LONDON/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Donnerstag nach dem Einbruch am Vortag merklich gestiegen. Die Waffenruhe im Nahen Osten erscheint brüchig und die für den Transport von Öl und Gas besonders wichtige Meerenge, die Straße von Hormus, bleibt für die meisten Schiffe so gut wie unpassierbar.
Am Nachmittag kostete ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni 98,60 US-Dollar und damit 4,1 Prozent mehr als am Vortag. Der Preis war tags zuvor im Zuge der Waffenruhe im Iran-Krieg mit fast 90 Dollar auf das tiefste Niveau seit Mitte März gesackt. Auch der Preis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai legte am Donnerstagmorgen wieder zu. Die Preise liegen aber weiter sehr deutlich unter dem Niveau von vor dem Abkommen über eine Waffenruhe. Am Dienstag hatte der Preis für Brent noch zeitweise bei rund 111 Dollar gelegen.
Kurz nach der Verkündigung der Waffenruhe im Iran-Krieg werden deren Grundlagen zunehmend infrage gestellt. Belastet wird die Vereinbarung dadurch, dass Israel weiterhin militärisch gegen den Libanon und die vom Iran unterstützte Hisbollah vorgeht. Teheran besteht zudem darauf, die Urananreicherung fortzusetzen, was den Interessen Israels und der USA zuwiderläuft. Kontroversen gibt es auch um die Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr.
Ein rascher Rückgang der Ölpreise auf Vorkriegsniveaus erwarten Experten auch bei einer anhaltenden Befriedung nicht. Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur, hat zuletzt auf die erheblichen Schäden an der Energieinfrastruktur hingewiesen./jsl/he
