EMDEN/BREMERHAVEN (dpa-AFX) - Die Marine ist auf der Suche nach einem Standort für einen weiteren Militärhafen an der Nordseeküste. Wann dieser Hafen gebaut werden soll und wo genau er entstehen könnte, ist noch unklar.
Die Marine und das Bundesverteidigungsministerium bestätigten auf dpa-Anfrage die Überlegungen, nannten aber keine Details. An der Nordseeküste verfügt die Marine bislang nur in Wilhelmshaven über einen eigenen Hafen.
Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums verwies auf "neue Standort- und Liegenschaftserfordernisse", die sich durch den geplanten Aufwuchs der Streitkräfte ergäben. "In diesem Zusammenhang prüft die Marine mögliche neue maritime Standortoptionen und diverse Häfen auf deren Potential zur zeitgerechten Deckung ihrer Bedarfe." Die Prüfungen und Entscheidungsprozesse dazu seien nicht abgeschlossen, hieß es.
Als Standortkandidaten gelten unter anderem die Häfen in Emden und Bremerhaven, wo bereits jetzt militärische Güter etwa bei Truppentransporten und Verlegeübungen umgeschlagen werden. Mehrere Medien hatten zuletzt bereits über entsprechende Pläne für einen neuen Militärhafen berichtet, darunter die "Nordsee-Zeitung" und das Regionalmagazin "buten un binnen".
Was für Emden und Bremerhaven spricht
Sowohl der Bremer Senat als auch die Staatskanzlei in Hannover sprechen sich auf Anfrage für ihre jeweiligen Häfen als neue Marinestützpunkte aus.
Ein solcher Hafen ließe sich in Bremerhaven schnell realisieren, betonte ein Sprecher der Bremer Regierung. Der neue Marinehafen könnte im Bereich des Fischereihafens gebaut werden. Für das Gebiet lägen schon alle notwendigen Voruntersuchungen, Planungsunterlagen und rechtskräftige Bebauungspläne bereit. Dort soll eigentlich ein "Energy Port" entstehen, also ein Industrie- und Hafengebiet für die Energiewende. Doch die Pläne stocken seit Jahren und würden mit einem neuen Marinehafen wohl in den Hintergrund geraten.
Aus Sicht der Staatskanzlei in Hannover wäre Emden ein geeigneter Marine-Standort. "Niedersachsen ist Bundeswehr-Land Nummer 1, entsprechend hat die niedersächsische Landesregierung großes Interesse an einem starken Standort Emden", teilte eine Sprecherin der Staatskanzlei auf Anfrage mit. Mögliche Flächen für einen Militärhafen gebe es, denn der Emder Hafen verfügt laut der landeseigenen Hafeninfrastrukturgesellschaft NPorts unter allen niedersächsischen Häfen über das größte noch ungenutzte Flächenpotenzial./len/DP/zb
