FRANKFURT (dpa-AFX) - Anleger von Heidelberger Druck werden am Dienstag eindrucksvoll an ein potenziell neues Geschäftsfeld erinnert. Bei der Aktie machte sich erneut Fantasie dafür breit, dass der Druckmaschinenhersteller neben seinem Kerngeschäft und den mittlerweile angebotenen Auto-Ladeboxen ein weiteres Standbein im Bereich der Drohnenabwehr aufbaut.
Die schon einmal im März spürbare Fantasie für den Einstieg in das Rüstungsgeschäft wurde am Dienstag wieder belebt durch einen Bericht in der "Wirtschaftswoche" und einen Besuch des brandenburgischen Ministerpräsidenten am Standort Brandenburg an der Havel. Die Aktien starteten am Morgen schon mit deutlichen Kursgewinnen und bauten ihr Plus zeitweise auf mehr als 20 Prozent aus. Sie näherten sich der Marke von 1,70 Euro, die letztmals Anfang Februar auf der Kurstafel aufgetaucht war.
Händler verwiesen angesichts der Dynamik, die im Tagesverlauf immer größer wurde, mitunter auf Eindeckungen von Leerverkäufern. Die Aktie von Heidelberger Druck gilt am Markt als beliebt bei Investoren, die auf fallende Kurse setzen - wohl auch wegen der stetig nachlassenden Bedeutung von Druckmaschinen in Zeiten der Digitalisierung. Steigt der Kurs dann plötzlich, können die Spekulanten dazu gezwungen werden, ihre Positionen durch Aktienkäufe aufzulösen.
Der Eintritt von Heidelberger Druck in das Geschäft mit der Drohnenabwehr ist nicht neu: Im März war bereits bekannt geworden, dass sich das Unternehmen gemeinsam mit dem US-amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems dem Verteidigungsbereich annähert. Damals waren die Titel an einem Tag schon einmal um fast 14 Prozent hochgeschnellt. Verwendet werden sollen die Abwehrsysteme vor allem zum Schutz kritischer Infrastruktur.
Analyst Thomas Wissler vom Analysehaus MWB sah im März seine Kaufempfehlung von dem Gemeinschaftsunternehmen untermauert. "Der adressierbare Markt ist beträchtlich", betonte der Experte damals. Die Zahl der kritischen Infrastrukturstandorte in Deutschland hatte er auf rund 2.000 beziffert. Wissler betonte, dass in den mittelfristigen Wachstumschancen das Potenzial für eine Neubewertung der Aktie stecke./tih/gl/jha/




