DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt im Januar deutlich
Die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Januar um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.
Spanische Inflation im März nach oben revidiert
Die spanische Inflation ist für März nach oben revidiert worden, da der Iran-Krieg die Öl- und Gaspreise in die Höhe getrieben hat. Die Verbraucherpreise lagen um 3,4 Prozent über dem Niveau vom März 2025, nach 2,5 Prozent im Februar. Dies geht aus den am Dienstag von der spanischen Statistikbehörde veröffentlichten, auf EU-Ebene harmonisierten Daten hervor. Zuvor war in einer Schnellschätzung eine Inflation von 3,3 Prozent gemeldet worden. Die Inflation bei Kraftstoffen lag bei 8,6 Prozent, da die Schließung der Straße von Hormus die Energieflüsse behinderte. Die Kerninflation, die die Kosten für Kraftstoffe und Lebensmittel ausklammert, lag bei 2,9 Prozent nach 2,7 Prozent im Februar.
EZB: EU-Banken sind nicht zu scharf reguliert
Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die Notwendigkeit florierender, wettbewerbsfähiger und stabiler Banken in der EU - sie lehnt aber eine Deregulierung oder geringere Eigenkapitalforderungen ab. In einer Stellungnahme zu einem Vorschlag der EU-Kommission zur Stärkung des Bankensektors kommt die EZB vielmehr zu dem Schluss, dass es die "Fragmentierung" des Bankensektors entlang von Staatsgrenzen ist, die stärkere Banken und damit eine bessere Finanzierung der Wirtschaft verhindern. Diese Fragmentierung aufzulösen, liegt allerdings größtenteils in der Macht der Politik - also der Staaten, des EU-Parlaments und der Kommission.
IEA erwartet historischen Einbruch der Ölnachfrage
Die globale Ölnachfrage wird nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) in diesem Jahr schrumpfen. Die fast vollständige Schließung der Straße von Hormus führt dazu, dass Nationen händeringend versuchen, sich Barrel aus einem zunehmend knappen Angebot zu sichern. Die in Paris ansässige Organisation geht nun davon aus, dass die weltweite tägliche Nachfrage in diesem Jahr um 80.000 Barrel schrumpfen wird. Zuvor war ein Wachstum von 640.000 Barrel erwartet worden. Im zweiten Quartal wird die Nachfrage voraussichtlich um 1,5 Millionen Barrel pro Tag sinken. Dies wäre der stärkste Rückgang seit der Covid-19-Pandemie.
Iran schätzt Kriegsverluste auf 270 Milliarden Dollar
Der Iran-Krieg habe dem Land schätzungsweise Verluste in Höhe von 270 Milliarden US-Dollar zugefügt, wie das iranische Staatsfernsehen Al-Alam Arabic unter Berufung auf einen Regierungssprecher mitteilte. Die Schätzung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen fünf Länder in der Region aufforderte, Reparationen für Kriegsschäden zu zahlen. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Der Botschafter, Amir Saeid Iravani, sagte, Bahrain, Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien sollten den Iran entschädigen. Sie hätten den USA und Israel während des Konflikts die Nutzung ihrer Territorien gestattet. Kuwait, das einen US-Stützpunkt beherbergt, war nicht in der Liste enthalten.
Saudi-Arabien drängt die USA zur Aufhebung der Hormus-Blockade
Arabische Regierungsbeamte sagten, Saudi-Arabien dränge die USA zur Aufhebung ihrer Blockade der Straße von Hormus und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch. Das Königreich befürchte, dass der Schritt von US-Präsident Donald Trump zur Schließung der Meerenge den Iran zu einer Eskalation verleiten könne. Dies könne zur Störung anderer wichtiger Schifffahrtsrouten führen. Die Blockade zielt darauf ab, den Druck auf die bereits angeschlagene Wirtschaft des Iran zu erhöhen. Die Beamten sagten jedoch, Saudi-Arabien habe davor gewarnt, dass der Iran als Vergeltung den Bab al-Mandeb schließen könne - einen Engpass im Roten Meer, der für die verbleibenden Ölexporte des Königreichs von entscheidender Bedeutung sei.
Irans Schattenflotte fordert US-Marine heraus
Irans Schattenflotte von Tankern stellt Schifffahrtsexperten zufolge eine Herausforderung für die US-Marine dar. Es dürfte zu einem Katz-und-Maus-Spiel kommen, während Washington versucht, eine Blockade iranischer Häfen durchzusetzen. Die Schattenflotte umfasst eine Reihe von Schiffen mit zweifelhafter Registrierung und Eigentümerschaft. Diese werden von Ländern wie dem Iran und Russland genutzt, um westliche Sanktionen zu umgehen. Die Schiffe wenden verschiedene Methoden an, um einer Entdeckung zu entgehen. Dazu gehört das "Abtauchen" - durch das Abschalten ihrer AIS-Ortungsgeräte - oder das "Spoofing" ihrer Signale. Dabei senden sie falsche Informationen über ihre Standorte.
DJG/DJN/apo
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April 14, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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