Wien (www.anleihencheck.de) - Die HVPI-Inflation im Euroraum stieg im März auf 2,5% im Jahresvergleich, während die Kerninflation bei 2,3% p.a. lag, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).Beide Werte seien damit leicht unter den Erwartungen ausgefallen. Dennoch habe der Anstieg der Energiepreise die Gesamtinflation deutlich von 1,9% p.a. im Februar nach oben getrieben. Die Energiepreise seien im Monatsvergleich um 6,8% gestiegen, vor allem getrieben durch Kraftstoffe (+15% p.m.), was mit dem fast 40%-igen Anstieg des Brent-Preises im Monatsverlauf übereinstimme. Dagegen seien die Haushaltsenergiepreise (Strom und Gas) bislang nur um etwa 0,8% p.m. angestiegen, was einen vergleichsweise gedämpften Anstieg darstelle - ein Hinweis darauf, dass regulierte Tarife und Preisfriktionen die Weitergabe an Endverbraucher verzögerten. Die Nahrungsmittelinflation scheine sich bei 2,5% p.a. stabilisiert zu haben; die jüngsten Anstiege bei Kraftstoff- und Düngemittelkosten dürften sich nur schrittweise auf die Verbraucherpreise durchschlagen. Die Dienstleistungsinflation sei auf 3,2% p.a. zurückgegangen (in etwa das Jännerniveau), obwohl Italien wegen der Olympischen Winterspiele temporär einen Auftrieb verzeichnet habe. Die größte negative Überraschung habe es bei den nicht-energiebezogenen Industriegütern gegeben: Die Güterinflation sei von 0,7% p.a. im Februar auf 0,5% p.a. gefallen. Die stärksten Rückgänge seien in Frankreich, Spanien und Italien beobachtet worden; die statistischen Ämter hätten allerdings keine näheren Angaben zu den Treibern gemacht, sodass die Persistenz dieser Entwicklung unklar bleibe. Mit Blick nach vorne würden die Analysten im April mit einem weiteren Schritt nach oben bei der Gesamtinflation rechnen; der HVPI dürfte voraussichtlich über die 3%-Marke steigen. Die Kraftstoffpreise sollten aus der statistischen Perspektive erneut deutlich ansteigen (etwa um 10%), und die Analysten würden zudem einen sichtbareren Anstieg der Haushaltsenergiepreise erwarten. Wichtig sei: Die Analysten würden nicht davon ausgehen, dass die Kerninflation unmittelbar allein durch höhere Energiepreise deutlich anziehe; vielmehr sähen sie eine verzögerte Durchschlagswirkung, mit einem substanzielleren Effekt eher im Mai oder Juni. Die Veröffentlichung des Eurozonen-Sentix für April in der nächsten Woche werde Einblicke in die Stimmung unter Finanzmarktteilnehmern geben. Die Analysten würden einen weiteren Rückgang von -3,1 auf -6,4 Punkte prognostizieren. ...Den vollständigen Artikel lesen ...
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