Die Gerüchte und Spekulationen sind da, nur allein die Fakten fehlen. Das heute Nacht um 2 Uhr unserer Zeit endende Ultimatum an den Iran wegen einer Öffnung der Straße von Hormus bleibt das marktbeherrschende Thema am Aktienmarkt. Die Wortwahl von US-Präsident Trump lässt eigentlich keinen Zweifel daran, dass es nach Auslaufen des Ultimatums zu einem heftigen militärischen Schlag gegen den Iran kommen wird.
Die Tonalität hat sich zuletzt wieder deutlich verschärft. Dies verstärkt die Sorgen der Anleger vor einer weiteren Eskalation, am Ende auch durch den Einsatz von US-Bodentruppen im Iran. Dieser positioniert sich weiter mit Gegenforderungen und einem zunehmenden globalen wirtschaftlichen Druck, durch die Störungen der Liefer- und Versorgungsketten. Zudem meldet Teheran den Abbruch aller Gesprächskanäle.
Noch am Vormittag hatten Gerüchte um eine erneute Verlängerung des Ultimatums, den Verhandlungsbemühungen von fünf befreundeten Staaten und acht beteiligten Geheimdiensten die Stimmung auf dem Börsenparkett etwas aufgehellt und den DAX deutlich ins Plus geschoben.
Die heute veröffentlichten, europäischen Einkaufsmanagerindizes spiegeln die Unsicherheit und die gestiegenen Energiepreise wider. So lagen die meisten erhobenen Daten leicht unter dem Erwartungshorizont. Der Einkaufsmanagerindex für Italien ist sogar unter die Marke von 50 gerutscht. Die makroökonomischen Daten spielen derzeit jedoch eher die zweite Geige und werden nur als Randnotizen wahrgenommen. Zu stark sind die Auswirkungen der Wendungen und Regungen rund um den Iran-Krieg.
Ob es zu weiteren Kursrückgängen an den Aktienmärkten kommen wird, hängt vom Verlauf bis zum und vor allem nach dem Ultimatum ab. Auch die Wall Street befindet sich heute im Rückwärtsgang, sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq-Index liegen in der Verlustzone.
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