DJ Gucci-Eigentümer Kering will strukturellen Neustart 2026 abschließen
Von Andrea Figueras
DOW JONES--Der französische Luxuskonzern Kering will einen strukturellen Neustart bis Ende dieses Jahres abschließen. Damit will das Unternehmen nach einer Wachstumsflaute, insbesondere bei der Vorzeigemarke Gucci, eine Trendwende herbeiführen.
Auf einem Kapitalmarkttag am Donnerstag hat der Konzern seine neue Strategie "ReconKering" zur Ankurbelung des Wachstums unter der Führung des langjährigen Automobilmanagers Luca de Meo skizziert. De Meo übernahm im September den Chefposten mit dem Ziel, dem angeschlagenen Unternehmen neues Leben einzuhauchen.
Kering teilte mit, sein Plan werde die finanzielle Disziplin und die betriebliche Effizienz im gesamten Konzern wiederherstellen. Gleichzeitig konzentriere man sich auf die Erneuerung der kreativen Ausrichtung und der Produktpaletten seiner Marken, um deren Attraktivität zu steigern.
Der Konzern will mittelfristig die 2025 verbuchte wiederkehrende operative Marge von 11,1 Prozent mehr als verdoppeln und bis Ende 2028 in einer Phase erneuten, nachhaltigen Wachstums sein. Mittelfristig will der Konzern beim Umsatz allmählich den Markt übertreffen.
Das in Paris ansässige Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren mit einer schwächeren Nachfrage nach teuren Produkten zu kämpfen. Dabei war Gucci eine der am stärksten betroffenen Marken im gesamten Luxussektor. Das italienische Label verfolgt unter einer neuen Führungs- und Kreativspitze eine Umstrukturierungsstrategie, um den Appetit der Verbraucher auf seine Designs neu zu entfachen.
Kering teilte mit, dass das Unternehmen die Produktarchitektur von Gucci über alle Kategorien hinweg umgestalte. Dies reiche von einem gestärkten Angebot an Lederwaren bis hin zu kohärenterer Konfektionskleidung, Schuhen und Schmuck. Dies werde durch höhere Qualitätsstandards unterstützt.
In einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen diese Woche sagte Kering-Finanzchefin Armelle Poulou, das Unternehmen sehe eine gute Resonanz auf Neuerungen in der Produktion. Neue Designs unter der künstlerischen Leitung von Demna Gvasalia kämen nun in die Geschäfte. Der Konzern sucht jedoch weiterhin nach dem Rezept für die Erholung von Gucci in China, einem Schlüsselmarkt. Poulou merkte an, dass das Unternehmen hart arbeiten müsse, um die Marke auf dem chinesischen Markt relevant zu machen. Dies erfordere eine disziplinierte Umsetzung und auf die lokale Nachfrage zugeschnittene Produkte.
Andere Marken unter dem Dach von Kering, darunter Saint Laurent und Balenciaga, haben in den vergangenen Jahren ebenfalls an Schwung verloren. Bei Saint Laurent will der Konzern die Herrenkollektion stärken und das Angebot an Lederwaren erweitern. Gleichzeitig soll die geografische Expansion der Marke mit besonderem Fokus auf Asien beschleunigt werden. Balenciaga plant, die Damenkollektion auszubauen und die Kategorie Lederwaren zu stärken. Zudem soll die geografische Präsenz über Asien hinaus, wo die Marke gut abschneidet, erweitert werden.
Kering erwartet zudem stetige Renditen für die Aktionäre. Die Dividendenausschüttungsquote soll bei rund 50 Prozent des wiederkehrenden Nettogewinns liegen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital soll sich mittelfristig auf über 20 Prozent verbessern.
Kering will bis Ende 2030 ein Referenz-Player im Luxussegment sein, aufbauend auf dem starken Portfolio und der Ausführungsdisziplin des Konzerns. Die Luxusgüterindustrie ist derzeit mit einem schwierigen Umfeld konfrontiert, gekennzeichnet durch erhöhte geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Volatilität und unsichere Marktbedingungen.
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