
Interview mit Jörg Schäfer, CEO der Global TREE Project AG / Treecycle AG
Holz rückt als Sachwert und strategischer Rohstoff zunehmend in den Fokus. Für die Global TREE Project AG und die Treecycle AG ist das kein kurzfristiger Trend, sondern Ausdruck einer strukturellen Entwicklung: steigender Rohstoffbedarf, wachsende Unsicherheit in den Finanzmärkten und ein zunehmendes Interesse an realen Vermögenswerten mit nachvollziehbarer Substanz.
Im Interview spricht CEO Jörg Schäfer darüber, warum Holz heute relevanter ist denn je, welche Rolle Treecycle in diesem Markt spielen will und weshalb Aufforstung auf degradierten Flächen aus seiner Sicht wirtschaftlich wie strukturell ein zukunftsfähiges Modell sein kann.
Herr Schäfer, warum ist Holz aus Ihrer Sicht heute ein besonders relevanter Rohstoff?
Jörg Schäfer: Holz ist einer der wenigen Rohstoffe, die gleichzeitig wirtschaftlich relevant, physisch greifbar und nachwachsend sind. Es wird im Bau, in der Industrie, in Verpackung, Zellstoff und in vielen weiteren Bereichen gebraucht. Gerade in einer Zeit, in der viele Anleger und Unternehmen wieder stärker auf reale Werte schauen, gewinnt Holz automatisch an Bedeutung.
Für mich ist entscheidend: Holz ist kein abstraktes Thema. Es ist ein realer Rohstoff mit realem Markt, realer Nachfrage und realer Funktion in der Wirtschaft. Wir sehen aktuell zusätzlich, dass geopolitische Entwicklungen diese Bedeutung verstärken: steigende Energiepreise im Kontext der Ölkrise und gleichzeitig eingeschränkte Rohstoffverfügbarkeit etwa durch sanktionierte Holzlieferungen aus Russland.
Welche Rolle spielt Treecycle in diesem Umfeld?
Jörg Schäfer: Wir verstehen Treecycle als ein Real-Asset-Modell mit operativer Grundlage. Im Kern geht es darum, degradierte Flächen wieder produktiv zu machen, dort Holz aufzubauen und daraus eine wirtschaftlich nachvollziehbare Struktur zu entwickeln. Unser Fokus liegt also nicht auf einem Narrativ, sondern auf Fläche, Bestand, Wachstum und Bewirtschaftung.
Das ist für uns der entscheidende Punkt: Wert entsteht nicht aus einer Behauptung, sondern aus realer Substanz und der Fähigkeit, diese über Jahre professionell zu entwickeln.
Viele Anleger suchen derzeit nach greifbaren Sachwerten. Warum passt Holz aus Ihrer Sicht in diese Zeit?
Jörg Schäfer: Weil Holz sehr viele Eigenschaften vereint, die heute wieder stärker gefragt sind. Es ist physisch vorhanden, es wächst, es ist Teil realer Wertschöpfungsketten und es lässt sich nicht beliebig "herbeiargumentieren". In einem Umfeld, in dem viele Menschen skeptischer auf rein finanzielle Konstrukte schauen, werden solche realen Vermögenswerte attraktiver.
Holz hat zudem einen langen Zeithorizont. Das ist nicht für jeden Anleger passend, aber gerade für Investoren mit strategischem Blick ist das ein wichtiger Punkt.
Wir erleben aktuell eine Kombination aus Inflation, Energieunsicherheit und instabilen Lieferketten, ausgelöst unter anderem durch die Ölkrise und geopolitische Spannungen. Und genau in solchen Phasen zeigt sich: Inflation ist nicht das eigentliche Problem, sie ist das Symptom einer knapper werdenden Grundlage an realen Rohstoffen.
Sie sprechen oft von Substanz. Was bedeutet das bei Treecycle konkret?
Jörg Schäfer: Substanz bedeutet für uns: dokumentierte Flächen, aufgebaute Bestände, operative Bewirtschaftung und eine wirtschaftliche Logik, die sich nachvollziehen lässt. Also nicht nur die Frage, was man verspricht, sondern was real vorhanden ist und wie sich dieses Fundament entwickelt.
Gerade in unserem Markt ist das zentral. Wer über Holz oder Aufforstung spricht, muss zeigen können, wo und wie gearbeitet wird. Deshalb spielen für uns Themen wie Flächendokumentation, Bestandsentwicklung und operative Kennzahlen eine wichtige Rolle.
Wir sprechen bei Holz nicht einfach über einen Rohstoff, sondern über eine neue Form von Investment. Holz vereint Wachstum, Substanz und einen klar nachvollziehbaren Produktionsprozess und genau das macht es für langfristig orientierte Investoren interessant, die ihr Kapital nicht nur vermehren, sondern auch absichern wollen.
Gleichzeitig entsteht durch die Verbindung von realen Assets mit digitalen Strukturen perspektivisch eine neue Form der Handelbarkeit und damit ein völlig neuer Zugang zu klassischen Sachwerten.
Wir stehen aus meiner Sicht an einem Punkt, an dem sich eine neue Asset-Klasse entwickelt: real in der Substanz, aber zunehmend flexibel in der Nutzung.
Inwiefern verändern geopolitische Spannungen den Blick auf Holz?
Jörg Schäfer: Sie machen vor allem eines deutlich: reale Rohstoffe und belastbare Lieferketten sind wichtiger, als viele lange gedacht haben. Ich würde das aber nicht negativ lesen. Es zeigt vielmehr, dass Versorgung, Herkunft und Verfügbarkeit wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.
Ein konkretes Beispiel ist der Holzmarkt selbst: Ein großer Teil des Angebots kam lange aus Russland durch Sanktionen ist dieser Zugang heute deutlich eingeschränkt. Gleichzeitig gibt es keine kurzfristig skalierbaren Alternativen.
Für Holz bedeutet das: Wer nachvollziehbar produziert, klar dokumentieren kann, woher ein Rohstoff kommt, und langfristig denkt, wird relevanter.
Wie sollten im Blick behalten, was heute noch selbstverständlich wirkt, wird morgen knapp.
Warum ist Paraguay für Treecycle dabei ein so wichtiger Standort?
Jörg Schäfer: Paraguay bietet für unser Modell mehrere Voraussetzungen, die gut zusammenpassen: Wachstum, verfügbare degradierte Flächen, operative Umsetzbarkeit und eine langfristige Produktionslogik. Dazu kommen stabile klimatische Bedingungen, verlässliche Wasservorkommen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die eine effiziente und skalierbare Umsetzung ermöglichen.
Für uns ist der Standort deshalb ein Teil der Substanz des Modells und daher eine bewusste strategische Entscheidung.
Treecycle setzt auf Eukalyptus-Hybride. Warum?
Jörg Schäfer: Weil wir ein Produktionssystem aufbauen wollen, das Industrieholz in absehbaren Zyklen erzeugen kann. Eukalyptus-Hybride wachsen schnell, sind für den Einsatz auf degradierten Flächen geeignet und ermöglichen einen wirtschaftlich planbaren Aufbau.
Hybride bieten zudem die Möglichkeit, gezielt auf Standortbedingungen einzugehen und Eigenschaften wie Festigkeit oder Holzqualität zu steuern das ist für die industrielle Nutzung ein entscheidender Faktor.
Entscheidend ist dabei: Wir sprechen nicht über Naturwald-Ersatz, sondern über kontrollierte Holzproduktion auf bereits geschädigten Flächen.
Und genau darin liegt auch ein Beitrag zum Urwaldschutz: Indem wir den Rohstoff dort produzieren, wo Flächen heute brachliegen, reduzieren wir den Druck auf bestehende Wälder und schaffen eine wirtschaftliche Alternative zur Rodung.
Das Ziel ist, dort Wert aufzubauen, wo heute oft wenig Produktivität vorhanden ist.
Was unterscheidet Treecycle von anderen Nachhaltigkeits- oder Forstmodellen?
Jörg Schäfer: Wir sehen uns nicht als klassisches Impact-Investing, sondern eher als Conscious Investing mit realwirtschaftlicher Grundlage. Für uns steht nicht das Etikett im Vordergrund, sondern der wirtschaftliche Nutzen in Verbindung mit einer nachvollziehbaren Struktur.
Wir wollen ein Modell aufbauen, das wirtschaftlich trägt und gleichzeitig einen positiven realen Effekt erzeugt, ohne daraus ein reines Kompensations- oder Charity-Narrativ zu machen.
Welche Bedeutung hat Holz aus Ihrer Sicht in den kommenden Jahren?
Jörg Schäfer: Ich glaube, dass Holz als Rohstoff und als Anlageklasse an Relevanz gewinnen wird. Nicht, weil es ein Modethema ist, sondern weil mehrere Entwicklungen zusammenlaufen: Nachfrage nach realen Materialien, Wunsch nach Substanz, stärkeres Bewusstsein für Herkunft und Lieferketten sowie ein grundsätzlich wachsendes Interesse an Sachwerten.
Und im Unterschied zu vielen anderen Sachwerten wie Gold oder Edelsteinen wächst Holz nach, es ist damit eine nachwachsende Ressource.
Hinzu kommt: Energiekrisen, geopolitische Spannungen und eingeschränkte Rohstoffströme verstärken diesen Trend massiv.
Holz ist kein Nebenmarkt mehr, es entwickelt sich zu einem strategischen Faktor.
Und wo sehen Sie Treecycle in diesem Markt?
Jörg Schäfer: Wir wollen ein Unternehmen sein, das zeigt, wie ein Holz- und Aufforstungsmodell mit realer wirtschaftlicher Grundlage aufgebaut werden kann. Also nicht nur als Idee, sondern als dokumentierte, operative Struktur.
Unser Ziel ist es, eines der führenden Real-Asset-Modelle im Bereich Aufforstung und Holzproduktion aufzubauen mit klar dokumentierter Substanz und skalierbarer Struktur.
Ein entscheidender nächster Schritt ist aus unserer Sicht die Verbindung von realen Assets mit digitalen Strukturen wie der Blockchain. Dadurch entsteht perspektivisch eine neue Form von Liquidität und Zugang zu Sachwerten, ohne die physische Substanz zu verlieren. Das könnte die Art und Weise, wie in reale Assets investiert wird, grundlegend verändern.
Wenn Anleger künftig stärker auf Nachvollziehbarkeit, Substanz und langfristige Logik achten, dann ist genau das der Bereich, in dem wir uns positionieren wollen. Wir treten in eine Phase ein, in der reale, physische Werte wieder die Grundlage von Vermögenssicherung werden, und Holz gehört zu den wenigen Assetklassen, die gleichzeitig wachsen, Substanz bieten und wirtschaftlich nutzbar sind.
Wenn Sie es auf einen Satz bringen müssten: Warum sollte man sich gerade jetzt mit Holz-Investments beschäftigen?
Jörg Schäfer: Weil Holz ein realer, wachsender und wirtschaftlich relevanter Rohstoff ist und weil genau solche Werte in der jetzigen Zeit wieder stärker in den Fokus rücken.
Und weil genau in Zeiten von Energiekrisen, Inflation und instabilen Lieferketten die Investments an Bedeutung gewinnen, die auf echten, physischen Werten basieren und Holz gehört zu den wenigen Assetklassen, die genau das bieten.
Enthaltene Werte: DE0009653386
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