Essen/Hamburg (ots) -
"Der Ärztemangel und zunehmende Wartezeiten auf Arzttermine sind ein bundesweites Problem - doch ungeachtet dessen plant Gesundheitsministerin Warken harte Einschnitte in der ambulanten Medizin", kritisiert Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft e.V. (FÄ). "Wenn dies von politischer Seite so umgesetzt wird, nehmen Wartezeiten und bereits mittelfristig auch der Ärzte- und Praxis-Mangel unweigerlich zu. Auch werden viele Ärztinnen und Ärzte ihre Tätigkeitszeiten für die Kassen wieder auf 20 Stunden pro Woche reduzieren, und stattdessen mehr privatärztliche Tätigkeit anbieten. Diese Folgen werden aber weder von Politik noch von den Krankenkassen ansatzweise offen kommuniziert".
Zunehmende Unterfinanzierung der ambulanten Medizin
"Die eklatante Unterfinanzierung der ambulanten Medizin liegt ja auf der Hand. Wenn sie politisch noch forciert wird, wird sich der Patient entscheiden müssen, wie viel ihm eine hochwertige und zeitnahe ärztliche Behandlung wert ist - sei es in der Privatsprechstunde beim Vertrags- oder auch beim Privatarzt. In der Regel ist jedenfalls eine ordentliche Medizin deutlich unterhalb von Tierarzthonoraren nicht möglich", stellt Dietrich fest.
Die echten Kostentreiber werden geschont
"Man hätte die Finanzprobleme der Kassen mit einem Schritt fast gänzlich lösen können, wenn die versicherungsfremden Leistungen besonders für die Bürgergeldbezieher aus dem Staatshaushalt bezahlt werden würden, und nicht von den gesetzlich Versicherten allein", so Dietrich. So aber würden Arztpraxen und Psychotherapeuten weiter geschröpft und Patienten weiter belastet. Die Pharmaindustrie mit ihren exorbitanten Profiten bei neuen Medikamenten wird geschont.
Ambulante Medizin ist kein Kostentreiber
Die ambulante Medizin in Deutschland ist keineswegs ein Kostentreiber, ganz im Gegenteil. Seit Jahrzehnten werden hier 97 % aller Krankheitsfälle mit nur 16 Prozent aller Kassenausgaben behandelt. Hier also weiter die Unterfinanzierung zu verschärfen, wird natürlich die Qualität der Medizin in Deutschland für die gesetzlich Versicherten senken und den Privatsektor wie in anderen Ländern deutlich vergrößern", so Dietrich.
Verschärfung der Arztzeitproblematik durch geplante Notdienstreform
Nach Meinung von Frau Dr. Silke Lüder, stellvertretender Vorsitzender der Freien Ärzteschaft und Allgemeinärztin in Hamburg, würde auch das von Frau Ministerin Warken vorgeschlagene Konzept eines aufsuchenden 24-Stunden-Notdienstes rund um die Uhr die Arztzeitproblematik weiter verschärfen. Dafür gebe es weder den Bedarf noch personelle Mittel - im Gegenteil wären zahlreiche Doppelbehandlungen die Folge, weil aus dem Notdienst Patienten dann fortlaufend auf die Regelversorgung verwiesen würden. "Und die Ärztinnen und Ärzte, die diesen Dienst durchführen sollen, stehen selbstverständlich zu den Regelzeiten nicht mehr in den Praxen zur Verfügung - der Entzug finanzieller Mittel durch eine derartige Doppelstruktur kommt noch hinzu", moniert Silke Lüder.
Über die Freie Ärzteschaft e.V.
Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den Arztberuf als freien Beruf verteidigt. Er wurde 2004 gegründet und vertritt vorwiegend niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.
Pressekontakt:
V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen, Tel.: 0201 68586090,
E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de, www.freie-aerzteschaft.de
Original-Content von: Freie Ärzteschaft e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/57691/6256427
"Der Ärztemangel und zunehmende Wartezeiten auf Arzttermine sind ein bundesweites Problem - doch ungeachtet dessen plant Gesundheitsministerin Warken harte Einschnitte in der ambulanten Medizin", kritisiert Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft e.V. (FÄ). "Wenn dies von politischer Seite so umgesetzt wird, nehmen Wartezeiten und bereits mittelfristig auch der Ärzte- und Praxis-Mangel unweigerlich zu. Auch werden viele Ärztinnen und Ärzte ihre Tätigkeitszeiten für die Kassen wieder auf 20 Stunden pro Woche reduzieren, und stattdessen mehr privatärztliche Tätigkeit anbieten. Diese Folgen werden aber weder von Politik noch von den Krankenkassen ansatzweise offen kommuniziert".
Zunehmende Unterfinanzierung der ambulanten Medizin
"Die eklatante Unterfinanzierung der ambulanten Medizin liegt ja auf der Hand. Wenn sie politisch noch forciert wird, wird sich der Patient entscheiden müssen, wie viel ihm eine hochwertige und zeitnahe ärztliche Behandlung wert ist - sei es in der Privatsprechstunde beim Vertrags- oder auch beim Privatarzt. In der Regel ist jedenfalls eine ordentliche Medizin deutlich unterhalb von Tierarzthonoraren nicht möglich", stellt Dietrich fest.
Die echten Kostentreiber werden geschont
"Man hätte die Finanzprobleme der Kassen mit einem Schritt fast gänzlich lösen können, wenn die versicherungsfremden Leistungen besonders für die Bürgergeldbezieher aus dem Staatshaushalt bezahlt werden würden, und nicht von den gesetzlich Versicherten allein", so Dietrich. So aber würden Arztpraxen und Psychotherapeuten weiter geschröpft und Patienten weiter belastet. Die Pharmaindustrie mit ihren exorbitanten Profiten bei neuen Medikamenten wird geschont.
Ambulante Medizin ist kein Kostentreiber
Die ambulante Medizin in Deutschland ist keineswegs ein Kostentreiber, ganz im Gegenteil. Seit Jahrzehnten werden hier 97 % aller Krankheitsfälle mit nur 16 Prozent aller Kassenausgaben behandelt. Hier also weiter die Unterfinanzierung zu verschärfen, wird natürlich die Qualität der Medizin in Deutschland für die gesetzlich Versicherten senken und den Privatsektor wie in anderen Ländern deutlich vergrößern", so Dietrich.
Verschärfung der Arztzeitproblematik durch geplante Notdienstreform
Nach Meinung von Frau Dr. Silke Lüder, stellvertretender Vorsitzender der Freien Ärzteschaft und Allgemeinärztin in Hamburg, würde auch das von Frau Ministerin Warken vorgeschlagene Konzept eines aufsuchenden 24-Stunden-Notdienstes rund um die Uhr die Arztzeitproblematik weiter verschärfen. Dafür gebe es weder den Bedarf noch personelle Mittel - im Gegenteil wären zahlreiche Doppelbehandlungen die Folge, weil aus dem Notdienst Patienten dann fortlaufend auf die Regelversorgung verwiesen würden. "Und die Ärztinnen und Ärzte, die diesen Dienst durchführen sollen, stehen selbstverständlich zu den Regelzeiten nicht mehr in den Praxen zur Verfügung - der Entzug finanzieller Mittel durch eine derartige Doppelstruktur kommt noch hinzu", moniert Silke Lüder.
Über die Freie Ärzteschaft e.V.
Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den Arztberuf als freien Beruf verteidigt. Er wurde 2004 gegründet und vertritt vorwiegend niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.
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V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen, Tel.: 0201 68586090,
E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de, www.freie-aerzteschaft.de
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