DJ IRAN-BLOG/Spanien will Botschaft in Teheran wiedereröffnen
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Spanien will Botschaft in Teheran wiedereröffnen
Spanien will als erstes westliches Land seine Botschaft im Iran wiedereröffnen. "Wir beteiligen uns an den Friedensbemühungen an jeder möglichen Front, einschließlich aus der Hauptstadt des Iran", sagte Außenminister José Manuel Albares auf einer Pressekonferenz. Israels Außenminister kritisierte diesen Schritt und erklärte, Spanien gehe "Hand in Hand" mit dem "iranischen Terror-Regime". Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich zu einem der schärfsten Kritiker des Iran-Konflikts in Europa entwickelt. Er weigerte sich, die Nutzung der Militärstützpunkte seines Landes für US-Angriffe gegen Teheran zu gestatten.
Pakistan: Angriffe auf Libanon untergraben Friedensbemühungen
Die pakistanische Regierung, die als Gastgeber und Vermittler der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran fungiert, verurteilte die neuen israelischen Angriffe auf den Libanon. Diese würden die internationalen Bemühungen um Frieden und Stabilität im Nahen Osten untergraben. "Pakistan ruft die internationale Gemeinschaft auf, dringende und konkrete Schritte zu unternehmen, um die israelische Aggression gegen den Libanon zu beenden", erklärte das Außenministerium. Auch andere Regierungen kritisierten die neue israelische Offensive im Libanon. Der italienische Außenminister Antonio Tajani sagte, er habe den israelischen Botschafter in sein Ministerium vorgeladen, um die Angriffe zu erklären, die er als "ungerechtfertigt und inakzeptabel" bezeichnete.
Israelische Angriffe im Südlibanon halten an
Die israelischen Angriffe im Libanon wurden am Donnerstag fortgesetzt, während der stellvertretende Außenminister des Irans davor warnte, dass die Attacken eine "schwerwiegende Verletzung" des Waffenstillstands mit den USA darstellten. Bei Luftangriffen in der südlibanesischen Stadt Tyros wurden laut der libanesischen nationalen Nachrichtenagentur sieben Menschen getötet und weitere verletzt. Der stellvertretende iranische Außenminister, Saeed Khatibzadeh, sagte der BBC am Donnerstag, dass die schweren Angriffe auf den Libanon am Vortag ein "Massaker" gewesen seien und die USA sich nun "zwischen Krieg und Waffenstillstand entscheiden" müssten. Den Angaben zufolge wurden mehr als 180 Menschen getötet - die höchste Zahl an Todesopfern an einem einzigen Tag während der aktuellen Kämpfe zwischen Israel und den vom Iran unterstützten Hisbollah-Milizen.
Iran kommt trotz Kämpfen im Libanon zu Gesprächen mit USA
Die Unterhändler des Irans werden am Donnerstagabend in Islamabad eintreffen, um "ernsthafte Gespräche" mit den USA zu führen. Dies teilte der iranische Gesandte in Pakistan, Reza Amiri Moghadam, in den sozialen Medien mit. Die Reise findet statt, obwohl Israel seine Bodenoperationen gegen die Hisbollah im Libanon unvermindert fortsetzt. Zuvor hatte der Iran über Vermittler signalisiert, dass seine Teilnahme an den Gesprächen in der pakistanischen Hauptstadt von einem Waffenstillstand im Libanon abhänge, wie das Wall Street Journal am Mittwoch berichtete.
Trumps Siegesmeldung im Iran könnte verfrüht sein
US-Präsident Donalds Trumps Erklärung des "totalen Sieges" im Iran hat am Mittwoch bei engen Verbündeten und mehreren hochrangigen Beratern die Sorge ausgelöst, dass er die Bedeutung des fragilen Waffenstillstands mit Teheran überbewertet. Der Iran sei nach wie vor in der Lage, Schiffe in der Straße von Hormus zu blockieren und US-Streitkräfte in der Region anzugreifen. Nach Angaben mehrerer Beamter wurde der Präsident über die Risiken informiert, die zum Scheitern des Waffenstillstands führen könnten. Er wurde davor gewarnt, dass der Iran weiterhin über gefährliche militärische Kapazitäten verfügt. Zwar wurde mehr als die Hälfte der iranischen Raketenwerfer zerstört, doch eine beträchtliche Anzahl ist nach wie vor tief unter der Erde vorhanden, wie ein weiterer US-Beamter mitteilte. Zudem verfüge das Korps der Islamischen Revolutionsgarden weiterhin über Dutzende kleiner Boote, die Schiffe in der Straße von Hormus bedrohen könnten, so der Beamte weiter - auch wenn durch die Angriffe mehr als 90 Prozent der regulären iranischen Marine versenkt wurden.
Trump warnt den Iran erneut
US-Präsident Donald Trump hat am Mittwochabend erneut den Iran gewarnt. Er erklärte, dass das Schießen wieder beginnen würde, sollte keine Einigung erzielt werden. "Alle US-Schiffe, Flugzeuge und das Militärpersonal werden zusammen mit zusätzlicher Munition, Bewaffnung und allem anderen, was für die tödliche Verfolgung und Vernichtung eines bereits erheblich geschwächten Feindes angemessen und notwendig ist, in und um den Iran verbleiben, bis das TATSÄCHLICHE ABKOMMEN vollständig eingehalten wird", schrieb Trump auf Truth Social. "Sollte dies aus irgendeinem Grund nicht der Fall sein, was höchst unwahrscheinlich ist, dann geht die 'Schießerei' los - größer, besser und stärker, als es jemals zuvor jemand gesehen hat." Seine Äußerungen könnten die Besorgnis verstärken, dass der Waffenstillstand nicht halten wird. Trump und der Iran hatten am Dienstag eine zweiwöchige Kampfpause vereinbart.
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April 09, 2026 05:55 ET (09:55 GMT)
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