DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
STAHLZÖLLE - Monatelang hat die Europäische Kommission mit der Trump-Regierung verhandelt. Kurz vor Ostern schien es einen Durchbruch zu geben. US-Präsident Donald Trump kündigte an, auch die trotz des Schottlanddeals vom vergangenen Sommer hohen Zölle von 50 Prozent auf Stahl teilweise abzusenken. Für Waren mit einem Stahl- oder Aluminiumanteil von weniger als 15 Prozent gilt nun der im Sommer vereinbarte Standardsatz von 15 Prozent. Liegt der Anteil höher, sind es in der Regel pauschal 25 Prozent. Entlasten sollte das insbesondere den Maschinenbau. Eine Blitzumfrage des Verbands des Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA) zeigt nun aber, dass das Gegenteil erreicht wurde: Die Zölle sind nur auf den ersten Blick niedriger. Tatsächlich belasten die Amerikaner die deutschen Maschinenbauer sogar stärker. Die Umfrage liegt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vorab vor. Lagen die Zölle vorher durchschnittlich bei 21 Prozent, sind es seither 26 Prozent. Das ist das Ergebnis der Antworten von 163 betroffenen Mitgliedsunternehmen des VDMA. (FAZ)
REFORMEN - Ein Zusammenschluss von mehr als 40 Wirtschaftspersönlichkeiten fordert von der Bundesregierung einen mutigen Reformaufschlag. Notwendig seien unter anderem flexiblere Renteneintritte, eine Reform des Ehegattensplittings und ein gesetzliches Rückkehrrecht in Vollzeit. Dies geht aus einem "Action-Brief" der Initiative "Zusammen Zukunftsfähig" hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. "Deutschland steht vor einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist durch eine Kombination aus rückläufiger Produktivität, unzureichenden Investitionen, Fachkräftemangel, geopolitischen Spannungen und der Notwendigkeit einer schnellen ökologischen Transformation unter Druck geraten", heißt es in dem Brief der Unternehmer. (Handelsblatt)
FINANZMARKT/BÖRSEN - Europas Finanzmarkt- und Börsenstrukturen sind aus Sicht des Finanzmarktökonomen Florian Heider zu kleinteilig. Eine "gewisse Konsolidierung" sei überfällig, sagte der Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE im Interview der Börsen-Zeitung. Gleichzeitig betonte er: "Es braucht keine Superbörse." Auch in den USA gebe es eine Handvoll Börsen, allerdings nicht "mehrere Handvoll" wie in Europa. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte im Oktober eine Art "European Stock Exchange" gefordert. Heider sieht in der Fragmentierung des Finanzmarkts und der nationalen Zentriertheit der EU-Regierungen ein zunehmendes Problem für die geopolitische Durchsetzungskraft Europas. "Die Ökosystemcluster sind viel zu klein." Das schrecke Investoren ab und würde sie eher nach London oder New York treiben. Eine Handvoll Marktplätze sei genug - und die müssten eher nach Businessmodellen und Investorengruppen ausgerichtet sein. (Börsen-Zeitung)
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April 13, 2026 00:30 ET (04:30 GMT)
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