DJ Strategieschwenk bei E-Autos kostet Autokonzerne Milliarden - Studie
DOW JONES--Korrekturen ihrer Elektrostrategien belasten Autohersteller massiv. Wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervorgeht, summieren sich die Abschreibungen auf Batteriefabriken, Entwicklungsprojekte und Modellreihen bei Herstellern in Europa und den USA für das vergangene bzw. laufende Geschäftsjahr inzwischen auf fast 60 Milliarden Euro.
"Die Autoindustrie steckt in einer tiefen, für einige Unternehmen sogar potenziell existenzbedrohenden Krise", sagte Constantin M. Gall, der den Bereich Mobility bei EY leitet. "Viele Konzerne hatten ihre Investitionen auf wachsende Absatzmärkte und einen dynamischen Hochlauf der Elektromobilität ausgerichtet." Die Nachfrage nach E-Autos vor allem in den USA und Europa habe sich aber deutlich schwächer entwickelt als erwartet. "Jetzt folgt der Strategieschwenk: Milliarden-Abschreibungen etwa auf Batterie-Joint-Ventures, stillgelegte oder verschobene Fabrikprojekte und eingestellte Modelle, stattdessen neue Investitionen in Verbrenner."
So meldete Porsche etwa wegen der strategischen Neuausrichtung 2025 eine Belastung von 3,1 Milliarden Euro. Ford geht von einer Belastung von 19,5 Milliarden US-Dollar aus, General Motors von 7,6 Milliarden Dollar. Bei Stellantis wird der Abschreibungsbedarf auf 22 Milliarden Euro beziffert.
"Die aktuellen Milliarden-Abschreibungen markieren weniger einen Kurswechsel weg von der Elektromobilität als eine Korrektur völlig überzogener Annahmen", sagte Gall. "Die Belastungen sind Ausdruck einer realistischen Neugewichtung von Tempo und Umfang der Elektrifizierungspläne - nicht eines grundsätzlichen Abschieds von der Elektromobilität."
Im vergangenen Jahr sackte der Gewinn der 19 führenden Autokonzerne weltweit laut EY um 59 Prozent auf 59 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 0,6 Prozent. Die deutschen Autokonzerne verzeichneten allerdings einen Rückgang um 4,1 Prozent. Der Absatz der deutschen Autobauer sank um 2 Prozent, was vor allem einem starken Rückgang in China geschuldet war. Die drei untersuchten chinesischen Unternehmen BYD, Geely und Great Wall Motors steigerten dagegen Umsatz und Absatz kräftig.
Bei der Profitabilität lagen Suzuki und Toyota mit Margen von 9,7 bzw. 8,5 Prozent vorn. Kia erzielte eine Marge von 8,0 Prozent, BMW lag bei 7,6 Prozent. EY ermittelte eine durchschnittliche Marge der analysierten Unternehmen von 2,8 Prozent. Das war ein kräftiger Rückgang im Vergleich zum Vorjahreswert von 6,7 Prozent.
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