
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Die Anteile von chinesischen E-Fahrzeugherstellern arbeiten an einer Bodenbildung. Einen noch besseren Eindruck als BYD macht jetzt die Aktie von Li Auto.
E-Fahrzeughersteller profitieren vom Iran-Krieg
Zwar gehörten die Anteile von chinesischen E-Fahrzeugherstellern zu den Verlierern des vergangenen Börsenjahres - nach einem starken Auftakt in den ersten Monaten brachen die Anteile von BYD, Xpeng und Co. im Rahmen des Zoll-Crashs ein und konnten sich lange nicht erholen -, doch im Iran-Krieg konnten sie mit relativer Stärke glänzen.
Der Grund hierfür liegt auf der Hand. Die weltweit stark gestiegenen Benzin- und Dieselpreise lassen E-Fahrzeuge gegenüber Automobilen mit Verbrennungsmotor wieder als attraktive Option erscheinen und das in einer Phase, in der die Hersteller nach Sättigungseffekten auf dem chinesischen Heimatmarkt auf internationale Expansion setzen.

BYD schaut wieder gut aus, aber Li Auto sogar noch besser
Bei der BYD-Aktie hat das bereits zu einer Bodenbildung mit Trendwende-Tendenzen geführt. Das Setup für eine nachhaltige Kurserholung ist hier so aussichtsreich wie lange nicht. Doch mit Li Auto verfügen auch die Anteile eines Mitbewerbers über eine attraktive Ausgangslage für mittelfristige Kursgewinne.

Hohe Volatilität liefert Chancen und Risiken zugleich
Die Anteile des Herstellers, der einerseits im Luxus-Segment angesiedelt und auf hohe Margen setzt und andererseits Range-Extender verwendet, um die Reichweite seiner E-Fahrzeuge zu erhöhen, sind für ihre hohe Volatilität bekannt. Die Aktie entwickelte sich in den vergangenen Jahren schwankungsfreudig mit einem Allzeittief bei 12,52 US-Dollar und einem Rekordhoch bei 47,33 US-Dollar.
Auch das vergangene Jahr verlief abwechslungsreich mit einem 52-Wochen-Hoch bei 32,03 US-Dollar und einem erst vor wenigen Wochen markierten Tief bei 15,71 US-Dollar. Wer hier zu spät kauft, muss also hohe Verluste befürchten, während ein gut getimter Einstieg für starke Gewinne sorgen kann.
Bodenbildung gelungen, Aktie jetzt mit Rückenwind
Zwar wurde die zweite Hälfte des vergangenen Jahres von einem dynamischen Abwärtstrend bestimmt, der sich nach dem Death Cross der gleitenden Durchschnitte beschleunigt hatte, doch die Bodenbildung der vergangenen Wochen hat bereits für substanzielle Verbesserungen des Chartbilds gesorgt.
Im Bereich von 16,50 bis 17,50 US-Dollar konnte eine Unterstützungszone etabliert werden. Diese wurde mithilfe bullisher Divergenzen im Relative-Stärke-Index (RSI) sowie im Trendstärkeindikator MACD erreicht, die inzwischen für Rückenwind sorgen.
Geringer Risikopuffer, aber klare Aufwärtschancen
Mit dem Überwinden der 50-Tage-Linie sowie der Abwärtstrendlinie vor einigen Tagen liegen außerdem erste prozyklische Kaufsignale vor, sodass der Weg bis mindestens 20 US-Dollar frei sein dürfte. Unterstützt wird ein Anstieg in diese Richtung von einem MACD, der mit dem Vorzeichenwechsel wieder einen (kurzfristigen) Aufwärtstrend anzeigt und einem RSI, der sich mit über 50 Punkten in Bereich von Stärke vorgeschoben hat.
Eine mittel- bis langfristige Weichenstellung stünde dann an der 200-Tage-Linie bei rund 21,51 US-Dollar an, während Kurse unter dem aktuellen Unterstützungsbereich neue Verkaufsimpulse liefern würden. Solange es dazu nicht kommt, überwiegen angesichts der erheblichen Verbesserungen jedoch die Chancen zur Oberseite.
Fazit: Operatives Geschäft unterbewertet, Einstiegschance!
Mit Blick auf die Bewertung zeigt sich ein heterogenes Bild. Kurzfristig ist die Li-Auto-Aktie deshalb vor allem für technisch orientierte Anlegerinnen und Anleger geeignet, da das KGVe 2026 bei 105,2 liegt. Erst für 2027 ist mit 18,8 ein attraktives Bewertungsniveau prognostiziert. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine Erholung der zuletzt unter Druck stehenden Fahrzeugmargen.
Liquiditätssorgen bestehen jedoch selbst bei einer andauernden Schwächephase keine. Das Unternehmen sitzt auf einem Nettovermögen von fast 12 Milliarden US-Dollar angesichts eines Börsenwertes von knapp 18 Milliarden US-Dollar gibt es das operative Geschäft also eigentlich für gerade mal 6 Milliarden US-Dollar.
Das Management selbst schätzt seine Anteile als unterbewertet ein - und hat in der vergangenen Woche ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 1 Milliarde US-Dollar beschlossen. Das dürfte die Bodenbildung der Aktie zusätzlich unterstützen. Antizyklisch agierende Anlegerinnen und Anleger starten jetzt eine erste Position!
Gastautor: Max Gross

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