DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen treten auf der Stelle - Luxusaktien werden abverkauft
DOW JONES--Wenig bewegt zeigen sich Europas Börsen am Mittwochmittag. Die Anleger setzen weiter auf eine diplomatische Lösung im Irankrieg. Sie ignorieren die erweiterte Blockade der Straße von Hormus, da sie von den USA selbst ausgeht und jederzeit beendet werden könnte. "Dass die persönlichen Gespräche weitergehen, ist definitiv ein positives Signal. Ob sie auch zu einem positiven Ergebnis führen, bleibt aber weiterhin offen", heißt es bei QC Partners. Eine Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran würde den Energiemärkten die Möglichkeit geben, den langen Weg hin zu einer Normalisierung anzutreten. Nach dem deutlichen Rückgang des Ölpreises der Sorte Brent am Vortag zieht dieser am Mittwoch wieder an auf 96 Dollar das Fass, bleibt damit aber klar unter der wichtigen 100er-Marke.
Der DAX legt um 0,2 Prozent auf 24.095 Punkte zu. Der Euro-Stoxx-50 fällt dagegen um 0,4 Prozent auf 5.962 Punkte zurück, er leidet unter den Verlusten bei Luxus-Aktien. Beim DAX fragt man sich, ob er sich signifikant von der 24.000er-Marke nach oben lösen kann. Sofern die Ölpreise nicht auf ein neues Hoch steigen, werde der S&P-500-Index seine Tiefststände vom März nicht erneut testen, sagt Nicholas Colas von DataTrek Research: "Der S&P-500 erreichte seinen Tiefpunkt tatsächlich fünf Handelstage vor dem Ölpreishoch am 30. März, was darauf hindeutet, dass die Aktienmärkte einen vorübergehenden Angebotsengpass bereits eingepreist hatten", ergänzt Colas. Für Brent-Lieferungen im Oktober müssen nur noch um 83 Dollar bezahlt werden.
Für die Zinsen könnte dies unterschiedliche Auswirkungen haben, warnt Macquarie: Die Fed sei zwischen ihren Mandaten Preisstabilität und maximaler Beschäftigung ausgewogener, während die Bank of England und die Europäische Zentralbank (EZB) einseitig mit Inflationsdruck konfrontiert seien, der schwerer zu ignorieren sei, so die Strategen. Mit Interesse blicken Marktteilnehmer daher am Abend auf das Beige Book der Fed.
Auch die US-Inflation steht im Blick mit den US-Import-Export-Preisen am Nachmittag. Am Vortag hatten die US-Produzentenpreise für März überrascht - sie waren nur halb so stark wie erwartet gestiegen und zeigten keine Blessuren durch die Ölpreise.
KI-nahe Werte gesucht - Luxus bricht ein
Trotz starker Zahlen geben die Aktien von Chipmaschinen-Hersteller ASML um 1 Prozent nach. Obwohl die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal am oberen Rand der Erwartungen lagen, liegen die Markterwartungen an das kommende Quartal von 9,08 Milliarden Umsatz schon oberhalb der von ASML genannten Spanne von 8,4 bis 9,0 Milliarden Euro.
Aixtron profitieren hingegen von der wieder neu gestarteten KI-Hausse an der Wall Street und legen um 15,3 Prozent zu. Die Analysten von Citi bescheinigen Aixtron einen starken Auftragseingang im Bereich Optoelektronik. Die erfolgte Anhebung der Umsatzprognose für 2026 gleiche derweil ein leicht schwaches erstes Quartal mehr als aus. Dazu haben die Analysten der Deutschen Bank das Kursziel erhöht.
Lufthansa fallen 2,6 Prozent zurück. Hier wird erneut gestreikt - und das trotz der Feiern zum 100-jährigen Firmenbestehen. Eine rasche Einigung zeichnet sich nicht ab. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wirft der Lufthansa Group vor, sie strebe bei der Kernairline Lufthansa und Lufthansa Cargo "offenbar kein faires Schlichtungsverfahren zur Befriedung der aktuellen Tarifkonflikte an" und habe das am Vortag unterbreitete Angebot zu einer verbindlichen Schlichtung abgelehnt.
Für massiven Druck auf die Luxusgüter-Hersteller sorgen diverse Zahlen. So fallen Kering trotz des recht gut aufgenommenen Kapitalmarkttages am Vortag um 9,3 Prozent. Ein klarer Weg zum Turnaround bei Gucci sei noch nicht erkennbar, heißt es unter anderem. Bei Hermes führen die Zahlen zu einem Kurseinbruch um 8,8 Prozent. Auch andere Titel aus dem Sektor stehen unter Abgabedruck. Bei allen Luxuswerten zeigt sich, wie stark die Nahost-Krise auf die Kauflaune drückt und damit auf die Umsätze, heißt es. Für den stark luxuxlastigen CAC-40 geht es um 0,6 Prozent nach unten.
Aktien von Schaeffler rücken um 7,6 Prozent vor. Der Autozulieferer hat Analysten mit seinem Pre-Close-Call überzeugen können. Bei Jefferies wird vor allem gelobt, dass die EBIT-Marge klar über der hauseigenen und auch der Konsensschätzung liegt, was positiv sei. Bereiche wie E-Mobilität und VLS sähen besser als ihre eigenen Erwartungen aus. Die Umsatzerwartungen von Schaeffler lägen im erwarteten Rahmen.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.961,75 -0,4 -22,76 5.984,51 2,9 Stoxx-50 5.133,39 -0,2 -9,67 5.143,06 4,4 DAX 24.095,49 +0,2 51,27 24.044,22 -1,7 MDAX 30.821,72 +0,9 286,78 27.039,42 0,4 TecDAX 3.593,32 +1,3 45,05 3.091,28 -1,0 SDAX 17.873,88 +1,1 191,61 13.062,07 4,1 CAC 8.279,99 -0,6 -47,87 8.327,86 1,6 SMI 13.288,57 +0,1 18,80 13.269,77 0,2 ATX 5.907,10 +0,2 8,75 5.898,35 10,9 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:20 EUR/USD 1,1784 -0,1 -0,0011 1,1795 1,1797 EUR/JPY 187,26 -0,0 -0,0100 187,27 187,3600 EUR/CHF 0,9218 +0,1 0,0010 0,9208 0,9208 EUR/GBP 0,8693 -0,0 -0,0001 0,8694 0,8689 USD/JPY 158,97 +0,1 0,2000 158,77 158,8100 GBP/USD 1,3552 -0,1 -0,0012 1,3564 1,3575 USD/CNY 6,8205 +0,1 0,0049 6,8156 6,8157 USD/CNH 6,8192 +0,1 0,0094 6,8098 6,8074 AUS/USD 0,7141 +0,3 0,0018 0,7123 0,7136 Bitcoin/USD 74.184,85 +0,1 58,79 74.126,06 74.855,48 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 91,27 -0,0 -0,01 91,28 Brent/ICE 95,85 +1,1 1,06 94,79 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.808,90 -0,6 -31,44 4.840,34 Silber 78,86 -0,8 -0,67 79,53 Platin 2.108,62 +0,2 4,97 2.103,65 ===
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