DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Inflation im Euroraum steigt im März auf 2,6 Prozent
Der Preisdruck in der Eurozone hat im März kräftig zugenommen. Grund für den starken Anstieg waren die gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Die jährliche Inflationsrate erhöhte sich auf revidiert 2,6 (vorläufig: 2,5 - Vormonat: 1,9) Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat in einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten eine Bestätigung der ersten Schätzung vom 31. März erwartet. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig 2 Prozent an. EZB-Chefin Christine Lagarde und andere EZB-Notenbanker haben zuletzt bekräftigt, dass sie zunächst die Folgen des Iran-Kriegs abwarten wollen. Seit Mitte 2025 steht der Leitzins unverändert bei 2,00 Prozent.
Inflation in der Eurozone laut Nagel noch nicht verfestigt
Höhere Energiepreise bergen das Risiko von Zweitrundeneffekten bei den Löhnen, doch sei dies noch nicht der Fall, sagt Joachim Nagel, Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank, am Rande der Frühjahrstagung des IWF gegenüber CNBC. Die Verbraucher hätten nach dem Energieschock von 2022 gelernt, schnell auf höhere Preise zu reagieren. "Das ist der Grund, warum ich glaube, dass diese Frage rund um die Straße von Hormus so wichtig ist. Denn... wenn die Ölpreise nicht weiter sinken, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine ähnliche Reaktionsfunktion sehen werden." Es sei jedoch noch zu früh zu sagen, dass man schon so weit sei, so Nagel. "Deshalb bin ich sehr zurückhaltend mit einer klaren Aussage, was unser nächster geldpolitischer Schritt sein muss", sagt er.
Bank of Canada dürfte bis 2027 stillhalten
Nach Einschätzung der kanadischen Exportkreditagentur dürfte sich der Leitzins der Bank of Canada in diesem und im nächsten Jahr nicht ändern, da der Inflationsdruck im Land durch politische Änderungen wie die Abschaffung der nationalen CO2-Steuer teilweise ausgeglichen werde. Export Development Canada geht davon aus, dass der kanadische Dollar angesichts einer entgegenkommenderen US-Notenbank, der Schwankungen der Energiepreise und der Risiken im Zusammenhang mit der bevorstehenden Überprüfung des Handelsabkommens zwischen Kanada, den USA und Mexiko künftig im Durchschnitt bei etwa 74 US-Cent liegen werde, rechnet aber mit erheblicher Volatilität.
Chinas BIP-Wachstum im ersten Quartal übertrifft Markterwartungen
Chinas Wirtschaftswachstum im ersten Quartal hat die Markterwartungen übertroffen. Dies sei auf ein starkes Exportwachstum zurückzuführen, das zu einer stärkeren Industrieproduktion und einer Stabilisierung der Investitionen in Infrastruktur und verarbeitendes Gewerbe geführt habe, meint die Ökonomin Sophie Altermatt von Julius Bär. Chinas Wirtschaftswachstum habe im ersten Quartal an Dynamik gewonnen, wobei das reale BIP um 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sei, nach 4,5 Prozent im vierten Quartal des Vorjahres, sagt sie. Das Exportwachstum habe die schwächeren inländischen Konsumausgaben während des Quartals ausgeglichen. Eine robuste Auslandsnachfrage habe die Industrieproduktion gestützt, insbesondere im High-Tech-Fertigungsbereich, fügt sie hinzu.
Israel will Sperrzone im Südlibanon
Das israelische Militär will im Falle eines Waffenstillstands mit Hisbollah-Kämpfern seinen Kontrollbereich über eine breite Sperrzone im Südlibanon behalten und die Freiheit haben, militärische Aktivitäten der mit dem Iran verbundenen Gruppe zu bekämpfen, sagten Personen, die mit den israelischen Überlegungen zu diesem Thema vertraut sind. Die Bedingungen entsprechen denen des Waffenstillstands vom November 2024 zwischen Israel und dem Libanon nach einer zweimonatigen israelischen Offensive gegen die Hisbollah. Im Rahmen dieses Abkommens behielt Israel eine Truppenpräsenz auf einigen libanesischen Hügelkuppen bei und griff den Libanon nach Angaben eines israelischen Militärbeamten hunderte Male an, laut Acled, einer Konfliktbeobachtungsgruppe, sogar mehr als 2.000 Mal.
DJG/DJN/apo
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April 16, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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