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MÄRKTE USA/Börsen drehen mit Nahost-Entspannungssignalen ins Plus

DJ MÄRKTE USA/Börsen drehen mit Nahost-Entspannungssignalen ins Plus

DOW JONES--Nach anfänglichen Verlusten wegen Zweifeln am Halten des zweiwöchigen Waffenstillstandes zwischen den USA und dem Iran hat die Wall Street am Donnerstag im Verlauf den Sprung ins Plus vollzogen. Zwar sprachen Marktteilnehmer von einer wackeligen Vereinbahrung der Kriegsparteien, aber auch von ermutigenden Signalen. Irans Nachbarn am Golf hatten seit fast 24 Stunden keine Raketen- oder Drohnenangriffe aus Teheran mehr gemeldet - ein Anzeichen dafür, dass der Waffenstillstand allmählich greift. Entscheidend für die positive Stimmung war aber, dass Israel nach den Worten von Premierminister Benjamin Netanjahu direkte Verhandlungen mit dem Libanon aufnehmen wird. Die fortgesetzten Angriffe Israels auf Stellungen der mit dem Iran verbündeten Hisbollah im Libanon hatten das Waffenstillstandsabkommen zuvor fast zum Scheitern gebracht.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,6 Prozent auf 48.186 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite zeigten sich 0,6 bzw. 0,8 Prozent im Plus. Den 1.744 (Mittwoch: 2.329) Kursgewinnern an der Nyse standen 1.000 (450) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 48 (30) Titel. "Wir befinden uns immer noch in einer ziemlich unsicheren Phase", warnte Chef-Anlagestrategin Marta Norton von Empower allerdings vor übertriebenem Optimismus am Aktienmarkt und war damit nicht allein.

Die Ölpreise legten nach dem Einbruch am Vortag wieder zu und spiegelten die Ungewissheit über die Öffnung der Seestraße von Hormus wider. Allerdings kamen die Rohölpreise mit den Schlagzeilen zum Libanon klar von den Tageshochs zurück. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent erhöhte sich um 2,4 Prozent auf 97,05 Dollar. Medienberichte, wonach der Iran offenbar nur einer sehr begrenzten Anzahl von Schiffen die Passage der Meerenge erlaube - und dies wohl auch nur gegen Gebühren -, hielten die Erdölpreise im Plus.

Der Dollar zeigte sich nach dem starken Rückgang des Vortages mit neuerlichen Verlusten, der Dollar-Index reduzierte sich um weitere 0,4 Prozent. Der Greenback weitete die Abgaben aus, nachdem US-Daten eine unerwartete Abwärtskorrektur des Wirtschaftswachstums im vierten Quartal und höher als prognostiziert ausgefallene wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gezeigt hatten. An anderer Stelle wurden die Entspannungssignale im Nahen Osten als Erklärung der Dollar-Schwäche bemüht, der Greenback sei als sicherer Hafen weniger gesucht gewesen.

Am Anleihemarkt gaben die Renditen mit den schwachen Konjunkturdaten und den von den Tageshochs zurückgekommenen Ölpreisen nach. Beide Entwicklungen ließen Zinserhöhungssorgen etwas schwinden. Zudem hatte der Inflationsdruck im Februar gemäß der von der US-Notenbank favorisierten Messgröße, dem Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (Kern-PCE-Deflator) wie erwartet leicht abgenommen. Allerdings waren die Auswirkungen des Iran-Krieges noch nicht enthalten. Diese dürften in den am Freitag anstehenden neuen Preisdaten für März sichtbar werden. Während die Renditen am kurzen Ende des Marktes sanken, holte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen die Abgaben wieder auf und stagnierte auf Tagessicht bei 4,29 Prozent. Die Dollar-Schwäche trieb indes den Goldpreis um 1,2 Prozent nach oben.

Am Aktienmarkt kochte die Begeisterung für Künstliche Intelligenz wieder hoch und trieb Chipwerte auf Rekordhöhen, Software-Titel waren dagegen nicht gesucht. Der PHLX Semiconductor Index (SOX) stieg um 2,1 Prozent und erreichte damit einen erneuten Rekordschlussstand. Der Halbleiterindex kletterte sieben Tagen in Folge und hat in diesem Zeitraum 20 Prozent zugelegt. "Die Vorstellung, dass die Nachfrage nachlässt, passt einfach nicht zu dem, was wir beobachten. Man muss sich nur das Umsatzwachstum von Anthropic vor ein paar Tagen ansehen", erläuterte Mizuho-Analyst Daniel O'Regan.

Unter den Einzelwerten gewann die Disney-Aktie 0,6 Prozent. Disney setzt unter dem neuen CEO Josh D'Amaro offenbar abermals den Rotstift an. Der Unterhaltungskonzern wolle in den kommenden Wochen rund 1.000 Stellen streichen, sagten informierte Personen. Applied Digital fielen um 7,9 Prozent. Die Ergebnisse des Rechenzentrumentwicklers für das dritte Geschäftsquartal übertrafen zwar weitgehend die Marktschätzungen, das Unternehmen kündigte jedoch keine neuen größeren Deals an.

Meta Platforms (+2,6%) und Coreweave (+3,4%) weiteten ihre Vereinbarung für Cloud-Kapazitäten aus. Coreweave wird dem Facebook-Mutterkonzern bis 2032 KI-Cloud-Kapazität bereitstellen. Der Deal hat ein Volumen von 21 Milliarden US-Dollar und baut auf einer Vereinbarung aus dem Herbst auf, die eine Laufzeit bis 2031 und ein Volumen von bis zu 14,2 Milliarden Dollar vorsah.

Sandisk sprangen nach einer optimistischen Analyse von Cantor Fitzgerald um 9,1 Prozent. Blackberry zogen um 7,9 Prozent an, nachdem der Software-Anbieter besser als erwartet ausgefallene Quartalsergebnisse auf bereinigter Basis vorgelegt und eine optimistische Prognose abgegeben hatte. Der Spirituosenhersteller Sazerac hatte sich kürzlich wegen eines möglichen Deals an den Jack-Daniels-Hersteller Brown-Forman gewandt, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten. Brown-Forman zogen um 12,8 Prozent an. Staar Surgical schossen um 20,7 Prozent in die Höhe. Der Hersteller von implantierbaren Linsen erwartet einen mehr als doppelt so hohen Umsatz als im Vorjahr. Richardson Electronics haussierten um 22,5 Prozent. Der Hersteller von Industrieteilen verbuchte ein Auftragsbestand auf Dreijahreshoch.

=== 
INDEX     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA     48.185,80  +0,6  +275,88    47.909,92 
S&P-500    6.824,66  +0,6  +41,85    6.782,81 
NASDAQ Comp 22.822,42  +0,8  +187,42    22.635,00 
NASDAQ 100  25.082,09  +0,7  +178,92    24.903,17 
 
US-Treasuries  Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre       3,78 -0,02    3,80      3,74 
5 Jahre       3,91 -0,01    3,95      3,88 
10 Jahre      4,29 -0,00    4,32      4,26 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:05 Uhr 
EUR/USD      1,1707  +0,4   0,0045     1,1662     1,1692 
EUR/JPY      186,22  +0,7   1,3300     184,89    185,1000 
EUR/CHF      0,9246  +0,2   0,0018     0,9228     0,9220 
EUR/GBP      0,8706  0,0   0,0000     0,8706     0,8698 
USD/JPY      159,06  +0,3   0,4800     158,58    158,2800 
GBP/USD      1,3442  +0,4   0,0050     1,3392     1,3439 
USD/CNY      6,8314  +0,0   0,0027     6,8287     6,8287 
USD/CNH      6,8274  -0,1  -0,0045     6,8319     6,8288 
AUS/USD      0,7085  +0,6   0,0042     0,7043     0,7055 
Bitcoin/USD  72.114,58  +1,0   736,87    71.377,71   70.992,72 
 
ROHÖL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     99,07  +4,9    4,66      94,41 
Brent/ICE     97,05  +2,4    2,30      94,75 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.772,34  +1,2   56,22    4.716,12 
Silber       75,85  +2,3    1,72      74,12 
Platin     2.106,83  +3,8   77,22    2.029,61 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf

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April 09, 2026 16:14 ET (20:14 GMT)

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