Berlin (ots) -
Zur heutigen Pressekonferenz von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken erklärt BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen:
"Wir unterstützen die Bundesgesundheitsministerin in ihrem Ziel, die Strukturen unseres Gesundheitssystems zu reformieren und damit leistungsfähiger zu machen. Trotz der sehr angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen wäre es deshalb sinnvoller gewesen, zuerst über eine Strukturreform und dann über Einsparungen zu sprechen. Denn so besteht das Risiko, dass es zunächst nur billiger aber noch nicht unbedingt besser wird.
Wie angekündigt, sollen alle Bereiche von Einsparungen betroffen sein. Bei den Arzneimitteln muss dabei in besonderer Weise auf die Versorgungssicherheit geachtet werden. Lieferengpässe bis hin zu Lieferausfällen sind seit längerer Zeit Realität. Unsere Abhängigkeit von Asien ist viel zu groß geworden. Das gilt insbesondere für Antibiotika. Jede weltpolitische Krise wird zum Problemfall für Lieferketten und damit für eine sichere Versorgung.
Wesentliche Ursache dieser Abhängigkeit sind Rabattverträge, die einen so großen Kostendruck ausüben, dass Unternehmen gezwungen sind, nach billigsten Produktionsstandorten zu suchen. Das Modell 'Rabattverträge' auf patentgeschützte Arzneimittel auszuweiten, wie jetzt offenbar geplant, würde die Lage weiter verschärfen und die Versorgung verschlechtern.
Die EU und die Bundesregierung wollen die Pharma-Produktion in Europa und in Deutschland stärken. Das ist auch dringend notwendig. Dafür brauchen die Unternehmen gute Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Herstellerabgaben zählen sicher nicht zu den guten Rahmenbedingungen; eine Dynamisierung der Abgaben würde zusätzlich das Ende jeder Planungssicherheit bedeuten.
Die Diskussion über den Gesetzentwurf beginnt erst. Es ist gut, dass die Gesundheitsministerin den Pharmadialog parallel weiterführt und so im Austausch mit den Arzneimittelherstellern bleibt."
Pressekontakt:
Hermann Hofmann, Tel. 0172 3526032, presse@bpi.de
Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/21085/6255369
Zur heutigen Pressekonferenz von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken erklärt BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen:
"Wir unterstützen die Bundesgesundheitsministerin in ihrem Ziel, die Strukturen unseres Gesundheitssystems zu reformieren und damit leistungsfähiger zu machen. Trotz der sehr angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen wäre es deshalb sinnvoller gewesen, zuerst über eine Strukturreform und dann über Einsparungen zu sprechen. Denn so besteht das Risiko, dass es zunächst nur billiger aber noch nicht unbedingt besser wird.
Wie angekündigt, sollen alle Bereiche von Einsparungen betroffen sein. Bei den Arzneimitteln muss dabei in besonderer Weise auf die Versorgungssicherheit geachtet werden. Lieferengpässe bis hin zu Lieferausfällen sind seit längerer Zeit Realität. Unsere Abhängigkeit von Asien ist viel zu groß geworden. Das gilt insbesondere für Antibiotika. Jede weltpolitische Krise wird zum Problemfall für Lieferketten und damit für eine sichere Versorgung.
Wesentliche Ursache dieser Abhängigkeit sind Rabattverträge, die einen so großen Kostendruck ausüben, dass Unternehmen gezwungen sind, nach billigsten Produktionsstandorten zu suchen. Das Modell 'Rabattverträge' auf patentgeschützte Arzneimittel auszuweiten, wie jetzt offenbar geplant, würde die Lage weiter verschärfen und die Versorgung verschlechtern.
Die EU und die Bundesregierung wollen die Pharma-Produktion in Europa und in Deutschland stärken. Das ist auch dringend notwendig. Dafür brauchen die Unternehmen gute Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Herstellerabgaben zählen sicher nicht zu den guten Rahmenbedingungen; eine Dynamisierung der Abgaben würde zusätzlich das Ende jeder Planungssicherheit bedeuten.
Die Diskussion über den Gesetzentwurf beginnt erst. Es ist gut, dass die Gesundheitsministerin den Pharmadialog parallel weiterführt und so im Austausch mit den Arzneimittelherstellern bleibt."
Pressekontakt:
Hermann Hofmann, Tel. 0172 3526032, presse@bpi.de
Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/21085/6255369
© 2026 news aktuell
