BERLIN (dpa-AFX) - Deutschland und Südafrika verlangen nach den vorerst gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran eine Fortsetzung der Gespräche über eine Verhandlungslösung. "Der Waffenstillstand hält. Und ich kann nur an beide Seiten dringend appellieren, diese Zeit weiterhin zu nutzen", sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) in Berlin beim Treffen mit seinem südafrikanischen Kollegen Ronald Lamola.
Anlass waren Beratungen der deutsch-südafrikanischen binationalen Kommission in Berlin. Das Gremium feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Gründungsjubiläum. Die Kommission war 1996 beim Deutschland-Besuch des 2013 gestorbenen Friedensnobelpreisträgers und ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas, Nelson Mandela, ins Leben gerufen worden.
Wadephul sagte mit Blick auf den Iran-Krieg, er gehe davon aus, "dass die Verhandlungen fortgesetzt werden, wenn auch nicht in Islamabad". Zugleich unterstützte er die US-Position, dass der Iran überprüfbar und glaubhaft darauf verzichten soll, den Bau einer Atomwaffe anzustreben. Die Straße von Hormus müsse zudem für den Schiffsverkehr frei und offen sein, "das gebietet das Seevölkerrecht, und das muss von allen beachtet werden".
Lamola sagte, dass sein Land den Angriff Israels und der USA auf den Iran genauso als Verstoß gegen das Völkerrecht verurteilt habe wie die Angriffe Irans auf dessen Nachbarn. Er äußerte sich enttäuscht, dass die Verhandlungen am Wochenende abrupt beendet wurden. Bei einem Konflikt dieses Ausmaßes dauere es eine Weile, um Vertrauen zu schaffen und ins Gespräch zu kommen. Nötig seien nun Geduld, Toleranz und vertrauensbildende Maßnahmen. "Wir glauben nicht, dass eine Blockade hier hilfreich sein würde", sagte er mit Blick auf die US-Ankündigung, iranische Häfen zu blockieren.
Deutschland und Südafrika wollen enger zusammenarbeiten
Wadephul und Lamola unterzeichneten einen 15-Punkte-Plan, mit dem die Zusammenarbeit formell zu einer "Strategischen Partnerschaft" ausgebaut werden soll. Darin unterstützt Deutschland Südafrika unter anderem mit einem neuen klimabezogenen zinsverbilligten Kredit in Höhe von 200 Millionen Euro. Zudem wird die Zusammenarbeit im Bereich grüner Wasserstoff und Batterie-Wertschöpfungsketten intensiviert. Mehr Zusammenarbeit soll es auch auf dem Gebiet kritischer Rohstoffe und bei der Herstellung von Impfstoffen geben./bk/DP/jha
