DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Bank of England dürfte von Zinserhöhungen absehen
Der Nahostkonflikt und die daraus resultierenden höheren Energiepreise stellen einen stagflationären Schock für die britische Wirtschaft dar, meint Bansi Madhavani, Volkswirtin bei ANZ. Die Gesamtinflation werde in den kommenden Monaten auf über 3,0 Prozent im Jahresvergleich steigen, während das Wachstum wahrscheinlich unter 1,0 Prozent im Jahresvergleich liegen dürfte. Ein langanhaltender Energiepreisschock erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer Rezession, fügt sie hinzu. Daher werde die BOE wahrscheinlich nicht auf die Erstrundeneffekte höherer Energiepreise mit einer Zinserhöhung reagieren, sondern stattdessen eine abwartende Haltung einnehmen, so die Volkswirtin.
BoJ könnte Zinsen im April noch anheben
Die Markterwartungen für eine Zinserhöhung der Bank of Japan im April gehen angesichts der Unsicherheit im Nahen Osten zurück. SMBC Nikko Securities erwartet jedoch, dass die Zentralbank die Zinsen in diesem Monat auf 1 Prozent anheben wird. Das Institut argumentiert, dass 1 Prozent leicht unterhalb der von der BoJ prognostizierten Spanne für den neutralen Zinssatz bleibe - einem Niveau, das die Wirtschaft weder bremst noch stimuliert. "Wenn die Zinserhöhung verschoben wird, wird sie schließlich stattfinden, während die Inflation bereits tendenziell sinkt, was den Schritt schwer zu rechtfertigen macht", meinen die Ökonomen des Brokerhauses.
Chinas Exportaussichten mit Risiken und Chancen
Chinas Exportaussichten stehen laut Ho Woei Chen von UOB sowohl vor Abwärtsrisiken als auch vor Aufwärtschancen. Die Ökonomin merkt an, dass die schwache Exportentwicklung im März größtenteils eine saisonale Normalisierung widergespiegelt habe. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine klaren Beweise dafür, dass der Konflikt Chinas Ausfuhren wesentlich beeinträchtigt habe, meint sie. Eine "längere Eskalation dürfte jedoch die globale Nachfrage belasten", was die Exportaussichten Chinas gefährden könnte, warnt sie in einer Research Note.
Waffenstillstand im Nahen Osten hält - Hoffnung auf Friedensabkommen
Der Waffenstillstand im Nahen Osten bleibe intakt und das sei positiv, auch wenn die Friedensgespräche vom letzten Wochenende zwischen den USA und dem Iran ohne eine Einigung zu Ende gegangen seien, schreibt Anthony Willis von Columbia Threadneedle Investments in einer Research Note. "Vermittler arbeiten hinter den Kulissen weiterhin hart daran, sicherzustellen, dass beide Seiten weiter kommunizieren", sagt der leitende Volkswirt. Trotz der andauernden Auseinandersetzungen schienen beide Seiten an einer Einigung interessiert zu sein, aber selbst wenn eine Einigung erzielt werde, werde die Wiederaufnahme des normalen Betriebs in der Straße von Hormus lange dauern, sagt er.
USA haben bislang acht Tanker abgefangen
US-Seestreitkräfte haben nach Angaben eines US-Beamten seit Beginn der Blockade am Montagmorgen acht Öltanker abgefangen, die in iranische Häfen einlaufen oder diese verlassen wollten. In allen Fällen nahmen die US-Streitkräfte laut US-Offiziellen über Funk Kontakt mit der Besatzung auf und wiesen sie an, umzukehren. Alle Tanker kamen der Aufforderung nach, sodass ein Entern der Schiffe nicht erforderlich gewesen sei. Die Beamten erklärten, die ersten beiden abgefangenen Schiffe, die den iranischen Hafen Tschabahar am Golf von Oman verlassen hatten, seien von einem US-Zerstörer kontaktiert worden.
Trump: Nato wird in Zukunft nicht für uns da sein
US-Präsident Donald Trump hat die Nato dafür kritisiert, dass sie die USA im Iran-Krieg nicht unterstütze. "Die Nato war nicht für uns da, und sie wird auch in Zukunft nicht für uns da sein!", schrieb Trump in einem Beitrag auf Truth Social. Trump hat bereits zuvor ähnliche Behauptungen über die Nato und ihre Verbündeten aufgestellt. Er hat damit gedroht, die USA aus dem Bündnis zurückzuziehen.
USA starten Prozess zur Rückerstattung von Importzöllen am 20. April
Die US-Regierung dürfte kommende Woche damit beginnen, Anträge auf Rückerstattung der von US-Präsident Donald Trump illegal erhobenen Importzölle anzunehmen. US-Richter Richard Eaton vom Court of International Trade mit Sitz in Manhattan teilte am Dienstag in einer Anordnung mit, die Regierung habe in einer nicht öffentlichen Konferenz am selben Tag bestätigt, dass sie planmäßig am 20. April mit der Bearbeitung von Anträgen auf Rückerstattung samt Zinsen für einige Importeure beginnen werde.
+++ Konjunkturdaten +++
Japan/Maschinenbauaufträge Kern Feb +13,6% (PROG: -1,2%) gg Vm
Japan/Maschinenbauaufträge Kern Feb +24,7% gg Vj
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April 15, 2026 03:01 ET (07:01 GMT)
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