DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Wahl in Ungarn bietet Chance für wirtschaftliche Erholung
Ein Erdrutschsieg von Peter Magyar über Viktor Orban in Ungarn verbessert die Aussichten für die Wirtschaft des Landes erheblich, schreibt die Carmignac-Ökonomin Apolline Menut in einer Research Note. Die neue Regierung könne die Risikoprämien Ungarns senken, wenn die Fiskalpolitik an Glaubwürdigkeit gewinne, erhebliche Mittel der Europäischen Union freisetzen, die wegen Bedenken hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit eingefroren seien, und ein wettbewerbsfähigeres inländisches Umfeld schaffen, was oligopolistische Renten und eine ineffiziente Kapitalallokation reduziere, meint Menut. Der pro-europäische Kurs der Tisza-Partei von Magyar baue zudem die Spannungen rund um den EU-Haushalt, die Energiepolitik und die Erweiterung ab.
Rabobank: Folgen der US-Blockade von Straße von Hormus enorm
Rabobank-Analysten rechnen damit, dass die am Montagnachmittag beginnende Sperrung der Straße von Hormus durch die USA enorme wirtschaftliche Folgen haben wird und dem Konflikt eine neue Dynamik verleihen können. "In etwa 13 Tagen werden die iranischen Öllager voll sein, was die Stilllegung von Bohrlöchern erzwingt und dauerhafte Schäden auf der Angebotsseite auslösen könnte", schreiben sie in einer Analyse. Der Verlust von weiteren 2 Millionen Barrel iranischen Öls pro Tag wäre ein schwerer Schlag für die Weltwirtschaft.
Macron strebt friedliche Lösung für Hormus an
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat angedeutet, dass sich Frankreich an keiner US-Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus beteiligen wird. Frankreich und Großbritannien würden eine Konferenz organisieren, "mit dem Ziel, die Freiheit der Schifffahrt" durch die Meerenge "wiederherzustellen", schrieb Macron auf X. Andere Länder, die bereit seien, zu "einer friedlichen multinationalen Mission" beizutragen, seien ebenfalls willkommen, sich anzuschließen. "Diese streng defensive Mission, getrennt von den Konfliktparteien, wird eingesetzt, sobald die Situation es zulässt", sagte Macron. Die Konferenz werde "in den kommenden Tagen" organisiert, sagte er.
Großbritannien will bei US-Blockade nicht helfen
Der britische Premierminister Keir Starmer hat erklärt, dass Großbritannien sich den USA bei der Durchsetzung einer militärischen Blockade der Straße von Hormus nicht anschließen wird. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass andere Länder seinen Plan unterstützen würden, Schiffe an der Ein- und Ausfahrt in iranische Häfen zu hindern. "Wir unterstützen keine Blockade", sagte Starmer dem BBC-Radio. Das Hauptaugenmerk Großbritanniens liege darauf, die Meerenge für die Schifffahrt vollständig offen zu halten, sagte der Premierminister. "Das ist der Weg, wie wir die Energiepreise so schnell wie möglich senken", fügte er hinzu.
Hormus-Blockade birgt Risiken für US-Marine
Militärexperten sagen, dass die US-Marine keine Probleme haben sollte, eine Blockade der strategischen Straße von Hormus durchzuführen. Der Erfolg bei der Aufrechterhaltung der Kontrolle über die Wasserstraße sei jedoch weitaus weniger sicher. US-Präsident Donald Trump sagte, die Marine werde Schiffe aufspüren und "abfangen", die den Iran für die Durchfahrt durch die Meerenge bezahlt hätten. Anschließend werde sie mit dem Suchen und Räumen von Seeminen beginnen. Die Blockade würde den USA zudem Zeit verschaffen, um eine geschützte Passage für die Handelsschifffahrt einzurichten. Eine solche Blockade könnte die US-Streitkräfte jedoch auch in eine Kampagne mit offenem Ende hineinziehen. Jegliche erneuten Angriffe durch iranische Streitkräfte würden die Mission schnell erschweren.
US-Blockade des Iran bedroht Chinas Ölversorgung
Die drohende US-Blockade des Seeverkehrs in und aus iranischen Häfen hätte die größten Auswirkungen auf den Hauptabnehmer von iranischem Öl: China. Vor dem Krieg ging fast das gesamte iranische Öl nach China. Dort machte es etwa 13 Prozent der chinesischen Ölimporte auf dem Seeweg aus. Teheran hat sein Öl hauptsächlich an unabhängige chinesische Raffinerien verkauft, die als "Teapots" bekannt sind. Da es ihnen an internationaler Präsenz mangelt, ignorieren sie in der Regel die US-Sanktionen. Sie kaufen vergünstigtes iranisches Rohöl auf, um im Inland wettbewerbsfähig zu bleiben.
Iran: Bei US-Blockade ist "kein Hafen im Golf" mehr sicher
Die iranischen Streitkräfte haben erklärt, dass eine US-Blockade von Schiffen, die in iranische Häfen einlaufen oder diese verlassen, einen illegalen "Akt der Piraterie" darstellen würde. Wenn die Häfen des Landes bedroht würden, werde "kein Hafen im Persischen Golf und im Golf von Oman sicher sein", hieß es laut dem staatlichen Sender IRIB. Die Islamische Republik werde zudem US-Schiffen nicht erlauben, die Straße von Hormus zu passieren. Ihr Militär werde die Hoheitsgewässer des Landes schützen, sagte ein Sprecher der iranischen Streitkräfte. Der Sprecher erklärte laut IRIB, die Häfen des Persischen Golfs und des Golfs von Oman seien entweder "für alle oder für niemanden" sicher.
BoJ-Gouverneur warnt vor Inflationsrisiken wegen Iran-Krieg
Der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, hat erneut gewarnt, dass Japan leichter als in der Vergangenheit einem Aufwärtsdruck bei den Preisen ausgesetzt sein könnte. Dies deutet darauf hin, dass eine Zinserhöhung weiterhin auf dem Tisch bleibt. Zwar wird erwartet, dass die durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten steigenden Rohölpreise die Energiepreise kurzfristig in die Höhe treiben. Sie könnten jedoch sowohl einen Aufwärts- als auch einen Abwärtsdruck auf die zugrunde liegende Inflation ausüben, erklärte Ueda in einer Rede, die vom stellvertretenden Gouverneur Ryozo Himino gehalten wurde.
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April 13, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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