DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
IWF senkt Wachstumsprognose für 2026 leicht
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft im laufenden Jahr aufgrund des Kriegs im Nahmen Osten gesenkt. Wie aus dem jetzt veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hervorgeht, rechnet der IWF für 2026 in seinem Referenzszenario mit einem Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,1 (Januar-Prognose: 3,3) Prozent und prognostiziert für 2027 weiterhin 3,2 Prozent Wachstum. Ohne den Iran-Krieg hätte der IWF seine Prognose für 2026 auf 3,4 Prozent angehoben. Für die aktuellen Prognosen überwiegen die Abwärtsrisiken.
IWF: Folgen des Iran-Kriegs für Finanzstabilität noch nicht ausgestanden
Die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Finanzstabilität sind nach Aussage des Internationalen Währungsfonds (IWF) bisher überschaubar geblieben. Wie aus einem Blog zum aktuellen Finanzstabilitätsbericht hervorgeht, hält der IWF die Sache aber noch nicht für ausgestanden und glaubt, dass die Finanzmärkte negativere Szenarien noch nicht voll eingepreist haben. "Diese Widerstandsfähigkeit sollte nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Vielmehr spiegelt sie Zyklen von Eskalation und Deeskalation, strukturelle Verbesserungen im Finanzsystem sowie das Ausbleiben einer entscheidenden negativen Wende wider, die anhaltende Markteinbrüche auslösen würde", heißt es in dem Bericht.
Bessent drängt die Fed zu Zinssenkungen
US-Finanzminister Scott Bessent ist der Ansicht, dass die Federal Reserve die Zinsen senken müsse. Er verstehe aber, wenn die Notenbanker angesichts des Iran-Krieges "auf etwas Klarheit warten wollen", sagte Bessent zu Reportern bei einer Veranstaltung des Institute of International Finance. Die Fed sollte aber bis zur Bestellung eines neuen Chairman warten, um den nächsten Zinszyklus einzuleiten. Der Finanzminister sprach auch über die Weltwirtschaft und sagte, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) bei der Senkung seiner Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr wegen des Nahostkonflikts "wahrscheinlich überreagiert" habe. Der IWF warnte vor einer Verlangsamung des Wachstums auf nur noch 2 Prozent, was einem weltweiten Abschwung gleichkäme, falls die Kampfhandlungen weiter andauern.
US-Erzeugerpreise ziehen im März an
Der Preisdruck auf der Erzeugerebene in den USA hat im März zwar zugenommen, allerdings weniger als erwartet. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, stiegen die Produzentenpreise um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen um 4,0 (Vormonat: 3,4) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen monatlichen Preisanstieg von 1,1 Prozent prognostiziert.
EU beschließt Verdopplung der Stahlzölle
Die Europäische Union hat einen Plan zur Verdopplung der Zölle auf Stahlimporte ab einer bestimmten Quote gebilligt. Damit soll der angeschlagene Sektor vor einer Schwemme ausländischer Importe geschützt werden. Das Europäische Parlament erzielte am späten Montag eine Einigung. Die Menge der zollfreien Stahlimporte soll um fast die Hälfte auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Zudem sollen die Zölle auf Importe über diese Quote hinaus auf 50 Prozent angehoben werden.
Anhörung von Kevin Warsh für Fed-Vorsitz für kommende Woche angesetzt
Der Bankenausschuss des US-Senats wird in der kommenden Woche eine Anhörung zur Bestätigung von Kevin Warsh abhalten, den Wunschkandidaten von US-Präsident Donald Trump für die Leitung der Federal Reserve. Dies bestätigte der Ausschussvorsitzende Tim Scott am Dienstag. Die Anhörung ist ein entscheidender Schritt zur Einsetzung einer neuen Führung bei der US-Notenbank. Warsh soll die Nachfolge von Chairman Jerome Powell antreten, der ebenfalls von Trump nominiert wurde und dessen Amtszeit am 15. Mai ausläuft.
EZB/Lagarde: Wirtschaft der Eurozone zwischen Basis- und Negativszenario
Der Energiepreisschock infolge des Iran-Krieges bewegt sich derzeit zwischen dem Basisszenario und dem Negativszenario der Europäischen Zentralbank, wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Dienstag sagte. Die EZB hatte im vergangenen Monat drei mögliche Szenarien zu den Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Eurozone entworfen. Das Negativszenario (Adverse Scenario) prognostiziert einen stärkeren Inflationsanstieg und ein geringeres Wachstum als das Basisszenario, wobei die Auswirkungen jedoch nicht so gravierend wären wie im schlimmsten Fall (Severe Scenario). "Wir befinden uns, glaube ich, irgendwo zwischen dem Basis- und dem Negativszenario", sagte Lagarde Bloomberg News am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington, D.C. Sie betonte jedoch, dass sich die Lage "jeden Tag" ändern könne.
BoE-Geldpolitikerin Greene: Noch keine Beweise für Zweitrundeneffekte
Die Bank of England (BoE) könnte aus Sicht der Geldpolitikerin Megan Greene gezwungen sein, ihren Leitzins anzuheben, falls es Hinweise darauf gibt, dass höhere Energiekosten zu steigenden Löhnen sowie Preisen für andere Waren und Dienstleistungen führen. Am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds sagte Greene, dass für ihre Zinsentscheidung vor allem entscheidend sei, ob es Anzeichen dafür gebe, dass sich die höheren Energiepreise auf die Preise für andere Waren und Dienstleistungen übertrügen.
+++ Konjunkturdaten +++
US/Redbook: Einzelhandelsumsatz erste Woche Apr +7,0% gg Vorjahr
DJG/DJN/apo/sha
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April 14, 2026 13:00 ET (17:00 GMT)
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