TEL AVIV/TEHERAN (dpa-AFX) - Israel will nach Angaben seines Militärsprechers trotz der Waffenruhe im Iran-Krieg mit aller Macht weiter gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon kämpfen. "Im Libanon stoppen wir nicht und haben nicht für einen Moment gestoppt", sagte Sprecher Effie Defrin in einer Videobotschaft.
Die jüngsten Angriffe auf die Hisbollah seien die größten seit Wiederaufflammen des Konflikts Anfang März gewesen. Man habe die Pläne dafür lange vorbereitet. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei Dutzende Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt.
Gezielte Schläge gegen zentrale Hisbollah-Strukturen
Es seien Geheimdienst- und Kontrollzentren der Hisbollah sowie Ziele der Marine und der Hisbollah-Eliteinheit Radwan getroffen worden, sagte Defrin. Er warf der Hisbollah erneut vor, sich hinter Zivilisten zu verschanzen.
Bodeneinsatz im Südlibanon geht weiter
Auch der Bodeneinsatz im Libanon dauere an, sagte er. Die israelischen Bodentruppen hätten im Südlibanon eine "Verteidigungslinie" gebildet. Das Gebiet südlich des Litani-Flusses, der rund 30 Kilometer entfernt von der israelischen Grenze liegt, sei de facto vom Rest des Landes abgetrennt. Man arbeite weiter an seiner Demilitarisierung. Dies solle Angriffe der Hisbollah auf Einwohner des israelischen Grenzgebiets verhindern.
Waffenruhe mit Iran und Bilanz des Krieges
Zur Waffenruhe im Iran sage Defrin, Israels Armee habe in der Nacht auf Mittwoch das Feuer eingestellt. Man habe während des Ende Februar begonnenen Krieges die Kapazitäten des iranischen Machtapparats schwer beschädigt. Ziel sei es gewesen, existenzielle Bedrohungen Israels langfristig zu beseitigen. Falls nötig könne man die Kämpfe sofort wieder aufnehmen, betonte der Sprecher.
Die Führungsriege des Irans sei ausgeschaltet worden und seine Kontrollzentren demoliert. Auch die Einrichtungen zur Waffenherstellung sowie das Raketen- und das Atomprogramm seien stark beschädigt worden. Die israelische Armee habe in dem Krieg alle Ziele erreicht, die ihr vorgegeben worden seien, "und sogar darüber hinaus". Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen./le/DP/he
