
Der Umgang mit Besitz und Nutzung verändert sich in der Konsumgesellschaft. Jahrzehntelang galt Eigentum als Statussymbol, nun gewinnt in manchen Bereichen die Nutzung von Produkten gegenüber dem Besitz an Bedeutung.
Hochzeitsmode ist hierbei das klassische Beispiel: Da ein Brautkleid oder ein Smoking meist nur für einen einzigen Tag bestimmt sind, wird das Mieten häufig als kostensparende Alternative zum Kauf in Betracht gezogen.
Vergleichbare Nutzungsformen finden sich auch im Sport- und Freizeitbereich. Wer beispielsweise nur gelegentlich tauchen geht, kann auf Mietausrüstung zurückgreifen, statt in Ausrüstung zu investieren, die möglicherweise nur selten genutzt wird.
Arbeitskleidung mieten
Auch in der Berufswelt zeigt sich diese Entwicklung: Arbeitskleidung mieten wird von Unternehmen zunehmend genutzt. Statt für jeden Mitarbeiter mehrere Sätze teurer Schutzkleidung oder Uniformen anzuschaffen, setzen Betriebe auf spezialisierte Textildienstleister, die Kleidung, Reinigung, Reparaturen und auch die Lieferung übernehmen.
Für die Unternehmen können dadurch hohe Anschaffungskosten reduziert werden - ebenso kann sich der Aufwand für Logistik und Instandhaltung verringern. Zudem stellen viele Anbieter sicher, dass die Kleidung den geltenden Sicherheitsnormen entspricht, was insbesondere im Handwerk oder in der Industrie relevant ist.
Shared Economy
Dieses Konzept ist nicht neu und lässt sich in die aktuelle Bewegung der "Shared Economy" einordnen. Was bei Carsharing-Anbietern oder dem Verleih von E-Scootern bereits zum Stadtbild gehört, überträgt sich unter anderem auch konsequent auf den Kleiderschrank. Im Fokus steht dabei eine flexible Nutzung: Man nutzt eine Ressource genau dann, wenn man sie braucht, und gibt sie danach wieder in den Kreislauf zurück. Dieser Ansatz reduziert die Notwendigkeit für privaten Stauraum und ermöglicht den Zugang zu unterschiedlichen Modellen und Marken.
Ökonomische und ökologische Bilanz
Das Mietmodell bringt verschiedene Vorteile, jedoch auch spezifische Herausforderungen mit sich.
Die Kosten lassen sich in vielen Fällen besser kalkulieren. Statt einer hohen Anschaffungsgebühr mit anschließender Wartung zahlt man kalkulierbare Leihgebühren an. Besonders bei hochwertiger Designermode oder Spezialausrüstung, kann dieses Vorgehen die Liquidität entlasten.
Die Reinigung der Kleidung ist meistens Bestandteil des Services. Dies kann Zeit sowie Aufwand reduzieren und kann besonders bei Berufen, bei denen Kleidung starken Strapazen und Verschmutzungen ausgesetzt ist, eine Entlastung darstellen. Je nach Verfahren kann auch bei empfindlichen Stoffen eine angepasste Reinigung erfolgen.
Ähnlich wie beim Leasing können regelmäßig aktualisierte Modelle genutzt werden. Je nach Anbieter kann man verschiedene Marken auswählen und sich auf diese Weise ein passendes Modell auswählen.
Herausforderungen und Nachteile liegen unter anderem in der ökologischen Bewertung. Zwar kann das mehrfache Tragen eines Kleidungsstücks durch verschiedene Personen den Bedarf an Neuproduktion reduzieren, doch der ständige Versand und die Logistikwege verursachen CO2-Emissionen. Ein weiterer Punkt ist die industrielle Reinigung: Während professionelle Anbieter oft effizienter waschen als private Haushalte, ist der chemische Einsatz dennoch vorhanden. Für eine positive Bilanz sind Maßnahmen zum Energie sparen erforderlich, indem sie moderne Kreislaufwassersysteme nutzen und die Trocknungsprozesse optimieren. Darüber hinaus kann es zu unterschiedlichem Nutzungsverhalten kommen.
Insgesamt kann das Mieten von Kleidung - je nach Einsatzbereich - eine sinnvolle Option sein. Sei es als Start-up oder als etabliertes Unternehmen, das Wert auf standardisierte Prozesse und flexible Lösungen legt.
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