
© Foto: Gerd Altmann auf Pixabay
Wer Plug Power in den letzten Jahren beobachtet hat, kennt das Auf und Ab dieser Aktie nur zu gut. Sehr tief gefallen, oft schon abgeschrieben, und doch immer wieder für Überraschungen gut. Jetzt aber könnte es etwas anders gelagert sein, denn ein frischer CEO sucht den offenen Dialog mit Kleinanlegern, ein Millionenauftrag aus Kanada stärkt den Rücken, und erstmals seit Jahren zeigt die Bruttomarge ins Positive. Dazu kommt eine neue Wachstumsstory rund um KI-Rechenzentren, die dem Unternehmen eine völlig neue Bühne eröffnet. Der Kurs hat sich bereits deutlich erholt, und technisch sieht es aus, als ob noch mehr drin sein könnte. Was steckt wirklich hinter dieser Erholung? Und ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Einsteigen?
KI-Hunger als Wachstumsmotor
Plug Power ist bekannt als Wasserstoffspezialist, Brennstoffzellen für Gabelstapler, Elektrolyseure für grüne Energie, Partnerschaften mit Amazon und Walmart. Doch das Unternehmen denkt inzwischen größer. Der eigentliche Clou der neuen Strategie: KI-Rechenzentren brauchen enorme Mengen an Strom, zuverlässig, rund um die Uhr, auch abseits des Stromnetzes. Genau hier sieht Plug Power seine Wasserstoff-Brennstoffzellen als ideale Lösung. Bis zu 250 Megawatt will das Unternehmen in einer Sonderauktion des größten US-Netzbetreibers anbieten. Gespräche mit großen Rechenzentrumsbetreibern laufen bereits. Das Marktpotenzial ist enorm, denn bis 2030 sollen bis zu 7 Billionen US-Dollar in neue Datenzentren fließen. Selbst ein kleiner Anteil davon würde die aktuelle Marktbewertung von rund 3,8 Milliarden US-Dollar weit übertreffen. Dazu kommt ein handfester Auftrag: Für das "Courant"-Projekt in Québec liefert Plug Power ein 275-Megawatt-Elektrolysesystem. Der Käufer ist Hy2gen Canada, das Ziel ist die Produktion von kohlenstoffarmem Ammoniak für die Bergbauindustrie. Für Plug Power ist das einer der größten Aufträge der Unternehmensgeschichte.

Charttechnik
Die Plug-Power-Aktie hat zuletzt kräftig Fahrt aufgenommen. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 40 Prozent. Das ist viel und auch charttechnisch bedeutsam. Der Kurs hat sowohl den 200er, als auch den 50er SMA überwunden und notiert derzeit deutlich darüber. Der Abstand zu den beiden gleitenden Durchschnitten beläuft sich auf mehr als 15 Prozent, ein stabiles Polster gegen kurzfristige Rückschläge. Mit dem Sprung über die Marke von 2,50 USD wurde zudem ein frisches Kaufsignal generiert. Charttechniker sehen nun Spielraum in Richtung 5 USD. Das wäre mehr als eine Verdoppelung vom aktuellen Niveau, kein sicheres Versprechen, aber technisch durchaus plausibel, solange der Aufwärtstrend intakt bleibt. Kurzfristig zeigt der RSI-Indikator mit einem Wert von 72 erste Anzeichen einer Überhitzung. Das ist normal nach einem starken Lauf und kein Alarmsignal. Wer investiert ist, sollte die Unterstützung bei rund 2,10 bis 2,15 EUR im Blick behalten.
Was tun?
Die Lage bei Plug Power hat sich spürbar verbessert. Das Unternehmen verbrennt weniger Geld als früher, die erste positive Bruttomarge ist erreicht, und das Sparprogramm "Project Quantum Leap" läuft. 80 Prozent des erwarteten 2026er-Umsatzes sind bereits vertraglich gesichert. Das gibt Planungssicherheit. Fundamentale Risiken bleiben, denn Plug Power schreibt noch Verluste, die Aktienanzahl ist über die Jahre massiv verwässert worden, und Zölle auf wichtige Komponenten belasten die Lieferkette. Doch die aktuelle Richtung stimmt. Wer auf einen längerfristigen Turnaround setzt, findet hier eine spekulative, aber nicht uninteressante Position. Charttechnisch hat die Aktie Dynamik, der Ausbruch über 2,50 USD ist ein klares Signal. Fazit für risikobereite Anleger: kleiner Einstieg möglich, Stopp-Loss nicht vergessen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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