DJ MÄRKTE EUROPA/Etwas leichter - Anleger bleiben optimistisch
DOW JONES--Europas Börsen sind am Montag mit kleinen Abgaben in die neue Woche gestartet. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende sind ohne Ergebnis beendet worden. Die USA wollen nun die Straße von Hormus blockieren. Der Preis der Ölsorte Brent stieg daraufhin um gut 7 Prozent auf 102 Dollar das Fass. Trotz des Scheiterns der Gespräche gibt es aber noch Hoffnungen auf eine Einigung, insbesondere da der zweiwöchige Waffenstillstand weiterhin in Kraft ist. "Tatsächlich postete Trump im Anschluss, dass über die meisten Punkte Einigkeit erzielt wurde, aber der einzige Punkt, auf den es wirklich ankam, nuklear, nicht", so die Deutsche Bank. Dies habe die Erwartung geschürt, dass in den kommenden Tagen noch eine Lösung ausgearbeitet werden könnte, und von iranischer Seite habe der Sprecher des Außenministeriums erklärt, dass Diplomatie niemals ende.
Der DAX verlor 0,3 Prozent auf 23.742 Punkte, im Tagestief stand der Index bei 23.482. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,4 Prozent nach unten. An den europäischen Anleihemärkten blieb es weitgehend ruhig, während die Ängste vor einem Energieschock und beschleunigter Inflation in Japan die Renditen der Staatsanleihen fast auf ein 30-Jahreshoch getrieben hatten. Viele Investoren erwarten, dass die Bank of Japan die Zinsen bereits in diesem Monat anhebt, um zu verhindern, dass höhere Energiepreise die fragile wirtschaftliche Erholung des Landes gefährden.
Der Aktienmarkt in Budapest legte nach dem Sieg der Oppositionspartei nach der Parlamentswahl deutlich zu. Der BUX stieg um 5 Prozent. Der Forint notierte gegenüber dem Euro nahe einem Vierjahreshoch. Die Oppositionspartei Tisza hat bei der Wahl am Sonntag einen Erdrutschsieg errungen und damit die 16-jährige Herrschaft von Viktor Orban beendet. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen lag die Oppositionspartei von Peter Magyar mit 53,6 Prozent vorn, verglichen mit 37,8 Prozent für Orbáns Fidesz-Partei. Es wird erwartet, dass der Sieg die Beziehungen Ungarns zur Europäischen Union verbessert und möglicherweise blockierte Gelder freigegeben werden.
Mit Spannung blicken Investoren nun auf die am Montag beginnende US-Berichtssaison für das erste Quartal. Mit Ergebnissen in dieser Woche von Goldman Sachs, Blackrock und JP Morgan. Interessant dürften vor allem deren Ausblicke werden und inwieweit sie auf Inflationsrisiken hinweisen. Trotz guter Zahlen ging es für die Aktie von Goldman Sachs nach unten. Im Investmentbanking und im Aktienhandel verbuchte Goldman zwar kräftige Zuwächse, doch sanken die Einnahmen im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, Rohstoffen und Devisen. Auch hätten einige Anleger insgesamt offenbar mehr erwartet, hieß es aus dem Handel. Im Gefolge fielen Deutsche Bank um 0,8 Prozent zurück.
Unter Druck standen europaweit die Fluglinien. Im Falle der Lufthansa (-2,2%) belastete nicht nur der Anstieg des Ölpreises, sondern auch neue Arbeitsniederlegungen, denn nach dem Streik des Kabinenpersonals in der vergangenen Woche streiken am Montag und Dienstag nun die Piloten. Es fallen wieder Hunderte von Flügen aus. Die Aktien von Reiseveranstalter Tui gaben um 1,6 Prozent nach. Air France schlossen 4,2 Prozent leichter.
Gegen den Trend lagen Rheinmetall mit Aufschlägen von 2,2 Prozent gut im Markt. Mit dem Wahlsieg von Tisza könnten nun bislang durch Budapest blockierte EU-Gelder an die Ukraine rasch freigegeben werden. Das sollte die Position der Ukraine im Krieg gegen Russland stärken. Für das Leonardo-Papier ging es in Mailand um 2,7 Prozent nach oben. Deutsche Börse gewannen 1 Prozent. Der Börsenbetreiber ist Profiteur der wegen des Irankriegs gestiegenen Volatilität an den Finanzmärkten, die einen erhöhten Absicherungsbedarf zur Folge hat.
Der einzige Sektor im Plus in Europa waren die Energiewerte als Krisengewinner mit 0,9 Prozent Aufschlag.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 5.905 -0,36 2,33 Stoxx-50 5.097 -0,22 3,87 Stoxx-600 614 -0,16 3,82 DAX 23.742 -0,26 -2,80 FTSE-100 London 10.601 -0,17 6,74 CAC-40 Paris 8.260 -0,29 1,35 AEX Amsterdam 1.010 0,19 6,20 ATHEX-20 Athen 5.829 -2,83 8,93 BEL-20 Brüssel 5.456 -0,53 7,43 BUX Budapest 132.888 4,95 19,68 OMXH-25 Helsinki 6.196 1,13 8,63 OMXC-20 Kopenhagen 1.449 -0,75 -9,88 PSI 20 Lissabon 9.458 -1,04 14,46 IBEX-35 Madrid 18.204 -0,99 5,18 FTSE-MIB Mailand 47.609 -0,17 5,93 OBX Oslo 1.999 0,25 25,11 PX Prag 2.651 -0,14 -1,30 OMXS-30 Stockholm 3.110 -0,23 7,87 WIG-20 Warschau 131.315 0,01 11,99 ATX Wien 5.814 -0,27 9,15 SMI Zürich 13.183 -0,28 -0,63 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag EUR/USD 1,1706 -0,1 -0,0013 1,1719 EUR/JPY 187,07 +0,2 0,3500 186,72 EUR/CHF 0,9219 -0,3 -0,0031 0,9250 EUR/GBP 0,8701 -0,1 -0,0007 0,8708 USD/JPY 159,77 +0,3 0,4800 159,29 GBP/USD 1,3452 -0,0 -0,0006 1,3458 USD/CNY 6,8303 +0,0 0,0025 6,8278 USD/CNH 6,8273 +0,0 0,0020 6,8253 AUS/USD 0,7058 -0,0 -0,0002 0,706 Bitcoin/USD 71.742,12 +0,5 384,67 71.357,45 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 102,92 +6,6 6,35 96,57 Brent/ICE 102,19 +7,3 6,99 95,20 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.709,86 -0,8 -37,63 4.747,49 Silber 74,03 -2,4 -1,85 75,88 Platin 2.031,06 -0,7 -14,09 2.045,15 ===
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April 13, 2026 12:08 ET (16:08 GMT)
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