DJ Orban gesteht Niederlage bei ungarischer Parlamentswahl ein
Von Matthew Luxmoore
DOW JONES--Ministerpräsident Viktor Orbán hat bei der Parlamentswahl in Ungarn am Sonntag eine erdrutschartige Niederlage erlitten. Damit endet die 16-jährige Regierungszeit des Politikers, der zu einer Symbolfigur für rechtspopulistische Staatsführer weltweit geworden war.
Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen liegt die Oppositionspartei von Peter Magyar mit 53,6 Prozent vorn, verglichen mit 37,8 Prozent für Orbáns Fidesz-Partei. Dies ist einer der größten Wahlsiege in der 37-jährigen Geschichte Ungarns seit dem Zusammenbruch des Kommunismus.
"Was der heutige Tag für unsere Heimat bedeutet, wissen wir nicht, das wird die Zeit zeigen", sagte Orban in einer Rede in seiner Wahlzentrale, nachdem er Magyar gratuliert hatte. "In jedem Fall werden wir unserer Heimat auch in der Opposition dienen."
Magyar sprach vor tausenden Unterstützern in Budapest von einem Sieg "David gegen Goliath" und verglich den Erfolg mit dem ungarischen Unabhängigkeitskrieg von 1848 sowie dem Volksaufstand von 1956 gegen den sowjetischen Kommunismus.
Magyar appellierte an Orban, keine Entscheidungen mehr zu treffen, die der künftigen Regierung die Hände binden würden. Er betonte, dass seine Tisza-Partei ein starkes Mandat für eine umfassende Reform erhalten habe, einschließlich der strafrechtlichen Verfolgung derer, "die das Land bestohlen haben". Er versprach zudem, dass Ungarn wieder ein starker Verbündeter der Europäischen Union sein werde. Die Menge antwortete mit Sprechchören wie "Europa!" und "Russen raus!".
"Europas Herz schlägt heute Abend in Ungarn stärker", schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf X.
Orban pflegt enge Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin gepflegt. Auch zu US-Präsident Donald Trump besteht ein gutes Verhältnis. Trump hatte Orban offiziell unterstützt und sogar Vizepräsident JD Vance vergangene Woche nach Budapest geschickt, um an Orbans Seite Wahlkampf zu machen. Innerhalb der EU war Orban oft eine Gegenstimme und lehnte die europäische Unterstützung für die Ukraine ab.
"Dies ist nicht nur eine Absage an den russischen Einfluss, sondern auch eine Absage an Trump", sagte Ian Bremmer, Präsident der Eurasia Group. "Denn seien wir ehrlich: Abgesehen von der Anti-EU-Haltung gibt es kaum einen Grund, warum Ungarn für die USA strategisch so interessant wäre."
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