DJ Lillys neue Abnehmpille erhält Zulassung in den USA
Von Peter Loftus
DOW JONES--Der Konkurrenzkampf der Abnehmpillen beginnt. Die einmal täglich einzunehmende Pille zur Gewichtsreduktion von Eli Lilly hat die Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA erhalten. Damit ist der Weg frei für einen Zweikampf mit dem Rivalen Novo Nordisk, der seit Anfang dieses Jahres eine Pillenversion seines Mittels Wegovy vertreibt.
Die Markteinführung der Wegovy-Pille war eine der erfolgreichsten in der Geschichte. Nachdem die Food and Drug Administration (FDA) nun auch das Präparat von Lilly zugelassen hat, wird das Unternehmen versuchen, den Konkurrenten zu überholen und seine Dominanz auf dem boomenden, über 70 Milliarden US-Dollar schweren Markt für Abnehm- und Diabetesmedikamente - den sogenannten GLP-1-Präparaten - weiter auszubauen.
"Es wird ein harter Kampf um die Marktführerschaft bei GLP-1-Pillen zwischen Novo und Lilly werden", sagte David Risinger, Analyst bei Leerink Partners.
Lilly hat bereits zuvor einen Kampf auf dem Markt für Abnehmprodukte gewonnen: Während Novo Nordisk mit den wöchentlichen Injektionen von Wegovy und Ozempic Pionierarbeit beim Einsatz von GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion geleistet hat, verkaufen sich die Injektionen Zepbound und Mounjaro von Lilly mittlerweile besser.
Novo Nordisk will jedoch die Fehler vermeiden, die dem Unternehmen in der letzten Runde geschadet haben. Der Konzern wird versuchen, seinen frühen Vorsprung zu behaupten, indem er die Wirksamkeit seiner Pille betont.
Analysten setzen auf Lilly und rechnen damit, dass deren Pille mit dem Namen Foundayo bis zum Jahr 2030 einen weltweiten Umsatz von etwa 21 Milliarden US-Dollar generieren wird. Im Vergleich dazu werden der Wegovy-Pille laut dem pharmazeutischen Marktforschungsunternehmen Evaluate Erlöse von nur 4 Milliarden US-Dollar zugetraut.
Pillen gegen Adipositas sind die neueste Entwicklung im Bereich der Mittel zur Gewichtsreduktion. Die injizierbaren Versionen der Medikamente Wegovy und Zepbound erzielten im vergangenen Jahr einen Umsatz von insgesamt 26 Milliarden Dollar. Doch Millionen von Menschen, für die diese GLP-1-Medikamente infrage kommen, haben bisher davon Abstand genommen. Die Unternehmen setzen darauf, dass es einen großen, bisher unerschlossenen Markt von übergewichtigen Menschen gibt, die eine Pille bevorzugen würden. Manche mögen keine Nadeln. Andere halten ihr Gewicht nicht für problematisch genug, um eine Spritze zu rechtfertigen, würden eine Pille aber vielleicht akzeptieren.
Das in Indianapolis ansässige Unternehmen Lilly überholte den dänischen Hersteller Novo Nordisk mit seinen Spritzen, indem es Studien hervorhob, die zeigten, dass Lillys Medikamente den Menschen halfen, mehr Gewicht zu verlieren. Bei den Pillen ist es jedoch umgekehrt. Novos Wegovy-Pille half den Menschen in einer Studie bei einer Einnahme über 64 Wochen, durchschnittlich etwa 16,6 Prozent ihres Körpergewichts zu verlieren. Bei Lillys Pille betrug die durchschnittliche Gewichtsreduktion nach 72 Wochen 12,4 Prozent.
Lilly geht jedoch nicht davon aus, dass die im Vergleich zur Wegovy-Pille geringeren Gewichtsverluste ein großer Nachteil ist. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass ein Gewichtsverlust im Bereich von 10 bis 15 Prozent überzeugend genug ist, um Kunden zu gewinnen.
Und Lilly sieht darin einen großen Vorteil für sein eigenes Produkt. Das Unternehmen will damit werben, dass seine Pille im Gegensatz zu der von Novo keinerlei Einschränkungen unterliegt. Diese muss morgens auf nüchternen Magen eingenommen werden. Dann muss man halbe Stunde warten, bevor man etwas essen oder trinken darf.
"Es geht vor allem um Einfachheit und Bequemlichkeit", sagte Lilly-Finanzvorstand Lucas Montarce in einem Interview. "Man muss nicht darüber nachdenken, ob man in den letzten 30 Minuten Wasser getrunken oder etwas gegessen hat."
Das Unternehmen ist von der Nachfrage so überzeugt, dass es laut einer Mitteilung einen Vorrat an Pillen im Wert von fast 1,5 Milliarden Dollar angelegt hat.
Sowohl Lilly als auch Novo bieten Selbstzahlern im Rahmen ihrer Vereinbarung mit der US-Regierung die Anfangsdosen ihrer Pillen für 149 US-Dollar pro Monat an. Personen, deren Krankenversicherung die Medikamente abdeckt, zahlen dank der Zuzahlungshilfe der Hersteller möglicherweise nur 25 Dollar pro Monat für Wegovy oder Foundayo. Die wöchentlichen Injektionen hatten ursprünglich Listenpreise von bis zu 1.350 US-Dollar pro Monat.
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