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MÄRKTE EUROPA/Leichtes Plus im DAX - Luxus bremst Euro-Stoxx-50

DJ MÄRKTE EUROPA/Leichtes Plus im DAX - Luxus bremst Euro-Stoxx-50

DOW JONES--Mit wenig veränderten Kursen sind die europäischen Aktienmärkte zur Wochenmitte in den Handel gestartet. Die Vorgaben aus den USA und Asien sind angesichts der Hoffnung auf eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg gut. Anleger ignorieren dagegen die Blockade der Straße von Hormus weitgehend, da sie von den USA selbst ausgeht und jederzeit beendet werden könnte. Nach dem Überfall auf Venezuela reißen die USA damit eine immer größere Kontrolle über die Ölreserven der Welt an sich, heißt es. In wie weit indische und vor allem chinesische Öltanker in Zukunft von der US-Blockade-Politik betroffen sind, ist noch unklar. Strategen befürchten hier ein massives Konfliktpotenzial, dass die Märkte derzeit aber ausblenden.

Der DAX legt um 0,1 Prozent auf 24.064 Punkte zu, der Euro-Stoxx-50 fällt dagegen um 0,2 Prozent auf 5.973 Punkte. Er leidet unter den Verlusten bei Luxus-Aktien. Beim DAX fragt man sich, ob er sich signifikant von der 24.000er-Marke nach oben lösen kann. Marktstratege Jochen Stanzl von der Consorsbank hält ihn hier in einer engen Spanne für festgefahren. Mit Gewinnen dürfte es wohl erst weitergehen, wenn klar werde, wie tief die Wachstumsdelle durch die hohen Energiepreise ist.

Sofern die Ölpreise nicht auf ein neues Hoch steigen, werde der S&P-500-Index seine Tiefststände vom März nicht erneut testen, sagt Nicholas Colas von DataTrek Research: "Der S&P-500 erreichte seinen Tiefpunkt tatsächlich fünf Handelstage vor dem Ölpreishoch am 30. März, was darauf hindeutet, dass die Aktienmärkte einen vorübergehenden Angebotsengpass bereits eingepreist hatten", ergänzt Colas. Das Brent-Öl zur sofortigen Lieferung zeigt sich aktuell bei 95,32 Dollar. Der Risikoaufrschlag lässt dahinter jedoch deutlich nach: Für Lieferungen im Oktober müssen nur noch um 83 Dollar bezahlt werden.

Für die Zinsen könnte dies unterschiedliche Auswirkungen haben, warnt Macquarie: Die Fed sei zwischen ihren Mandaten Preisstabilität und maximaler Beschäftigung ausgewogener, während die Bank of England und die Europäische Zentralbank (EZB) einseitig mit Inflationsdruck konfrontiert seien, der schwerer zu ignorieren sei, so die Strategen. Mit Interesse blicken Marktteilnehmer daher am Abend auf das Beige Book der Fed.

Auch die US-Inflation steht im Blick mit den US-Import-Export-Preisen am Nachmittag. Am Vortag hatten die US-Produzentenpreise für März überrascht - sie waren nur halb so stark wie erwartet gestiegen und zeigten keine Blessuren durch die Ölpreise.

Bei den Unternehmensdaten müssen Anleger sich erneut mit Bank-Quartalszahlen beschäftigen, so von ABN, Bank of America und Morgan Stanley. Der Banken-Index im Stoxx-600-Universum gibt um 0,3 Prozent nach.

KI-nahe Werte gesucht - Luxus bricht ein

Trotz starker Zahlen legen die Aktien von Chipmaschinen-Hersteller ASML nur um 0,7 Prozent zu. Obwohl die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal am oberen Rand der Erwartungen lagen, liegen die Markterwartungen an das kommende Quartal von 9,08 Milliarden Umsatz schon oberhalb der von ASML genannten Spanne von 8,4 bis 9,0 Milliarden Euro. Händler hatten daher mit Gewinnmitnahmen gerechnet.

Aixtron profitieren hingegen von der neu gestarteten KI-Hausse an der Wall Street und legen um 13,1 Prozent zu. Die Analysten von Citi bescheinigen Aixtron einen starken Auftragseingang im Bereich Optoelektronik. Die erfolgte Anhebung der Umsatzprognose für 2026 gleiche derweil ein leicht schwaches erstes Quartal mehr als aus. Dazu haben die Analysten der Deutschen Bank das Kursziel erhöht.

Für Lufthansa geht es um 1,8 Prozent nach unten. Hier wird erneut gestreikt - und dass, trotz der Feiern zum 100-jährigen Firmenjubiläum. Die Konkurrenz-Airlines wie IAG und Air France-KLM notieren bis zu 0,7 Prozent höher.

Für massiven Druck auf die Luxusgüter-Hersteller sorgen diverse Zahlen. So fallen Kering trotz ihres recht gut aufgenommenen Kapitalmarkttages am Vortag um 9,4 Prozent. Ein klarer Weg zum Turnaround bei Gucci sei noch nicht erkennbar, heißt es unter anderem. Bei Hermes führen die Zahlen sogar zu 12,5 Prozent Kurseinbruch. Auch LVMH und Hugo Boss fallen um weitere bis zu 1,4 Prozent, Moncler verlieren 2,7 Prozent und Burberry 3 Prozent. Bei allen Luxuswerten zeigt sich, wie stark die Nahost-Krise auf die Kauflaune drückt und damit auf die Umsätze, heißt es.

=== 
INDEX      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50  5.972,86  -0,2   -11,65    5.984,51    3,1 
Stoxx-50    5.142,16  -0,0   -0,90    5.143,06    4,6 
DAX      24.063,84  +0,1   19,62    24.044,22    -1,7 
MDAX      30.718,16  +0,6   183,22    27.039,42    0,3 
TecDAX     3.574,18  +0,7   25,91    3.091,28    -1,3 
SDAX      17.853,25  +1,0   170,98    13.062,07    4,0 
CAC       8.279,66  -0,6   -48,20    8.327,86    1,6 
SMI      13.277,39  +0,1    7,62    13.269,77    0,1 
ATX       5.885,86  -0,2   -12,49    5.898,35    10,5 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:20 
EUR/USD      1,1788  -0,1  -0,0007     1,1795   1,1797 
EUR/JPY      187,36  +0,1   0,0900     187,27  187,3600 
EUR/CHF      0,9202  -0,1  -0,0006     0,9208   0,9208 
EUR/GBP      0,8691  -0,0  -0,0003     0,8694   0,8689 
USD/JPY      158,93  +0,1   0,1600     158,77  158,8100 
GBP/USD      1,3561  -0,0  -0,0003     1,3564   1,3575 
USD/CNY      6,8178  +0,0   0,0022     6,8156   6,8157 
USD/CNH      6,8153  +0,1   0,0055     6,8098   6,8074 
AUS/USD      0,7147  +0,3   0,0024     0,7123   0,7136 
Bitcoin/USD  73.673,01  -0,6  -453,05    74.126,06 74.855,48 
 
ROHÖL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     91,09  -0,2   -0,19      91,28 
Brent/ICE     95,32  +0,6    0,53      94,79 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.811,39  -0,6   -28,95    4.840,34 
Silber       79,23  -0,4   -0,30      79,53 
Platin     2.108,06  +0,2    4,41    2.103,65 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/ros

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April 15, 2026 03:54 ET (07:54 GMT)

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Die Eskalation im Iran-Konflikt hat die Energiepreise mit voller Wucht nach oben getrieben. Was zunächst nach einer kurzfristigen Reaktion aussah, entwickelt sich zunehmend zu einem strukturellen Problem: Die Straße von Hormus ist blockiert, wichtige LNG- und Ölanlagen stehen still oder werden gezielt angegriffen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht – im Gegenteil, die Lage spitzt sich weiter zu.

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