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MÄRKTE USA/Wall Street feiert Waffenruhe - Ölpreise stürzen ab

DJ MÄRKTE USA/Wall Street feiert Waffenruhe - Ölpreise stürzen ab

DOW JONES--Die Einigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg löst an der Wall Street am Mittwoch eine Erleichterungsrally aus. Befeuert wird diese durch den Einbruch der Ölpreise, denn Teil der zwischen den USA und dem Iran vereinbarten Waffenruhe ist die Wiedereröffnung der Seestraße von Hormus. US-Präsident Donald Trump hat zugestimmt, die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen auszusetzen, unter der Bedingung der "sofortigen" Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Über diese wird rund ein Fünftel des weltweiten Öls und Gases transportiert.

"Es gibt genügend Anzeichen dafür, dass der Wille zu einer Einigung vorhanden ist, und dieser Optimismus trägt dazu bei, diese Börsenkorrektur zu beenden. Auch wenn noch Unsicherheit darüber besteht, wie dauerhaft dieser Waffenstillstand ist, können die Aktienkurse weiter steigen, auch wenn noch nicht alle Details geklärt sind", erläutert Marktstratege Robert Edwards von Edwards Asset Management. Der Dow-Jones-Index gewinnt gegen Mittag US-Ostküstenzeit 2,6 Prozent auf 47.789 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite rücken um 2,4 bzw. 2,9 Prozent vor.

Erdöl wird deutlich billiger, gleichwohl liegen die Preise noch immer rund ein Drittel über Vorkriegsniveau. Ein Barrel der Sorte Brent verbilligt sich um 13,7 Prozent auf 94,33 Dollar. Einige Marktteilnehmer halten den Preissturz bei Erdöl für übertrieben. Denn Stunden, nachdem der Waffenstillstand zwischen Washington und Teheran in Kraft getreten ist, setzt Iran den Beschuss arabischer Länder im Persischen Golf mit Raketen und Drohnen fort. Entsprechende Meldungen erreichen den Markt aus verschiedenen Anrainerstaaten. Der vereinbarte zweiwöchige Waffenstillstand habe die Panikprämie aus dem Ölpreis entfernt, nicht aber die volle Risikoprämie, urteilt Analyst Janiv Shah von Rystad Energy.

Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus werde langsam und komplex sein, und die Anspannung auf dem physischen Markt werde sich wahrscheinlich nicht so bald auflösen, sagt er. Trotz Vorbehalten zum Preissturz senkt Rystad seine Prognose für den durchschnittlichen Brent-Preis 2026 von 97 auf 87 US-Dollar pro Barrel. Die gestiegenen Rohöllagerbestände in den USA spielen bei der Preisfindung aufgrund der Dominanz der Geopolitik keine Rolle.

Die Anleiherenditen fallen deutlich, denn die mit dem Ölpreisanstieg verbundenen Inflationssorgen gehen nun wieder zurück und damit auch die Befürchtungen steigender Leitzinsen zur Eindämmung der Inflation. Im Blick steht daher am Abend das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank. Die Fed dürfte die Zinsen in diesem Jahr zweimal senken, obwohl eine hartnäckige Inflation die Aussichten trüben könnte, mutmaßt Analyst Robert Tipp von PGIM. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sinkt um 7 Basispunkte auf 4,28 Prozent.

Der Dollar steht unter Abgabedruck, der Dollar-Index fällt um 1,0 Prozent. Mit der Entspannung im Nahen Osten reduziere sich die Nachfrage nach dem "sicheren Hafen" Dollar, heißt es. Zudem würde Zinserhöhungen ausgepreist. Der Goldpreis steigt mit den Entwicklungen um den Iran-Krieg auf den höchsten Stand seit rund drei Wochen. Für die Feinunze geht es 1,0 Prozent auf 4.747 Dollar nach oben. Die Sorgen vor einer durch steigende Energiepreise angeheizten Inflation nähmen ab, damit schwänden auch Zinserhöhungsspekulationen, heißt es. Zudem stützt der schwache Greenback.

Unter den Einzelwerten gehören die Aktien von Fluggesellschaften zu den Hauptgewinnern. Die Papiere von United Airlines, American Airlines und Delta Air Lines gewinnen bis zu 9,5 Prozent. Auch Kreuzfahrtaktien profitieren von der Aussicht auf ein mögliches Kriegsende im Nahen Osten. Norwegian Cruise Line und Carnival klettern um bis zu 10,5 Prozent. Dagegen stehen die Ölwerte mit den stark fallenden Preisen am Ölmarkt unter Abgabedruck. Hier geht es für Occidental Petroleum, Exxon und Chevron um bis zu 9,5 Prozent abwärts.

Die Aktien von Chip-Herstellern sind ebenfalls gesucht. Mit der getroffenen Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran reduziere sich die Gefahr von Unterbrechungen der Chip-Lieferkette, heißt es. Zudem profitieren die kapitalintensiven Unternehmen von der Aussicht auf niedrigere Zinsen. Für die Aktien von Nvidia geht es um 2 Prozent aufwärts, Micron Technology und Sandisk gewinnen 8 bzw. 10,7 Prozent.

Levi Strauss legen um 12,5 Prozent zu. Der Jeans-Hersteller verzeichnete im ersten Quartal das stärkste Wachstum seit fast vier Jahren. Die Kunden ließen sich von höheren Preisen, die auf die im vergangenen Jahr von Präsident Trump eingeführten Handelszölle zurückzuführen sind, nicht abschrecken, urteilen die Analysten von Jefferies.

=== 
INDEX     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA     47.789,43  +2,6 +1204,97    46.584,46 
S&P-500    6.774,69  +2,4  +157,84    6.616,85 
NASDAQ Comp 22.658,89  +2,9  +641,04    22.017,85 
NASDAQ 100  24.921,79  +3,0  +719,41    24.202,37 
 
US-Treasuries  Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre       3,77 -0,07    3,77      3,71 
5 Jahre       3,90 -0,07    3,91      3,85 
10 Jahre      4,28 -0,07    4,28      4,23 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:07 Uhr 
EUR/USD      1,1680  +0,7   0,0086     1,1594     1,1569 
EUR/JPY      185,02  0,0   0,0000     185,02    185,0900 
EUR/CHF      0,9228  -0,2  -0,0020     0,9248     0,9261 
EUR/GBP      0,8698  -0,2  -0,0020     0,8718     0,8735 
USD/JPY      158,38  -0,8  -1,2300     159,61    159,9700 
GBP/USD      1,3425  +1,0   0,0135      1,329     1,3241 
USD/CNY      6,8287  -0,4  -0,0280     6,8567     6,8567 
USD/CNH      6,8294  -0,4  -0,0252     6,8546     6,8654 
AUS/USD      0,7053  +1,1   0,0078     0,6975     0,6929 
Bitcoin/USD  71.298,78  +2,9  1.997,53    69.301,25   67.758,58 
 
ROHÖL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     95,40 -15,5   -17,55     112,95 
Brent/ICE     94,33 -13,7   -14,94     109,27 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.747,46  +1,0   44,96    4.702,50 
Silber       75,22  +3,1    2,29      72,93 
Platin     2.033,37  +3,9   75,82    1.957,55 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/ros

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April 08, 2026 12:38 ET (16:38 GMT)

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Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Die Eskalation im Iran-Konflikt hat die Energiepreise mit voller Wucht nach oben getrieben. Was zunächst nach einer kurzfristigen Reaktion aussah, entwickelt sich zunehmend zu einem strukturellen Problem: Die Straße von Hormus ist blockiert, wichtige LNG- und Ölanlagen stehen still oder werden gezielt angegriffen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht – im Gegenteil, die Lage spitzt sich weiter zu.

Für die Weltwirtschaft bedeutet dies wachsende Risiken. Steigende Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck, gefährden Zinssenkungen und bringen die ohnehin hoch bewerteten Aktienmärkte ins Wanken. Doch wo Risiken entstehen, ergeben sich auch Chancen.

Denn von einem dauerhaft höheren Energiepreisniveau profitieren nicht nur Öl- und Gasunternehmen. Auch Versorger, erneuerbare Energien sowie ausgewählte Rohstoff- und Agrarwerte rücken in den Fokus. In diesem Umfeld könnten gezielt ausgewählte Unternehmen überdurchschnittlich profitieren – unabhängig davon, ob die Krise anhält oder nicht.

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