PARIS (dpa-AFX) - Mitten im Iran-Krieg ist ein jahrelang in Teheran festgehaltenes französisches Lehrerpaar freigekommen. "Cécile Kohler und Jacques Paris sind frei und auf dem Weg nach Frankreich, nachdem sie dreieinhalb Jahre lang im Iran inhaftiert waren", teilte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit. Er dankte den Behörden des Oman für ihre Vermittlungsbemühungen. Der Fall hatte die Beziehungen zwischen Paris und Teheran schwer belastet. Frankreich hatte der iranischen Regierung vorgeworfen, die Franzosen als "Staatsgeiseln" zu halten.
Das französische Paar war 2022 im Iran festgenommen und im Oktober 2025 wegen angeblicher Spionage für Israels Geheimdienst zu 17 und 20 Jahren Haft verurteilt worden. Anfang November wurden die beiden aus der Haft entlassen. Paris hatte zuvor eine Iranerin auf freien Fuß gesetzt, die in Frankreich wegen Terrorverherrlichung in Untersuchungshaft saß und auf ihren Prozess wartete. Das Lehrerpaar durfte noch nicht ausreisen, sondern hielt sich zuletzt in der französischen Botschaft in Teheran auf.
Krieg verhindert Austausch zwischen Paris und Teheran
Angestrebt war ein Austausch des französischen Lehrerpaars mit der Iranerin. Dazu kam es nicht mehr, weil der Iran-Krieg begann. Kohler (41) und Paris (72) waren in Teheran unter unwürdigen Bedingungen im berüchtigten Ewin-Gefängnis inhaftiert und erlebten dort während des Zwölf-Tage-Kriegs im vergangenen Sommer israelische Angriffe auf die Haftanstalt.
Menschenrechtler und Aktivisten werfen der iranischen Führung seit Jahren eine sogenannte "Geiseldiplomatie" vor - die Festnahme westlicher Staatsbürger, um etwa iranische Funktionäre im Ausland freizupressen. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück und begründet die Festnahmen meist mit Spionageverdacht./evs/DP/men
