DJ Lieferfristen halten Euroraum-Industrie-PMI über 50 Punkten
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Der von S&P Global im verarbeitenden Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) ist im März hauptsächlich von höheren Lieferfristen über der Marke von 50 Punkten gehalten worden, ab der ein Wachstum angezeigt wird. S&P Global meldete in zweiter Veröffentlichung einen Anstieg auf 51,6 (Februar: 50,9) Punkte. In erster Veröffentlichung waren 51,7 Punkte gemeldet worden. "Dass die beiden gewichtigsten Teilindizes Auftragseingang (30 Prozent) und Produktion (25 Prozent) weiter im expansiven Bereich lagen, trug zwar dazu bei, dass der Hauptindex abermals über der 50-er Marke notierte, einen maßgeblichen Anteil daran hatte jedoch auch der inverse Teilindex Lieferzeiten", heißt es in der Mitteilung.
In allen acht erfassten Ländern kam es zu massiven Lieferstörungen, was die entsprechenden Hauptindizes steigen ließ. Die dritte Produktionssteigerung in Folge fiel im März so stark aus wie zuletzt vor sieben Monaten. Unterstützt wurde dies vom Auftragseingang, der - wie bereits im Februar - mit seinem 46-Monatshoch jedoch erneut nur moderate Zuwächse aufwies. Die Exporte blieben gegenüber Februar praktisch unverändert, was jedoch im Vergleich zu den Rückgängen zwischen Juli 2025 und Februar 2026 durchaus eine gewisse Verbesserung darstellte.
Auftragsbestände steigen erstmals seit vier Jahren
Die Auftragsbestände stiegen zum Ende des ersten Quartals 2026, was erstmals seit Mitte 2022 wieder Kapazitätsengpässe signalisierte. Ungeachtet dessen nahm die Beschäftigung mit beschleunigter Rate ab. Die Einkaufsmenge wurde im März erstmals wieder geringfügig ausgeweitet, nachdem sie zuvor seit Juli 2022 durchgängig reduziert worden war. Auf zunehmenden Lieferdruck deutete die stärkste Verlängerung der Lieferzeiten seit über dreieinhalb Jahren hin. Die Bestände an Vormaterialien und Fertigwaren wurden stärker abgebaut als zuletzt.
Der Anstieg der Einkaufspreise beschleunigte sich gegenüber Februar rasant und fiel so stark aus wie zuletzt im Oktober 2022. Folglich wurden auch die Verkaufspreise so kräftig angehoben wie seit über drei Jahren nicht mehr. Aufgrund des Krieges im Nahen Osten sanken die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist zwar auf ein Fünf-Monats-Tief und landeten damit unter ihrem Langzeit-Durchschnittswert, der Ausblick blieb jedoch insgesamt positiv.
Deutschlands Industrie-PMI stieg auf 52,2 (50,9), Frankreichs sank auf 50,0 (50,1) und Italiens erhöhte sich auf 51,3 (50,6) Punkte.
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April 01, 2026 04:22 ET (08:22 GMT)
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