600.000 aus dem Gebiet vertriebenen Menschen die Rückkehr in ihre Heimat nicht gestattet, bis die Sicherheit der israelischen Bürger jenseits der Grenze gewährleistet sei.
Kuwaitische Ölfirma macht Iran für Tankerangriff verantwortlich
Der Iran hat nach Angaben von Kuwaits staatlichem Energieunternehmen einen seiner Tanker angegriffen. Die Kuwait Petroleum Corporation teilte mit, es habe einen Brand auf der Al-Salmi gelöscht, einem sogenannten Very Large Crude Carrier, der vor dem Hafen von Dubai vor Anker lag. Die 24-köpfige Besatzung sei unverletzt geblieben sei. Der Angriff habe kein Ölleck verursacht. Zuvor hatten die Behörden in Dubai bestätigt, dass sie auf einen Vorfall mit einer Drohne reagiert hätten. Dieser habe einen kuwaitischen Öltanker betroffen. Die U.K. Maritime Trade Operations teilte ebenfalls mit, sie habe einen Bericht über einen Vorfall etwa 60 Kilometer nordwestlich von Dubai erhalten.
Sprecher: Israels Militär auf wochenlange Kämpfe vorbereitet
Das israelische Militär ist nach Aussage eines Sprechers in der Lage, die Kämpfe im Iran noch wochenlang fortzusetzen. "Wir haben die Ziele dafür, die Munition dafür, das Personal dafür, und es liegt an der Führung, das zu entscheiden", sagte Oberstleutnant Nadav Shoshani. Vertreter Israels sagen, das Land konzentriere sich darauf, so viel wie möglich von der iranischen Militärindustrie zu zerstören, bevor die Kämpfe beendet werden.
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March 31, 2026 13:51 ET (17:51 GMT)
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