DJ MÄRKTE EUROPA/Hausse dank Waffenruhe im Iran-Krieg
DOW JONES--Mit einer Erleichterungsrally reagieren Europas Börsen am Mittwoch auf die zweiwöchige Waffenruhe im US-Angriffskrieg gegen den Iran. Der DAX springt 4,5 Prozent auf 23.956 Punkte. Damit macht er in einem Schub einen Großteil seines Verlusts von rund 9 Prozent seit Beginn des Krieges wett. Der Euro-Stoxx-50 rückt um 4,2 Prozent vor.
"Der Last-Minute-Deal gibt den Taco-Tradern wieder einmal Recht. Der Waffenstillstand kauft Zeit, um ein Abkommen für einen dauerhaften Frieden zu finden", kommentierte Jochen Stanzl von der Consorsbank. Eine dauerhafte Beilegung des Iran-Kriegs sei zwar noch fern, "den Börsen reicht es vorerst, wenn die Lage in diplomatisches Fahrwasser zurückkehrt und sich nicht weiter zu jener Eskalationsspirale verdichtet, die zuletzt immer schneller Fahrt aufgenommen hatte".
Die Rohölpreise sacken kräftig ab. Der Preis für ein Barrel Brentöl verbilligt sich um 13,4 Prozent auf 94,62 Dollar. Die Anleiherenditen fallen deutlich, denn die mit dem Ölpreisanstieg verbundenen Inflationssorgen lassen nun wieder nach und damit auch die Befürchtungen steigender Leitzinsen zur Eindämmung der Inflation.
Allerdings haben die Notenbanken in Indien und Neuseeland ihre Zinsen unverändert gelassen - Begründung ist Inflationsgefahr. Im Blick steht daher am Abend das Protokoll der US-Notenbank. Am Freitag stehen dann die wichtigen US-Verbraucherpreise an.
Nutznießer sinkender Ölpreise Hauptgewinner
Die "üblichen Verdächtigen" sehen Händler bei den Kursbewegungen der Branchen. An der Spitze liegen dank der Entspannung in Nahost vor allem die treibstoff- und dann die konjunkturabhängigen Werte. So geht es bei Airlines und Reiseveranstalteren wie IAG und Lufthansa sowie Tui um die 9 Prozent nach oben.
Bei den Autoherstellern und ihren Zulieferern legen Forvia und Valeo um die 8 Prozent, Stellantis 7 Prozent zu. VW und Volvo klettern um die 5 Prozent. Konjunkturwerte wie Siemens, Kion, Saint-Gobain und Heidelberg Materials gewinnen über 7 Prozent. Bei den Banken liegen französische Institute wie BNP und SocGen mit um die 8 Prozent Plus vorn. Verlierer sind wie erwartet die Ölwerte wie Eni, BP mit Verlusten von rund 6 Prozent. Shell fallen sogar 9 Prozent, da der Zwischenbericht des Konzerns hat.
Kräftige Verlust von bis über 10 Prozent gibt es auch bei Yara und K+S. Hier hatte man wegen der Nahost-Spannung auf einen weiteren Anstieg der Düngerpreise gesetzt.
Redcare Pharmacy (Shop Apotheke) steigen um 13 Prozent. Der Markt honoriert damit die Profitabilitätsziele bei gleichzeitig hohem Umsatzwachstum. Im Teilsegment der Verschreibungspflichtigen Medikamente legte der Umsatz um 35 Prozent zu. Gleichzeitig wurde der Jahresausblick bestätigt, was eine angepeilte Gewinnmarge von 2 bis 2,5 Prozent vorsieht. "Profitabilität ist bei Investoren momentan wichtiger als Umsatz", sagte ein Händler.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.871,90 +4,2 238,68 5.633,22 1,4 Stoxx-50 5.074,84 +3,4 168,51 4.906,33 3,2 DAX 23.956,04 +4,5 1034,45 22.921,59 -2,2 MDAX 30.231,77 +5,2 1498,31 27.039,42 -1,3 TecDAX 3.581,72 +4,6 156,02 3.091,28 -1,1 SDAX 17.206,48 +4,1 672,75 13.062,07 0,2 CAC 8.211,16 +3,8 302,42 7.908,74 0,8 SMI 13.168,67 +3,0 378,32 12.790,35 -0,7 ATX 5.632,53 +3,5 189,18 5.443,35 5,7 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:07 Uhr EUR/USD 1,1683 +0,8 0,0089 1,1594 1,1569 EUR/JPY 185,03 +0,0 0,0100 185,02 185,0900 EUR/CHF 0,9208 -0,4 -0,0040 0,9248 0,9261 EUR/GBP 0,8703 -0,2 -0,0015 0,8718 0,8735 USD/JPY 158,36 -0,8 -1,2500 159,61 159,9700 GBP/USD 1,342 +1,0 0,0130 1,329 1,3241 USD/CNY 6,8267 -0,4 -0,0300 6,8567 6,8567 USD/CNH 6,8264 -0,4 -0,0282 6,8546 6,8654 AUS/USD 0,7048 +1,1 0,0073 0,6975 0,6929 Bitcoin/USD 71.731,55 +3,5 2.430,30 69.301,25 67.758,58 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 96,46 -14,6 -16,49 112,95 Brent/ICE 94,62 -13,4 -14,65 109,27 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.806,14 +2,2 103,64 4.702,50 Silber 76,75 +5,2 3,82 72,93 Platin 2.035,17 +4,0 77,62 1.957,55 ===
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