DJ Euroraum-PMI bleibt im März knapp im Wachstumsbereich
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Das Wachstum der Euroraum-Wirtschaft hat sich im März deutlich abgeschwächt. Der von S&P Global erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Produktion im verarbeitenden und nicht -verarbeitenden Gewerbe sank in zweiter Veröffentlichung auf 50,7 (Februar: 51,9) Punkte. Das ist der tiefste Stand seit neun Monaten, deutete aber immer noch auf Wirtschaftswachstum hin, das bis zu einem Stand von 50 Punkten angezeigt wird. In erster Veröffentlichung waren 50,5 Punkte gemeldet worden. Der Service-PMI ging auf 50,2 (51,9) Punkte zurück, in erster Veröffentlichung waren es 50,1 Punkte gewesen.
Dienstleistungssektor bremst
Bremsfaktor war der Servicesektor, wo das Wachstum im März nahezu zum Erliegen kam. Die Industrieproduktion wurde hingegen erneut solide gesteigert. Auf Länderebene zeigte sich ein gemischtes Bild. Spanien war mit einem beschleunigten Aufschwung Spitzenreiter, dicht gefolgt von Irland, wo die Wachstumsrate allerdings auf ein Sechsmonatstief sank. Deutschland blieb auf Wachstumskurs, wenngleich die Wirtschaftsleistung hier nicht mehr ganz so stark zulegte wie in den beiden Vormonaten. In Frankreich und Italien schrumpfte die Wirtschaft.
Nachdem die Nachfrage seit vergangenem Sommer durchgängig gestiegen war, wiesen die Gesamt-Auftragseingänge im März erstmals wieder ein Minus auf. Ausschlaggebend hierfür war das rückläufige Neugeschäft bei den Serviceanbietern. Die Exporte (inklusive des Intra-Eurozone-Handels) sanken ein weiteres Mal nur leicht. Im verarbeitenden Gewerbe stabilisierten sich die Auslandsbestellungen nahezu, im Servicesektor schlug hingegen das höchste Exportorderminus seit sechs Monaten zu Buche.
Stellenabbau in der Industrie setzt sich fort
Nachdem die Beschäftigung in den beiden Vormonaten weitgehend konstant geblieben war, sank sie im März zwar nur leicht, die Rate war jedoch die höchste seit 13 Monaten. Zurückzuführen war dies in erster Linie auf den beschleunigten Stellenabbau im verarbeitenden Gewerbe. Zum verstärkten Jobabbau kam hinzu, dass der Optimismus hinsichtlich der Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist erstmals seit Dezember wieder nachließ und auf den tiefsten Wert seit knapp einem Jahr sank. Die Unternehmen beider Sektoren blickten diesmal weniger zuversichtlich auf die kommenden zwölf Monate.
Erzeugerpreise steigen stark
Besonders auffällig war im März die Entwicklung der Preisindizes. So beschleunigte sich der Anstieg der Einkaufspreise rasant und fiel so stark aus wie seit etwas über drei Jahren nicht mehr. Im verarbeitenden Gewerbe schnellte der Kostenindex im Vormonatsvergleich sogar um knapp elf Punkte nach oben - ein neuer Rekordanstieg. Und auch bei den Serviceanbietern legten die Kosten drastisch zu. Die Verkaufs- bzw. Angebotspreise für Güter und Dienstleistungen wurden zwar nur etwas stärker angehoben als zuletzt, insgesamt war die Erhöhung jedoch die stärkste seit Februar 2024.
Deutschlands Sammel-PMI fiel auf 51,9 (53,2) Punkte, Frankreichs auf 48,8 (49,9) und Italiens auf 49,2 (52,1) Punkte. Spaniens PMI stieg dagegen auf 52,4 (51,5) Punkte.
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April 07, 2026 04:24 ET (08:24 GMT)
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