DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Geringe Fortschritte bei indirekten Gesprächen USA-Iran - Kreise
Die USA und regionale Vermittler haben am Dienstag ihre Bemühungen um einen potenziellen 45-tägigen Waffenstillstand fortgesetzt, der zu einem dauerhaften Ende des Krieges mit dem Iran führen könnte. Doch nach Aussage von mit der Angelegenheit vertrauten Offiziellen wurden dabei nur geringe Fortschritte erzielt. Die iranischen Vermittler weigern sich weiterhin, eine vorübergehende Kampfpause im Austausch für die Öffnung der Straße von Hormus oder den Verzicht auf die Bestände an hochangereichertem Uran des Landes zu akzeptieren, so die Beamten.
Wunsch offen für EZB-Zinserhöhung im April
Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Pierre Wunsch gezwungen sein, ihren Leitzins mehrfach anzuheben, sollte die durch den Nahost-Konflikt ausgelöste Energiekrise länger anhalten. Ein erster Schritt sei bereits Ende dieses Monats möglich, sagte Belgiens Notenbankchef Pierre Wunsch im What's News-Podcast des Wall Street Journal. "Ich sage es mal so: Wenn das bis Juni nicht erledigt ist, werden wir die Zinsen anheben müssen. Aber ich möchte eine Erhöhung im April nicht ausschließen", sagte Wunsch.
Euroraum-PMI bleibt im März knapp im Wachstumsbereich
Das Wachstum der Euroraum-Wirtschaft hat sich im März deutlich abgeschwächt. Der von S&P Global erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Produktion im verarbeitenden und nicht -verarbeitenden Gewerbe sank in zweiter Veröffentlichung auf 50,7 (Februar: 51,9) Punkte. Das ist der tiefste Stand seit neun Monaten, deutete aber immer noch auf Wirtschaftswachstum hin, das bis zu einem Stand von 50 Punkten angezeigt wird. In erster Veröffentlichung waren 50,5 Punkte gemeldet worden. Der Service-PMI ging auf 50,2 (51,9) Punkte zurück, in erster Veröffentlichung waren es 50,1 Punkte gewesen.
S&P Global: Deutsche Dienstleister verlieren im März an Schwung
DOW JONES--Die Geschäftsaktivität im deutschen Servicesektor hat im März weniger stark als zuvor zugenommen. Der von S&P Global für den Sektor ermittelte Einkaufsmanagerindex schwächte sich ab auf 50,9 von 53,5 Punkten, wie aus den finalen Daten für den Monat hervorgeht. Vorläufig war für März ein Wert von 51,2 ermittelt worden. Insgesamt hat sich das Wachstum in Deutschlands Wirtschaft im März verlangsamt. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel auf 51,9 von 53,2 Punkten im Vormonat. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung.
Pkw-Absatz in Deutschland steigt im März um 16 Prozent
Der deutsche Automarkt hat im März einen deutlichen Anstieg verbucht. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte, stiegen die Pkw-Neuzulassungen um 16 Prozent auf 294.161 Einheiten. Für das gesamte erste Quartal stand ein Anstieg um 5,2 Prozent auf 699.404 Pkw zu Buche. Getragen wurde der Anstieg im März von Elektro-Pkw (BEV), deren Neuzulassungen um zwei Drittel im Vergleich zum Vorjahr auf 70.663 Einheiten zulegten. Die Neuzulassungen von Benzinern und Dieselfahrzeugen sanken.
Sentix-Konjunkturindex Deutschland sinkt weiter
Die Konjunkturstimmung in Deutschland hat sich nach dem kriegsbedingten Einbruch im März im April weiter eingetrübt. Der von dem Beratungsinstitut Sentix erhobene Konjunkturindex sinkt auf minus 27,7 (März: minus 12,1) Punkte. Der Index der Lagebeurteilung geht auf minus 38,0 (minus 25,0) Punkte zurück - der erste Rückgang seit Dezember 2025. Der Index der Erwartung fällt auf minus 16,8 (plus 1,8) Punkte, den niedrigsten Wert seit September 2024. "Sowohl der Ifo als auch der ZEW haben die März-Indikation vom 'first mover' bereits nachvollzogen. Weitere Rücksetzer sind gemäß der neuesten Sentix-Vorgabe im April wahrscheinlich. Damit dürfte der Weg für die übrigen Frühindikatoren klar vorgezeichnet sein", kommentiert Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy die Zahlen.
Israel meldet Schlag gegen dritte petrochemische Anlage im Iran
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen eine dritte petrochemische Anlage im Iran angegriffen. Der Schlag erfolgte am Montag in der südiranischen Stadt Schiras, wie das Militär mitteilte, ohne die Anlage beim Namen zu nennen. Es beschrieb sie als einen der letzten verbliebenen Komplexe des Irans zur Herstellung chemischer Komponenten, die für die Produktion von Explosivstoffen in Raketen benötigt werden, darunter Salpetersäure. Israel hatte zuvor erklärt, am Montag die größte petrochemische Anlage des Irans in Asaluyeh angegriffen zu haben, und in der vergangenen Woche gemeldet, eine weitere große petrochemische Anlage in Mahshahr getroffen zu haben.
Ökonomin Weber: Inflation in Deutschland könnte auf 4% bis 5% steigen
Deutschland steht nach Aussage der Ökonomin Isabella Weber wegen des Iran-Kriegs vor tiefgreifenden ökonomischen Einschnitten. "Wir können schnell bei 4 bis 5 Prozent Inflation landen, es kann also noch deutlich schmerzhafter werden", sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin, die an der University of Massachusetts Amherst lehrt, dem Spiegel. "Bestimmte Preise wie die für Plastik und seine Grundstoffe sind bereits hochgegangen, und mit dem Rest wird es jetzt schnell gehen. Der Preisschock wird sich durch die gesamte Wirtschaft bewegen. Und die Preise steigen jetzt viel schneller, als sie dann später wieder sinken", sagte sie.
China/Währungsreserven März 3,342 Bill USD (Feb: 3,428 Bill USD)
China/Währungsreserven März sanken um 85,68 Mrd USD zum Vormonat
GB/Einkaufsmanagerindex Service März 50,5 - S&P Global
GB/Einkaufsmanagerindex Service Feb war 53,9 - S&P Global
Schweiz/SNB: Währungsreserven März 721,218 Mrd CHF
Schweiz/SNB: Währungsreserven betrugen im Feb 710,105 Mrd CHF
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April 07, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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