FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Lufthansa feiert ihr Jubiläum unter schwierigen Vorzeichen: Gut 100 Jahre nach dem Start des ersten Linienflugs unter der Kranichmarke stehen am Frankfurter Flughafen an diesem Mittwoch (15. April) die allermeisten Jets am Boden, weil erneut ein großer Teil des fliegenden Personals streikt. Dieses Mal hat die Gewerkschaft Ufo die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter aufgerufen, die Arbeit für zwei Tage bis einschließlich Donnerstag niederzulegen. Sie lösen damit nahtlos die Piloten ab, die zuvor für zwei Tage den Flugverkehr der Lufthansa in weiten Teilen lahmgelegt haben.
Zur Feierstunde "100 Jahre Lufthansa" hat der MDax -Konzern unter anderen Kanzler Friedrich Merz und Verkehrsminister Patrick Schnieder (beide CDU) in das neue Besucherzentrum "Hangar One" eingeladen. Am Nachmittag sollen Vergangenheit und Zukunft des Unternehmens in vorteilhaften Tönen besprochen werden, doch außerhalb regt sich scharfer Protest der Beschäftigten gegen den Sparkurs des Konzerns.
Kundgebung gegen "Politik der harten Hand"
Die Kabinengewerkschaft Ufo hat zu einer Protestkundgebung aufgerufen, um nach eigenen Angaben ein Zeichen gegen die "Politik der harten Hand" im Unternehmen zu setzen. In dem festgefahrenen Tarifkonflikt geht es zudem um die im Manteltarifvertrag geregelten Arbeitsbedingungen. Auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat ihre Mitglieder aufgefordert, an der Kundgebung teilzunehmen. Sie kämpft um höhere Betriebsrenten.
Lufthansa und ihre Passagiere erleben ab Mittwoch bereits die fünfte Streikwelle des fliegenden Personals mit insgesamt sieben Streiktagen. Drei Runden hat bislang die Vereinigung Cockpit ausgerufen, zwei gehen auf Ufo zurück. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat betont, die aktuellen Streiks veränderten die Strategie der Gruppe nicht./ceb/DP/jha




