DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Gewinne aus - Rüstungswerte unter Druck
DOW JONES--Kräftiger ins Plus gedreht sind Europas Börsen am Freitagmittag. Der DAX steigt um 0,7 Prozent auf 23.977 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,9 Prozent auf 5.949 Punkte. Etwas stützend wirkt die aufkommende Hoffnung, dass Israel den US-Iran-Waffenstillstand nicht durch weitere Angriffe auf den Libanon stört. Gleichwohl wird mit Spannung auf die am Wochenende beginnenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran geblickt, wobei der Ausgang völlig offen ist.
Dennoch entscheidet sich erst am Nachmittag mit den neuen US-Verbraucherpreisen wie der Tag ausgeht. Denn bei der US-Inflation wird im März mit einem kräftigen Sprung nach oben auf 3,3 Prozent wegen der gestiegenen Energiepreise gerechnet. Zinssenkungen durch die US-Notenbank werden damit immer unwahrscheinlicher. Auch der wichtige PCE-Inflations-Indikator war am Vortag nur leicht auf 3,0 Prozent zurückgegangen und liegt damit weit über dem Fed-Ziel. In Deutschland legte die Inflation derweil mit 2,8 Prozent ebenfalls stärker zu.
"Wer während der ganzen Zeit investiert geblieben ist, steht gut da", sagt Mark Malek, Chief Investment Officer bei Muriel Siebert & Co. Allerdings könnte der Markt schon wieder versuchen, "sich selbst zu überholen". Alles hänge weiter von der Wiederaufnahme des freien Schiffs- und Tankerverkehrs durch die Straße von Hormus ab, die am zweiten Tag des US-Iran-Waffenstillstands im Fokus steht.
Kräftige Verluste gibt es für die Rüstungswerte. Marktteilnehmer verweisen auf Äußerungen eines ranghohen ukrainischen Beamten, der Hoffnungen wecke, dass der Krieg mit Russland einer Lösung näherkommen könnte, wie Bloomberg News berichtet. Trotz bislang begrenzter sichtbarer Fortschritte in den öffentlichen Verhandlungen sagte Kyrylo Budanow, der oberste ukrainische Verhandlungsführer mit Russland, die Gespräche bewegten sich auf eine mögliche Einigung zu und deutete an, dass der Zeitrahmen für einen Deal kürzer sein könnte als erwartet. Leonardo, Rheinmetall, Hensoldt und Kongsberg reduzieren sich um bis zu 7,3 Prozent.
Im Gegenzug steigen Baustoffwerte wie Buzzi, Holcim und Heidelberg Materials zwischen 4,1 und 5,6 Prozent, weil die Teilnehmer darauf setzen, dass Fortschritte in Richtung Frieden in der Ukraine den Wiederaufbau und die Nachfrage nach Infrastruktur in der Region unterstützen könnten.
Für den europäischen Technologie-Sektor geht es um 1,2 Prozent nach oben. Teilnehmer verweisen auf stark ausgefallene Geschäftszahlen von Taiwan Semiconductor (TSMC). Nach Börsenschluss in Taiwan hatte der Zulieferer von Unternehmen wie Apple und Nvidia einen Umsatz von 1,134 Billionen Taiwan-Dollar (ca 35,71 Milliarden Dollar) für das erste Quartal mitgeteilt. Mit dem Umsatzplus von 35 Prozent wurde die Markterwartung übertroffen. Die Aktien von Infineon legen um 2,4 Prozent zu.
Kurseinbruch bei Sodexo
Ein kräftiges Minus von 11 Prozent weisen Sodexo auf. Der französische Catering- und Kantinenbetreiber hat den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Nach Angaben des CEO hat man sogar schlechter abgeschnitten als der Markt und die Wettbewerber. Sodexo rechnet nur noch mit 0,5 bis 1,0 Prozent beim organischen Wachstum nach zuvor 1,5 bis 2,5 Prozent.
Die Aktien von Daimler Truck notieren trotz enttäuschender Absatzzahlen nur unverändert. Analysten wie von RBC zeigten sich relativ entspannt: Vor allem in den USA hätten die Truck-Verkäufe 7 Prozent unter dem Konsens gelegen. Allerdings würden Auslieferungen im ersten Quartal überwiegend auf Orders zurückgehen, die vor dem Nachfrageanstieg zum Ende 2025 platziert wurden.
Bei Airbus geht es 0,6 Prozent höher, obwohl die Analysten der Deutschen Bank die Auslieferungen im März "enttäuschend" nennen. Im gesamten ersten Quartal seien damit nur 114 Maschinen ausgeliefert worden, dies sei die niedrigste Performance in einem ersten Quartal seit 2009. Mit den Aktien des Triebwerksherstellers MTU geht es als Airbus-Zulieferer um 0,3 Prozent tiefer. Hier hat aber die UBS das Kursziel deutlich gesenkt.
Gesucht sind auch die Aktien von Fluggesellschaften. So steigen Air France-KLM um 3,8 Prozent und Lufthansa legen um 2,9 Prozent zu. Lufthansa City Airlines und die Gewerkschaft Verdi haben sich nach monatelangen Verhandlungen auf eine Ersttarifierung für das fliegende Personal geeinigt.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.949,31 +0,9 53,02 5.896,29 2,7 Stoxx-50 5.129,13 +0,7 33,30 5.095,83 4,3 DAX 23.977,36 +0,7 170,37 23.806,99 -2,1 MDAX 30.451,42 +1,3 399,06 27.039,42 -0,6 TecDAX 3.554,72 +1,1 37,80 3.091,28 -1,9 SDAX 17.311,11 +1,6 277,54 13.062,07 0,8 CAC 8.308,49 +0,8 62,69 8.245,79 2,0 SMI 13.267,93 +0,8 108,37 13.159,56 0,0 ATX 5.796,56 +2,5 141,04 5.655,52 8,8 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 18:47 Uhr EUR/USD 1,1711 +0,1 0,0012 1,1699 1,1709 EUR/JPY 186,47 +0,3 0,5300 185,94 185,8600 EUR/CHF 0,924 -0,0 -0,0004 0,9244 0,9232 EUR/GBP 0,8713 +0,1 0,0009 0,8704 0,8707 USD/JPY 159,22 +0,2 0,2800 158,94 158,7400 GBP/USD 1,3438 +0,0 0,0005 1,3433 1,3445 USD/CNY 6,8282 -0,1 -0,0032 6,8314 6,8314 USD/CNH 6,8277 0,0 0,0002 6,8275 6,8280 AUS/USD 0,7068 -0,2 -0,0011 0,7079 0,7085 Bitcoin/USD 72.174,92 -0,3 -243,31 72.418,23 71.854,26 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 97,96 +0,1 0,09 97,87 Brent/ICE 95,92 0,0 0,00 95,92 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.758,79 -0,1 -4,83 4.763,62 Silber 75,50 +0,6 0,43 75,07 Platin 2.065,27 -1,8 -37,77 2.103,04 ===
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April 10, 2026 07:58 ET (11:58 GMT)
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