DJ JPMorgan-Chef Dimon warnt vor Inflation und Flucht in Cash
Von George Glover
DOW JONES--Die andauernden Kriege in der Ukraine und im Iran könnten nach Aussage von Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, die Inflation ankurbeln und in diesem Jahr einen Ausverkauf am Aktienmarkt auslösen. "Der Stinkstiefel auf der Party - und das könnte 2026 passieren - wäre eine Inflation, die langsam steigt, statt langsam zu sinken", schrieb Dimon in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre. "Dies allein könnte dazu führen, dass die Zinsen steigen und die Kurse von Vermögenswerten fallen."
"Zinsen wirken auf fast alle Vermögenspreise wie die Schwerkraft", fügte Dimon hinzu. "Und fallende Kurse können an einem gewissen Punkt die Stimmung schlagartig drehen und eine Flucht in Cash auslösen."
Dimons Brief erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem der Iran-Krieg die Schifffahrt durch die Straße von Hormus unterbrochen und die Ölpreise nach oben getrieben hat. Anleger befürchten, dass dies die Inflation weiter anheizt - was die Argumente für die Zentralbanken stärkt, die Zinsen anzuheben oder zumindest auf hohem Niveau zu belassen.
Dimon nannte zudem die hohen globalen Staatsdefizite und Schulden sowie anhaltende Sorgen um Private Credit als weitere große Risiken für den Markt. "Einige der größeren Risiken gleichen tektonischen Platten: Sie sind ständig in Bewegung und verursachen periodisch Erdbeben und Vulkanausbrüche, wenn sie aufeinanderprallen", schrieb er.
Doch der JPMorgan-Chef verbreitete nicht nur Pessimismus. Dimon nannte das zentrale Steuer- und Ausgabengesetz der Trump-Regierung, die monatlichen Käufe von Schatzanweisungen durch die Fed, Deregulierung sowie den Boom bei den Investitionen in künstliche Intelligenz als vier "Rückenwinde", die die Preise von Vermögenswerten stützen könnten.
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April 06, 2026 09:14 ET (13:14 GMT)
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