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MÄRKTE USA/Börsen drehen mit Nahost-Entspannungshoffnungen ins Plus

DJ MÄRKTE USA/Börsen drehen mit Nahost-Entspannungshoffnungen ins Plus

DOW JONES--Nach anfänglichen Verlusten wegen Zweifeln am Halten des zweiwöchigen Waffenstillstandes zwischen den USA und dem Iran vollzieht die Wall Street im Verlauf des Donnerstags den Sprung ins Plus. Zwar sprechen Marktteilnehmer von einer wackeligen Vereinbahrung der Kriegsparteien, aber auch von ermutigenden Signalen. Irans Nachbarn am Golf haben seit fast 24 Stunden keine Raketen- oder Drohnenangriffe aus Teheran mehr gemeldet - ein Anzeichen dafür, dass der Waffenstillstand allmählich greift. Zudem scheint Israels Premierminister Benjamin Netanjahu laut Medienberichten zugestimmt zu haben, Verhandlungen mit dem Libanon aufzunehmen. Die fortgesetzten Angriffe Israels auf Stellungen der mit dem Iran verbündeten Hisbollah im Libanon hatten das Waffenstillstandsabkommen zuvor fast zum Scheitern gebracht.

Der Dow-Jones-Index gewinnt bis zum Mittag US-Ostküstenzeit 0,6 Prozent auf 48.177 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite zeigen sich 0,6 bzw. 0,7 Prozent im Plus. Die Unterhändler des Irans werden nach Pakistan reisen, um "ernsthafte Gespräche" mit den USA zu führen, teilte der iranische Gesandte in Pakistan, Reza Amiri Moghadam, mit. Zuvor hatte der Iran noch über Vermittler signalisiert, dass eine Teilnahme an den Gesprächen von einem Waffenstillstand im Libanon abhänge, wie das Wall Street Journal berichtet.

Die Ölpreise legen nach dem Einbruch am Vortag wieder zu und spiegeln die Ungewissheit über die Öffnung der Seestraße von Hormus wider. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent erhöht sich um 1,1 Prozent auf 95,81 Dollar, kommt damit aber deutlich von den Tageshochs zurück. Laut Medienberichten will der Iran offenbar nur eine sehr begrenzte Anzahl von Schiffen die Meerenge passieren lassen - und dies wohl auch nur gegen Gebühren.

Der Dollar zeigt sich nach dem starken Rückgang am Vortag mit neuerlichen Verlusten, der Dollar-Index reduziert sich um weitere 0,4 Prozent. Der Greenback weitet die Abgaben aus, nachdem US-Daten eine unerwartete Abwärtskorrektur des Wirtschaftswachstums im vierten Quartal und höher als prognostiziert ausgefallene wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gezeigt haben. An anderer Stelle werden die Entspannungssignale im Nahen Osten als Erklärung der Dollar-Schwäche bemüht, der als sicherer Hafen weniger gesucht sei.

Am Anleihemarkt geben die Renditen mit den schwachen Konjunkturdaten und den nach den Tageshochs zurückkommenden Ölpreisen nach. Beide Entwicklungen lassen Zinserhöhungssorgen etwas schwinden. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen büßt 2 Basispunkte auf 4,27 Prozent ein. Zudem hat der Inflationsdruck im Februar nach dem von der US-Notenbank favorisierten Messgröße, dem Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (Kern-PCE-Deflator) wie erwartet leicht abgenommen. Allerdings sind hier die Auswirkungen des Iran-Krieges noch nicht enthalten. Diese dürften in den am Freitag anstehenden neuen Preisdaten für März sichtbar werden. Dollar-Schwäche und sinkende Marktzinsen treiben indes den Goldpreis um 1,5 Prozent nach oben.

Am Aktienmarkt kocht die Begeisterung für Künstliche Intelligenz wieder hoch und treibt Chipwerte auf Rekordhöhen, Software-Titel sind dagegen nicht gesucht. Der PHLX Semiconductor Index (SOX) steigt um 0,7 Prozent und steuert damit auf einen erneuten Rekordschlusskurs zu. Er klettert seit sieben Tagen in Folge und hat in diesem Zeitraum um 20 Prozent zugelegt. "Die Vorstellung, dass die Nachfrage nachlässt, passt einfach nicht zu dem, was wir beobachten. Man muss sich nur das Umsatzwachstum von Anthropic vor ein paar Tagen ansehen", erläutert Mizuho-Analyst Daniel O'Regan.

Unter den Einzelwerten verliert die Disney-Aktie 0,1 Prozent. Disney setzt unter dem neuen CEO Josh D'Amaro offenbar abermals den Rotstift an. Der Unterhaltungskonzern wolle in den kommenden Wochen rund 1.000 Stellen streichen, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Ein Großteil davon werde auf die jüngst konsolidierte Marketing-Abteilung entfallen.

Applied Digital fallen um 4,7 Prozent. Die Ergebnisse des Rechenzentrumentwicklers für das dritte Geschäftsquartal übertrafen zwar weitgehend die Marktschätzungen, das Unternehmen kündigte jedoch keine neuen größeren Deals an.

Meta Platforms (+3,6%) und Coreweave (+5,6%) haben ihre Vereinbarung für Cloud-Kapazitäten ausgeweitet. Wie die Unternehmen mitteilten, wird Coreweave dem Facebook-Mutterkonzern bis 2032 KI-Cloud-Kapazität bereitstellen. Der Deal hat ein Volumen von 21 Milliarden US-Dollar und baut auf einer Vereinbarung aus dem Herbst auf, die eine Laufzeit bis 2031 und ein Volumen von bis zu 14,2 Milliarden Dollar vorsah.

=== 
INDEX     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA     48.177,06  +0,6  +267,14    47.909,92 
S&P-500    6.820,92  +0,6  +38,11    6.782,81 
NASDAQ Comp 22.788,78  +0,7  +153,79    22.635,00 
NASDAQ 100  25.028,17  +0,5  +125,00    24.903,17 
 
US-Treasuries  Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre       3,75 -0,04    3,80      3,74 
5 Jahre       3,89 -0,03    3,95      3,88 
10 Jahre      4,27 -0,02    4,32      4,26 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:05 Uhr 
EUR/USD      1,1708  +0,4   0,0046     1,1662     1,1692 
EUR/JPY      185,91  +0,6   1,0200     184,89    185,1000 
EUR/CHF      0,923  +0,0   0,0002     0,9228     0,9220 
EUR/GBP      0,8709  +0,0   0,0003     0,8706     0,8698 
USD/JPY      158,76  +0,1   0,1800     158,58    158,2800 
GBP/USD      1,3444  +0,4   0,0052     1,3392     1,3439 
USD/CNY      6,8314  +0,0   0,0027     6,8287     6,8287 
USD/CNH      6,8288  -0,1  -0,0031     6,8319     6,8288 
AUS/USD      0,7086  +0,6   0,0043     0,7043     0,7055 
Bitcoin/USD  72.166,04  +1,1   788,33    71.377,71   70.992,72 
 
ROHÖL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     98,27  +4,1    3,86      94,41 
Brent/ICE     95,81  +1,1    1,06      94,75 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.788,39  +1,5   72,27    4.716,12 
Silber       75,95  +2,5    1,83      74,12 
Platin     2.102,96  +3,6   73,35    2.029,61 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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April 09, 2026 12:42 ET (16:42 GMT)

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Die Eskalation im Iran-Konflikt hat die Energiepreise mit voller Wucht nach oben getrieben. Was zunächst nach einer kurzfristigen Reaktion aussah, entwickelt sich zunehmend zu einem strukturellen Problem: Die Straße von Hormus ist blockiert, wichtige LNG- und Ölanlagen stehen still oder werden gezielt angegriffen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht – im Gegenteil, die Lage spitzt sich weiter zu.

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